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13. bis 21. Maerz Victoria / Tasmanien 24.03.2008 02:41:32 (View count: 1947) Australien 15. Februar bis 14. April 2008
13.3 – 21.3
13.3 (ca. 37° C)Die heutige Fahrt führte uns von Kennett River nach Melbourne. Eine Strecke von rund 190 km. Bei Lorne, ein Touristenzentrum an der Kliffküste, machten wir einen Abstecher in die Farnwälder um die 30 m hohen Erskine Falls (Wasserfälle) zu besichtigen. Die Strassen zu diesen Wäldern waren sehr steil (ca. 45 – 50°). Hier schneit es wahrscheinlich nie, dass hier die Strassen so gebaut werden können. Nach einer kleiner Erfrischungspause in Lorne, mit Milchfrappe und wirklich saurem Apfelsaft, ging die Fahrt der Küste entlang zur Bells Beach. Hier wurden Sequenzen für den Film „Gefährliche Brandung“ mit Keanu Reeves und Patrick Swazy gedreht. Auch heute waren sehr viele Surfer auf dem Meer und warteten auf die perfekte Welle. Am Wochenende wird in Bells Beach die Rip Curl Surfmeisterschaft (Rip Curl Pro) abgehalten. Tribünen und Kommentatorenhäuschen wurden aufgestellt. Danach ging es nach Torquay, Mekka für Surfer. Hier sind die grossen Fabrikationen der bekannten Surfmarken, wie Billabong, Rip Curl und Quicksilver zu Hause.
Weiter ging die Fahrt in die Stadt, in welcher an diesem Wochenende die Formel 1 Saison beginnt. Es wurde immer wärmer und unerträglicher zum Fahren. Die Strassen wurden immer breiter und der Verkehr immer dichter, je näher wir der Stadt kamen. Um 17.00 Uhr haben wir mit Kollegen bei einem Park inmitten der Stadt abgemacht. Fahre einmal mit so einem grossem Fahrzeug durch die ganze Stadt und dann noch links Verkehr! Wir haben es tatsächlich geschafft und sind mit 10 Minuten Verspätung am Treffpunkt angekommen.
Wir fuhren zu unseren Kollegen nach Hause und genossen es, bekocht und bedient zu werden. Um ca. 1.00 Uhr morgens nach vielen Diskussionen und Gesprächen mit dem ausgewandertem Schweizer Ehepaar, gingen wir schlafen.
Noch etwas; in Melbourne gibt es keine Kakerlaken!
14.4 (ca. 38° C)Heute wurde es in Melbourne etwa 38° C heiss. Der trockene Wind fühlte sich wie ein Föhn an, der einem ständig ins Gesicht bläst. Die rund 3,7 Mio. Stadt hat noch sehr viele alte Gebäude mit britischen Zügen. Daneben sind grosse Hochhäuser und Türme wie der Rialto Tower zusehen. Auf dem Aussichtsdeck, auf rund 253 m Höhe, des Rialto Towers, genossen wir die Aussicht auf die ganze Stadt. Nicht weit entfernt, im Albert Park, hörte und sah man die Rennboliden ihre Runden drehen. Am Sonntag ist hier Fomel 1.
Die Hektik wie in Sydney fehlt hier in Melbourne. Die Stadt ist eher gelassen, interessant aber ruhig.
Am späteren Nachmittag fuhren wir mit unserem Camper an den Hafen, um uns für das Beladen auf dem Schiff „Spirit of Tasmania“ vorzubereiten.
Die ganze Prozedur ging etwa 3 Stunden, Angefangen mit dem Warten um auf das Hafengelände zukommen, danach die Kontrolle das Kein Obst oder Gemüse nach Tasmanien mitgeschleppt wird, bis zum Einparkieren im Schiff.
Die Logistik auf solch einem Schiff ist sehr interessant: Nur ein Beispiel was hier alles innert kürze Abgefertigt wurde: Auf dem Deck 1 und 2 wurden die Lastwagen verstaut, auf dem Deck 3 – 5 wurden die kleineren Fahrzeuge abgestellt.
Da Melbourne am Port Philip Bay liegt, gleicht die See einer Glasplatte, sobald man nach rund 2 Stunden an Queenscliff vorbei in die Bass Strasse* fährt , fängt das rund 120m lange Schiff an zu schaukeln (*Bass-Straße (200–250)km breite Meeresstrasse zwischen dem australischen Festland und Tasmanien).
Nach einem anstrengenden Tag, vor allem das ewige Nörgeln und Motzen der Kinder an diesem heissen Tag, genossen Irene und ich in Ruhe auf Deck 8 ein Glas Wein.
