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Noni Frucht - Energiedrink der Neuzeit - Ua Pou
Noni Frucht - Energiedrink der Neuzeit  - Ua Pou
 
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Bild von: Martin & Christa Stäger & Stutz
Reise: Segeln mit MEITLI - von Basel nach Neuseeland
Bericht: Marquesas Inseln - Ankerplaetze im gruenen Paradies

Marquesas Inseln - Ankerplaetze im gruenen Paradies

27.06.2007 05:10:47 (View count: 1826)

Taiohae, 26.6.07


Hiva-Oa – viel Schwell am Ankerplatz
Obwohl wir in den letzten Segeltagen vor den Marquesas mit den schwachen Winden ziemlich „geprüft“ wurden war’s trotzdem ein eigenartiges Gefühl, als wir am Vorabend vor unserer Ankunft Land erkennen konnten. Noch eigenartiger wurde es am nächsten Morgen, als wir wegen den riesigen Regenwolken noch wenige Meilen vor der Insel nichts ausmachen konnten. Offenbar hatten wir uns in den fast 24 Tagen auf See doch sehr an unser neues Umfeld gewöhnt, sodass unser erster Landgang in Atuona auf Hiva Oa wacklige Beine und gemischte Gefühle hervorrief. Zum Glück hatten wir das feine Frühstück von Bauvier im Magen, als wir ins kleine Dorf fuhren (Bauvier hatte auch noch ein Mietauto organisiert!) um einen Zahnarzttermin zu vereinbaren. Danach lief alles im Eiltempo: Zahnarzt macht Röntgenaufnahme und zweifelt ob Wurzelbehandlung i.O., verschreibt Antibiotika, da ausser Zahnziehen keine Behandlung möglich (ist nur ein Präventionszentrum für Kinder, Besprechung entsprechend kostenlos), Apotheke, Einkaufen, treffen andere Segler, alle beklagen sich über schlechten Ankerplatz (Schwell, Bagger, trübes Wasser…), den Bond, den die meisten Nicht-EU-Bürger zahlen müssen und natürlich über die im Vergleich zu Panama und Galapagos extrem hohen Preise für alles mögliche. Gehen etwas erschlagen zu Fuss zurück zu Boot, kaum angekommen lädt Martin trotz erschlagender Müdigkeit Bauvier auf Bier ein. Machen gleich Abendessen daraus und schwatzen bis spät abends. Frühmorgens am nächsten Tag geht’s auch schon weiter, 08:30 Uhr Präsentation bei Gendarmerie. Kurz angebundener Gendarm will nix wissen von Schengen- und anderen Abkommen und behauptet Schweiz habe gegenüber Frankreich keine Rückführungsgarantie, d.h. Depot in der Höhe des Rückflugtickets muss hinterlegt werden. Rücksprache bei Immigration in Tahiti hilft auch nicht weiter. Gehen auf Bank um Depot zu hinterlegen. Von drei Kreditkarten wird nur eine vom Terminal akzeptiert, also Travellers-check in EURO und USD, Kaution in CFP (Polynesische Währung)… nach ca. zweieinhalb Stunden in der Bank, geschätzten 200 Euro Gebühren, 3'300 Euro Kaution und einer gründlichen Verwirrung betreffend Anwendung der korrekten Wechselkurse der ansonsten äusserst kompetenten und netten Bankangestellten war die Gendarmerie geschlossen! Natürlich war es Freitag und am Samstag die Gendarmerie zwar offen, aber wegen der Nationalen Wahlen doch geschlossen, auf jedenfall keiner da.

Inzwischen Funkruf über Mobilfunk Bauvier, dass irrer Franzose Schiff mitten zwischen den Booten (alle mit Heckanker) ohne Heckanker parkiert hat und sogleich an Land gegangen sei. Sein Boot wäre auf unseres geprallt, wenn es nicht von zwei Nachbarn mit ihren Beibooten davon abgehalten worden wäre. Trotz grober Personenbeschreibung haben wir das Eignerpaar im Dorf schnell gefunden, es hat ja kaum Touristen. Offenbar unberührt von Neuigkeiten stieg der Skipper zu uns ins Auto um zum Ankerplatz zu fahren. Danach stellte er sich so blöd an, dass er es nach einer Stunde Unterstützung durch das halbe Ankerfeld noch immer nicht geschafft hatte, seine Yacht sicher zu verankern. Zur Erleichterung aller entschloss er sich, das Ankerfeld ohne ein Wort des Dankes zu verlassen. Dabei fuhr er so schnell und nahe an unserem Heck vorbei, dass er mit dem Kiel an unserer Heckankerleine hängen blieb – Vollidiot!! Zwei Wochen später las Christa per Zufall in der lokalen Zeitung, dass diese Yacht in den Tuamotus (nächste Inselgruppe) in der Lagune eines Atolls teilweise gesunken sei, nachdem die Yacht in der Nacht bei Schwell auf Drift ging und aufs Riff prallte. Den Insassen sei nichts passiert. Obwohl wir keinerlei Sympathien zu den Eignern haben hat es uns trotzdem ein Bisschen erschüttert. Ob das Boot gut versichert war?

