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Picknickplatz mit Aussicht
Picknickplatz mit Aussicht
Moorea
 
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Bild von: Martin & Christa Stäger & Stutz
Reise: Segeln mit MEITLI - von Basel nach Neuseeland
Bericht: Tahitianische Familienmoral

Tahitianische Familienmoral

21.08.2007 23:04:24 (View count: 1761)

Nach einer holprigen aber schnellen Überfahrt von den Tuamotus liefen wir früh morgens bei Flaute und überwältigender Kulisse in Papeete auf Tahiti ein. Um bequem einklarieren zu können machten wir am Stadtquai fest, wo wir uns vom lärmigen Strassenverkehr und der nicht mehr gewohnten Betriebsamkeit der tropischen Kleinstadt etwas überrumpelt fühlten. Bei Kaffee und echten Croissants (!) nach dem Einklarieren konnten wir uns aber gut vom kleinen Kulturschock erholen und es war eine Freude, den Leuten zuzuschauen. In den letzten Wochen waren meist wir diejenigen, die  beobachtet wurden. Spätestens nach dem Schlendern durch die Markthalle mit frischem Gemüse und Früchten fühlten wir uns im Einkaufsparadies, zumal wir wussten, dass es sogar einen grossen Carrefour gibt: die Kreditkartenlimiten bekamen nach Panama erstmals wieder Brisanz!

Anlässlich des Besuchs von Christas Eltern leisteten wir uns einen Mietwagen für die diversen Besorgungen und eine Inselrundfahrt und genossen den Luxus von „festem“ Landzugang in der Marina Taina in vollen Zügen. Ein besonderes Erlebnis war das „Mini Heiva“ im Beachcomber Hotel. Um den 14. Juli finden alljährlich während 3 – 4 Wochen die traditionellen Musik-, Tanz-, Sport- und Gesangswettbewerbe („Heiva“ genannt) in Papeete statt, wo die besten Gruppen und Einzelpersonen von Französisch Polynesien gekürt werden. Die erfolgreichen Darbietungen werden danach an einigen Abenden in der Woche am sogenannten „Mini Heiva“ gezeigt. Als wir da waren traten zuerst zwei Steinheber mit dicken Bäuchen auf. Danach kam eine tolle Darbietung von mehreren jungen (gutaussehenden!) Männern, die mit Fackeln atemberaubend schnell jonglierten. Anschliessend führte eine Tanzgruppe mit Trommel- und Gesangsbegleitung die Geschichte einer Familie auf, wo der Mann sich von einer anderen Frau verführen liess. Zum Schluss stürzte sich die Mutter mit den zwei Kindern von den Klippen, gefolgt vom reuigen Ehemann und die Verführerin wurde von den Mitbewohnern kollektiv hingerichtet. Offenbar hat diese uralte Darbietung ursprünglich dazu gedient, ein vom König erlassenes Verbot des Ehebruchs in der Bevölkerung zu verbreiten. Aufgrund unserer Begegnungen in Polynesien haben wir allerdings nicht den Eindruck, dass dieses Verbot sehr wirksam war. Uns scheint es, als wäre nach wie vor die „Sippe“ wichtiger als die Familie im engeren Sinn, und die Kinder leben nicht selten nicht bei ihren leiblichen, sondern bei gewählten Eltern innerhalb der Grossfamilie (Onkel/Tanten..). Auch hat eine junge Mutter Christa ganz selbstverständlich erklärt, dass es zu ihrem kleinen Mädchen keinen Vater gibt und nie gegeben hat – alles klar?. Schlussendlich sind halt alles Cousinen und Cousins, wenn das nur kein Durcheinander gibt! Die Darbietung war auf jeden fall wunderschön, wenn auch oftmals ziemlich schaurig: anmutige Bewegungen (Hüftschwung und Kniewedeln), ungewohnte, teils schrille Gesänge, häufig wechselnde Rhythmen und tolle Kostüme, die ausschliesslich aus Pflanzen und Muscheln hergestellt wurden. Die Ausdruckskraft der einzelnen Personen war hinreissend, obwohl zu jederzeit mindestens hundert Tänzer auf der Wiese standen. Apropos Wiese: die Umgebung im Palmenpark am Meer und das hervorragende Seafood Buffet und das zauberhafte Dessertbuffet haben natürlich sehr zum guten Ambiente beigetragen.

Nach Tahiti besuchten wir während dreier Wochen die Inseln Moorea, Huahine, Tahaa und Bora Bora. Hier lassen wir die Bilder sprechen…

 

 


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