Mitten in der Nacht erwachte ich ab einem dumpfen Knall. Als nächstes hörte ich ein „Mami“ rufen und mir wurde klar, dass Noah in unser engen Kabine aus dem Bett gefallen war. Ob die raue See oder das schmale Bett der Grund war, werden wir nie erfahren. Am nächsten Morgen wusste er nichts von diesem Vorfall.
15.5 (ca. 23° C)ACHTUNG Tagwache um 05.15 Uhr. Eine Frauenstimmen weckte uns über das Mikrofon, mühsam und hundemüde standen wir nach dieser Schaukelnacht auf und begaben uns zu unserm Camper.
Bereits um 6.00 Uhr fuhren wir aus dem Bauch des Schiffes und standen wiederum für eine weitere Gemüse und Früchte Kontrolle hinter vielen anderen Auto an.
Wir haben, eigentlich Irene, beschlossen Tasmanien im Gegenuhrzeigersinn zu umfahren. Die Fahrt ging von Devonport via Burnie zum Cradle Mountain National Park. In Burnie waren wir bereits um 7.30 Uhr auf Entdeckungstour entlang von einem Bach um freilebende Schnabeltiere* zu beobachten. Doch leider haben wir keines gesehen, aber interessant war, dass Noah für rund dreiviertel Stunden sehr ruhig war und die Gegend beobachtete. (*Schnabeltier, bis etwa 45 cm langes Kloakentier, an Ufern von Flüssen und Seen Ost-Australiens und Tasmaniens; Füße mit Schwimmhäuten; mit breitem, zahnlosem Hornschnabel. Das Schnabeltier ernährt sich von im Wasser lebenden Würmern, Schnecken, Muscheln und Krebsen.)
Die Fahrt in den Cradle Mountain Nationalpark glich einer kurvigen Berg- und Talfahrt in einer herbstlichen Landschaft. Die Bäume sind hier zum Teil bereits rot und gelb gefärbt.
Bei Besucherzentrum am Anfang des National Parks haben wir festgestellt, dass die Fahrt in den Nationalpark mit öffentlichen Büssen gemacht werden muss. Hier sollten sich diverse Nationalpärke eine Scheibe davon abschneiden. Durch diese Aktion ist viel weniger Verkehr im Park, besser für Natur und Tierwelt. Ein Buschauffeur erzählt uns dass pro Jahr rund 200000 Personen diesen Park besuchen. Spitzenzeiten im Januar, wo bis zu 1500 Personen pro Tag befördert werden.
Die Wartezeit zwischen den Bussen liegt zwischen 10 und 15 Minuten.
Wir machten am Nachmittag zwei kleine Spaziergänge zu Wasserfällen. Danach genossen wir einen Helikopterflug über das Gebiet „Cradle Mountain“. Ein unvergesslicher Einblick auf die Hochebene, die verschiedenen Seen und das Gebirge.
Am Abend gingen wir alle früh ins Bett.
16.5 (ca. 25° C)Heute sind wir gemütlich Aufgestanden. Keine Fahrt mit dem Camper sondern eine lange Wanderung war auf dem Tagesprogramm. Nach einem reichhaltigen Frühstück fuhren wir mit einem öffentlichen Bus in den Nationalpark zum Lake Dove auf rund 900 m über Meer. Hier schneite es noch vor 3 Wochen, doch wir hatten Sonnenschein und genossen die rund 9 km lange Wanderung rund um den See zurück zum Ronny Creek. Die Wege waren zu 90 % Holzstege (Boardwalks), damit die Natur nicht beschädigt wird und alle am gleichen Ort durch laufen. Ein riesiger Aufwand wenn man bedenkt, das ca. 100 Kilometer Wanderstrecke mit einem Holzweg „tapeziert“ ist. Empfehlenswert für alle die nach Tasmanien kommen, unter anderem eine interessante Trekkingtour über die Hochebene. Cradle Mountain bis zum Lake St. Claire, eine 6 bis 8-tägige Wanderung von rund 85 km.
Nach dieser langen schönen Wanderung, war Noah sehr müde und unerträglich. Der ganze Weg zum Campingplatz nach der Busrückfahrt war er am nörgeln, weinen und schreien. Als er zu Bett ging hörte man nur noch ein „Gute Nacht“, danach verschwand er in die Traumwelt.
Am Abend färbte sich der Himmel rot und uns war nun klar, dass die Asche die den ganzen späteren Nachmittag herumflog nicht von unseres Nachbarn Grill war, sondern von einem Waldbrand in der Region von Waratah, rund 50 km Luftlinie entfernt.