Tahuata - Vier Tage Robinson 
Am Samstag nachmittag fuhren wir in die nahe gelegene Hana Moe Noa Bucht auf der Nachbarinsel Tahuata ohne unsere Einklarierung abgeschlossen zu haben. Das war eine tolle Idee. Nach drei verrückten Tagen ohne Nachschlafen und voller Aufregungen (die beschriebenen Zwischenfälle in der Ankerbucht waren nicht die einzigen) setzten wir Anker in dieser herrlichen, unbewohnten Bucht mit Palmenstrand und ruhigem, kristallklarem Wasser. Nach viel Schlaf erkundeten wir gemächlich den einsamen Palmenstrand. Ein offener einstöckiger Unterstand aus besseren Zeiten, Limonenbäume und ein funktionierender Wasserhahn mit frischem, sauberem Wasser zeugten von der Vergangenheit. Ansonsten hatte sich die Natur die Bucht zurückerobert und man kann sich nur mit Machete ins Inselinnere durchschlagen. Es war traumhaft: wir suchten Muscheln, sahen den Krabben und Fischen in den Tidenbecken zu, kitzelten mit den Kindern der andern Boote die Einsiedlerkrebse, pflückten Limonen, füllten unsere Tanks mit Wasser und sammelten reife Kokosnüsse, die wir anschliessend mit unserer in Atuona gekauften Machete von den Fasern befreiten und assen oder auf dem Boot stapelten. Abends gab’s dann Drinks auf einem der Boote und ausser der Bucht selbst war nie jemand einsam. Vom Dinghiausflug in die bewohnte Nachbarbucht kamen sogar Bananenstauden mit an Bord. Die waren in Atuona komischerweise nicht erhältlich, obwohl an jeder Ecke eine Bananenpalme stand.
 

Ua Pou – grünes Paradies
Obwohl Hiva Oa durchaus eine sehr interessante und beeindruckende Insel ist hatten wir keine Lust nochmals dahin zurückzugehen um unsere Einklarierung abzuschliessen. Zudem wär’s auch nicht sehr angenehm gewesen, da im Kanal zwischen den beiden Inseln mit kräftigem Gegenwind und starker Gegenströmung hätte gerechnet werden müssen. Wir entschlossen uns deshalb über Nacht nach Ua - Pou weiterzusegeln – ein guter Entschluss! Nach einer unruhigen Nacht mit Squalls war die im Morgengrauen auftauchende Insel umso beeindruckender: düstere Felsklippen, grüne Steilhänge, Täler voller Kokospalmen und anderer üppiger Vegetation und zu oberst auf den hohen grünen Bergen schroffe Basalttürme, die wie aufgesetzt in den Himmel ragen. Im Gegensatz zur Landschaft sind die Dorfbewohner sehr sanftmütig und nett. Die äusserst sympathische und kompetente Dame auf der Gendarmerie beim Einklarieren war sich auch sicher, dass wir als Schweizer die Kaution nicht bezahlen müssen und versuchte in Tahiti auf die bilateralen Verträge hinzuweisen, allerdings ohne Erfolg. Egal, wir hatten den Ärger eh schon vergessen gehabt. Auf unsere Frage nach einem Gemüse-/Obstmarkt lachte sie und meinte, wir sollen einfach klopfen, wenn wir was sähen was wir brauchen, die Leute würden uns bestimmt was geben. Sie hätte leider im Moment kein Dienstfahrzeug, sonst würde sie uns Mangos aus ihrem Garten geben, es hätte eh viel mehr, als die Leute essen könnten und Markt gäbe es keinen. Und so war es auch tatsächlich. Ein Spaziergang durchs Dorf war wie ein Spaziergang durchs Treibhaus. Ueberall Früchte an den Bäumen und Sträuchern, dazwischen Schweine, Hühner, Hunde und mittendrin Leute, vor allem Kinder, die sich genüsslich die Zeit zu vertreiben scheinen. Man hat immer das Gefühl, es wäre Sonntag. Womit sie das Geld verdienen um sich die schicken Pickup-Trucks und die teuren Importgüter in den Läden kaufen zu können bleibt uns noch immer verschlossen.

Auf einem dieser Spaziergänge fragten wir bei einem Haus mit vielen Bäumen im Garten ob wir Grapefruits kaufen könnten. William, der Besitzer, er war gerade beim Wäsche hängen währenddem seine Frau auf dem Bett lag, hat sich zuerst entschuldigt, weil er erst gerade die Aranui (Fracht- und Personenschiff) mit Früchten beliefert habe und deshalb nicht so viele ganz reife Früchte hätte. Danach hat er uns mind. 10 riesige Pomelos, Mangos, Orangen, Peperoni… geholt und wollte uns auch noch eine Bananenstaude mitgeben. Die hätten wir aber definitiv nicht mehr tragen können und lehnten dankend ab. Nach einem kurzen, herzlichen Gespräch und einigen Fragen über die Schweiz wollten wir bezahlen, aber er wollte nichts davon wissen. Wir sollen an ihn und Ua Pou als kleines Paradies zurückdenken, sagte er. Wir hätten es ohnedies getan!

Nuku Hiva – zurück in der Fahrtenseglergemeinde
Nachdem wir in Ua Pou mit Bauvier und einem dritten, uns nicht bekannten Boot in der Bucht lagen sind wir hier in Nuku Hiva wieder zurück im grossen Pulk. Die meisten der uns von Galapagos bekannten Boote haben sich hier wiedergefunden, proviantieren die Boote für einen Monat ohne Frischwaren in den Tuamotus und nutzen, wie wir, die seltene Chance das Internet benützen zu können. Für Landausflüge wird uns vermutlich nicht viel Zeit bleiben, da wir mal wieder das Boot auf Vordermann bringen müssen um Ende Woche abzulegen in Richtung Raroia, Tuamotus, sofern das Wetter stimmt. Zu unserem Glück hat Bernd (unsere Crewverstärkung von Galapagos bis Marquesas) den halben Meter hohen Schlamm und die Entenmuscheln von der Bordwand gekratzt, die sich unter Fahrt seit Galapagos gebildet hatten: ein ganzer Tag harte Arbeit! Daneben bleibt selbstverständlich Zeit für Sundowner mit anderen Booten in einer sehr schönen Szenerie. Niemand braucht also Mitleid zu haben.


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