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Luege, lose, laufe, Villanil, Isabela, Galapagos
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Bild von: Martin & Christa Stäger & Stutz
Reise: Segeln mit MEITLI - von Basel nach Neuseeland
Bericht: Galapagos 2, Blaufusstoelpel, Hammerhai und Iguanas

Galapagos 2, Blaufusstoelpel, Hammerhai und Iguanas

26.06.2007 03:48:48 (View count: 1652)

 Taiohae, 25.6.07

Wir verbrachten 20 Tage auf den Galapagos Inseln. Neben den technischen Pendenzen blieb uns genügend Zeit, die Inseln mit ihrer besonderen Flora und Fauna zu bestaunen. Von Puerto Ayora aus buchten wir Tagesausflüge nach North Seymour, Bartholome, ins Hochland von Santa Cruz und Tauchgänge auf Floreana und Mosquera. 2 Tage vor der Überseglung zu den Marquesas Inseln gingen wir noch in der Bucht von Villamil auf Isabela vor Anker.

North Seymour
Die kleine flache Insel nördlich von Santa Cruz wartet mit eindrücklicher Tierwelt auf. Mit dem Bus gings morgens um acht los von der Muelle Municipal. Quer über die Insel. Die Strasse, schnurgerade und genau 47km lang, führt an die Nordspitze Santa Cruz’ an den Kanal auf deren anderer Seite die Insel Baltra mit dem Flugplatz liegt. Da bestiegen wir das Ausflugsboot Santa Fe. Ein wahres Familienunternehmen. Brüder, Söhne, Neffen arbeiten als Kapitän, Matrose, Beibootführer, Koch und Reiseleiter, da es Samsatg war, durfte der Bub noch mit. Touristen waren wir deren vier, weil eine Schulklasse aus Quito wegen Grippe Epidemie nicht angereist war. So hatten wir das Gefühl Eigner einer grossen Yacht zu sein… Auf North Seymour bestaunten wir die Seelöwen, Fregattvögel, Blaufusstölpel, Langleguane, Lavaechsen und die eigenartige Vegetation aus Feigenkakteen mit Stamm (Baumopuntien), Balsambäumen und Salzbüschen. Ein junger Seelöwe mit flauschig weichem Fell beschnupperte uns auf dem Weg zu den brütenden und balzenden Fregattvögeln und Blaufusstölpel. Tiere von so nah zu betrachten und zu beobachten ist schon speziell – die kennen wahrlich keine Scheu. Hocken auf Ihren Nestern mit Eiern und Küken und machen keinen Wank, wenn man zwei Meter vor Ihnen Fotos macht. In der Bucht schwimmen Weisspitzenhaie und der Seelöwenbulle bewacht seine Kolonie.
Zurück auf dem Schiff wurde Mittagessen serviert. Fisch mit Reis und Salat aus der Bordküche. Den Nachmittag verbrachten wir an einem Strand von Santa Cruz beim Schnorcheln mit Meeresschildkröten, Weissspitzenhaien und Schwärmen von Doktorfischen. Das Wasser ist kalt, wir waren froh unsere Wetsuits mitzuhaben.

Bartholomé
Das Wassertaxi holte uns am frühen morgen auf MEITLI ab, es war noch dunkel. Wiederum fuhren wir mit dem Bus an die Nordseite der Insel, von da aus mit einem (anderen) Schiff übers Meer Richtung Bartholemé, einer kleinen vulkanischen Insel, die der grossen Insel Santiago vorgelagert ist. Wegen der frühen Morgenstunde gab es Frühstück auf dem Schiff. Nach 2-3 Stunden Fahrt gingen wir vor Bartholomé vor Anker, mit dem Beiboot wurden wir an Land gebracht, wir waren nicht die einzigen. Schwarze Meeresechsen sonnten sich auf dem Stein an dem wir anlandeten. Es folgte der Aufstieg auf die Spitze des kegelförmigen Hügels, der aus vulkanischer Asche und Tuffgestein besteht. Die Insel ist mit etwas mehr als einem Quadratkilometer winzig klein, offeriert dem Besucher jedoch eine Vielzahl an verschiedenen Lavaformationen, Mondlandschaften und Zeugnisse vulkanischer Aktivität. Die karge Vegetation wirkt sehr fotogen, der Ausblick von der Spitze über die Bucht und Teile der Insel Santiago lässt einen erahnen wie die Galapagos Inseln nach der Entstehung ausgesehen haben mögen. Man blickt auf ein Landschaft, die zum Teil erst vor hundert Jahren gebildet wurde! Unser Naturista (offizieler Naturreiseführer), Cheche, wusste natürlich viel Interessantes zu erzählen – ausserdem war er der Ehemann von Martins Zahnärztin - welch ein Zufall.
Den Nachmittag verbrachten wir wieder beim Schnorcheln in der Bucht von Bartholomé, Weissspitzen Hai, kleine Galapagospinguine, Bleistiftseeigel, grosse Schulen von Korallenfischen. Eine andere Welt als Tauchen in der Karibik.
Auf der Rückfahrt konnten wir springende Mantarochen beobachten. Die Riesenviecher springen ein paar Meter aus dem Wasser, machen Rollen und Saltos, man traut seinen Augen nicht. Offenbar um sich beim Aufprall aufs Wasser von Parasitärem Getier, Fischen zu reinigen. Wiederum ein gelungener Ausflug.