17.5 (ca. 28° C)Eher eine längere Fahrt von Cradle Mountain nach Hobart. Die Strecke ist eigentlich nicht weit aber sehr kurvig. Überhaupt sind hier in Tasmanien die Strecken nicht lange, doch da es sehr viele kurvige Berg- und Talfahrten gibt, sind die Zeiten und nicht die Kilometer massgebend. Zwischen den verschiedenen Haltepunkten sind die Zeiten angegeben. Die Fahrt ging durch Queenstown, ein Ort wo Zinn abgebaut wird. Das pure Gegenteil von den schönen Nationalpärken.
Immer wieder sieht man Berggipfel oder Gebirgsketten, mit mehrschichtigen aneinander gereihten nadelförmigen Gesteinsformation (ähnlich wie Dominosteine, welche nicht ganz umgefallen aber aneinander gepresst sind). Die gleiche Gesteinsformation findet man in Australien und in der Antarktis.
Erst am Abend erreichten wir unser Ziel Cambridge einen Aussenort von Hobart.
18.5 (ca. 22° C, bewölkt, am Abend Regen)Hobart, die Hauptstadt von Tasmanien (200'000 Einwohner), haben wir nur kurz und von weitem besichtigt, da uns leider die Zeit fehlte, aber in ein paar Jahren, wenn unsere Kinder älter sind, werden wir diese üppig grüne Insel (zur Zeit eher trocken) nochmals intensiver bereisen.
Hobart, eine Hafenstadt, erinnert an norwegische Küstenstädte, mit einer herrlichen Lage am Fluss Derwent.
Nach dieser wirklich kurzen Besichtigung fuhren wir in einen Wildlife Park um endlich auf Teufel komm raus einen tasmanischen Teufel in Natura zu sehen. In drei Teufels Namen, wir haben ein paar von diesen Beuteltieren gesehen. Von verschiedenen Dokumentationen her, werden diese Tierchen immer aggressiv dargestellt. Eigentlich gleichen sie eher verspielten Katzen. Wenn es aber ums Essen geht oder um Rivalenkämpfe, dann haben sie wahrhaftig den Teufel im Leib; und ich möchte nicht in Teufels Küche kommen und etwas vom Ass weg zunehmen. Die Tierchen geben eine Art schnarchelendes Fauchen von sich, wenn ihnen etwas nicht passt.
Ein schwarzes pelziges Ding, eine Mischung aus Sau, Katze, Hund und Känguru. Des Weitern waren alle gewöhnlichen Tiere von Australien und Tasmanien zu sehen.
Danach ging die Fahrt weiter zum Freycinet National Park. Der Park liegt an der Ostküste rund 150km nördlich von Hobart.
Die Wolken wurden immer dichter und dunkler, kaum waren wir auf unserem Campingplatz angekommen, hat es angefangen zu regnen. Regen? Wie fühlt sich Regen an? Seit dem Beginn unserer Ferien hat es nun zum ersten Mal am Tag und länger als 5 Minuten geregnet. Diese für uns ungewöhnliche Wetterlage lies uns früh ins Bett gehen.
Jeanine ist inmitten der Nacht aufgewacht und schreite wie am Spiess. Wir stellten fest, dass Zahn 7 und 8 unterwegs sind.
19.5 (ca. 25° C)Wir bleiben zwei Nächte in diesem Nationalpark und haben eine lange Wanderung für diesen Tag vorgenommen. Die Ziele waren die Wineglass Bay und die Hazard Beach. Dieser Rundkurs ist 11km lang und Noah hat diese Berg-Strand-Gebüsch-Wanderung hervorragend gemeistert. Ohne Nörgeln hielt er die ganze Strecke lang durch (Wahrscheinlich mit dem Hintergedanken eine rund 2 m grosse Clown-Glace am Ende der Wanderung zu bekommen). Die Clownglace war nicht ganz so gross, aber er genoss sie umso mehr.
Beide Strände die Wineglass Bay (hat die Form eines Weinglasses) und der Hazard Beach waren traumhaft, türkisfarbenes Wasser und weisser Sand.
Am Ziel angekommen, waren alle, ausser natürlich Jeanine, froh, dass die Wanderung fertig war. Jeanine könnte wahrscheinlich noch Stunden lang wie ein Maharadscha auf dem Rücken des Elfanten (ich) mitreiten.
Es ist ziemlich schwierig die Eindrücke in Worte zu fassen oder die Landschaft zu beschreiben. Entweder ihr geht selber nach Tasmanien oder manche von euch können die Photos, welche wir in dieser Zeit gemacht haben, anschauen.
Wieder gingen wir alle früh ins Bett, heute war es nicht das Wetter (leicht bewölkt), das uns in die Heia brachte, sondern diese Wanderung. Was heisst eigentlich früh oder spät. Die durchschnittliche Aufstehzeit am Morgen ist 7.00 Uhr und die Schlafenszeit für den engeren Vorstand ca. 22.00 Uhr.
20.5 (ca.23° C)Die heutige Fahrt ging vom Freycinet National Park via St.Helens nach Launceston. Entlang der Küste und danach wieder eine Berg- und Talfahrt über Pässe durch kurvige Hügellandschaften. Viele Strassenverläufe gleichen denen der Schweiz (z.B. von Hinterpfupfligen nach Vorderpfupfligen). Was die Australier gerade Strassen bauen, bauen die Tasmanier umso mehr kurvigere Strecken. Insgesamt fuhren wir eine schöne Strecke um Tasmanien in seiner üppigen Herbstbekleidung.
Am Abend kamen wir in Launceston an, die zweit grösste Stadt Tasmaniens (90'000 Einwohner). Die Stadt gilt als Geburtstätte von Melbourne. 1835 wurde entschieden am Yarra River die heute zweitgrösste Metropole Australiens zu gründen.
Heute ist Gründonnerstag und bereits sehr viele Campingplätze ausgebucht. Zu solchen Zeiten ist es von Vorteil die Campingplätze vorzeitig zu reservieren. Dank einer frühzeitigen Reservation von Irene, haben wir einen Platz gekriegt. An Ostern muss hier eine Ausstellung von alten Fahrzeugen sein. Auf unserem Campingplatz sind sicher 30 Roadster und Oltimer mit eigengebauten Anhängern zu sehen. Ein gefundenes Fressen für einige gewissenhafte Polizisten in der Schweiz; um Bussen zu verteilen.
21.5 (ca.23° C)Der Vormittagsausflug führte uns in die Cataract Gorge (Schlucht) in Launceston, wo Irene und Noah einen Einblick auf die Schlucht von einer Sesselbahn her hatten. Jeanine und ich gingen zu Fuss und genossen den Anblick dieses schönen, ruhigen Parks.
Rund 300 Oltimer- und Roadsterfahrer teilten mit uns diesen warmen, sonnigen Morgen. Wie ich erklärt bekommen habe, findet an Ostern eine Veranstaltung in Hobart statt, wo sich rund 400 aufgemotzte, polierte und alte Blechautos treffen. Diese Veranstaltung findet jedes Jahr an Ostern statt.
Für uns ging die Fahrt weiter Richtung Nordwesten zum Hafen, wo wir am Abend auf die Fähre Spirit of Tasmania verschifften, um zurück aufs Festland zukommen.
Unterwegs hielten wir in Chudleigh bei einer Honigfarm und probierten verschiedene Geschmacksrichtungen von Honig aus, Rosen-, Lavendel-, Busch-, Wildblumenhonig und und und.
Nach dieser süssen Abwechslung ging die Fahrt weiter nach Devonport unsere Endstation von unserer Reise in Tasmanien.
Die Fähre hatte rund ¾ Stunden Verspätung, und wir hatten den Hafen unter dem Licht des Vollmondes erst kurz vor 22.00 Uhr verlassen.
Die "Schwalbe" fliegt über den Erie-See, Ich schreibe hier nicht das ganze Gedicht von John Maynard. Wer gerne das Ganze haben moechte soll doch ein E-Mail schreiben. Dieses Gedicht haben wir mindestens 20 Mal auswendig aufgesagt. Die Nacht auf dem Schiff war nicht so dramatisch wie auf der Eriesee. Wir schliefen
„Mal ufe, mal abe, mal links, mal rechts, mal ufe mal abe mal links mal rechts“. Eine unruhigere Rückfahrt als die Hinfahrt. Immerhin ist Noah nicht aus dem Bett gefallen.
Tasmanien
Auf Tasmanien gibt es keine weiten, ausgedörrten Savannenebenen und roten Halbwüsten, die sich bis in alle Himmelsrichtungen ausdehnen. Dort konzentriert sich vielmehr auf einer Fläche (ein bisschen grösser als die Schweiz) ein weites Spektrum sehr unterschiedlicher Landschaftstypen. Die am dichtesten besiedelten Regionen, der Südosten und die Nordküste, werden durch ausgedehnte Felder, Wiesen und Weiden geprägt und erinnern ebenso wie die leicht bewaldeten Midlands zwischen Hobart und Lanceston, ein wenig an die ländliche Schweiz (Appenzell).
Die Küste im Osten mit malerischen Buchten und Stränden sowie imposanten Klippenszenarien ähnelt der irischen, während das zentrale Hochland mit Gletscherseen und Mooren eher skandinavischen Landschaften gleicht. Allein der Südwestteil der Insel, eine fast unberührte Wildnis aus regenwaldüberwucherten Bergen, findet in Europa kein landschaftliches Spiegelbild.
Auch die rund 500'000 Tassies sind anders als die Aussies vom Festland, noch freundlicher und zuvorkommender.
TASMANIEN WIR KOMMEN WIEDER !!!
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