Tauchen vor Floreana und vor Mosquera
Zwei Tage widmeten wir der Unterwasserwelt. Als Tauchnovizen wussten wir nicht was uns in dem kalten Wasser, oft mit viel Strömung und nicht immer mit guter Sicht, erwartet. Die professionellen „Divemaster“ hatten jedoch alles im Griff. Die 7mm dicken Neoprenanzüge, Haube, Schuhe und Flossen wurden am Vorabend anprobiert und passten wie angegossen. Die „Neulinge“ im Galapagostauchen mit dicken Anzügen mussten sich zuerst dem Gewichtscheck unterziehen, die Strömungsverhältnisse wurden vor jedem Tauchgang seriös geprüft. Der Capitan des Tauchbootes hatte die Gruppe jederzeit im Auge und folgte den Blasen um jeden aufzufischen, der auftauchte.
Vor Floreana (Enderby) machten wir einen Blauwassertauchgang in starker Strömung, neben Thunfischschwärmen, Wasserschildkröten sahen wir riesige Fischschulen, leider hatten wir kein Glück, einen Hai oder einen Mantarochen, oder sogar einen Walhai zu sehen. Der zweite Tauchgang war ein „Driftdive“ entlang dem Felsen Champion. Eine steil abfallende Wand mit Einbuchtungen und Höhlen bot eine besondere Szenerie. 7 Weissspitzenhaie verkrochen sich in einer der Höhlen, sie liessen sich durch uns nicht in ihrer Ruhephase stören. Seelöwen schwammen die ganze Zeit mit uns. Tollten der Wand entlang rauf und runter und bissen übermütig in die Flossen von uns Tauchern. Berauschend, welche Neugier und Lebensfreude diese Tiere demonstrieren.
Ein paar Tage später machten wir zwei Tauchgänge vor der flachen Insel Mosquera. Highlights waren die Galapagos Meeraale. Zu tausenden strecken sie ihre Köpfe aus ihrem Loch im Sand. Sie ernähren sich so von Plankton. Man schwimmt wie über einen Wald aus Gummispazierstöcken, der sich im Schwell wiegt. Zweimal begegnete uns ein Hammerhai, desinteressiert – für uns eindrücklich - passierte er unter uns durch. Wiederum Seelöwen, Wasserschildkröten und das faszinierende Verhalten von Fischschwärmen – unter anderem Gelbflossen Thune und Barracudas.

Santa Cruz
Santa Cruz bot uns die Möglichkeit einiges auf eigene Faust zu unternehmen. Morgendlicher Spaziergang an die Tortuga Bay: Gespenster Krabben Kolonien, „surfende“ Seelöwen, Meerechsen, Weisspitzenhaie im Seichten Wasser, Mangrovenwälder, Darwinfinken. Spaziergang am Nachmittag zu den „Las Grietas“, Risse im Lavafelsengelände, sie sich mit Süsswasser gefüllt haben und wo sich am Nachmittag die Kinder vergnügen. Die Charles Darwin Stiftung, mit Schildkrötenzuchtprogramm und interessanten Ausstellungen und Informationen.
Zusammen mit Ted und Nancy von der auzstralischen Yacht Blackwattle besuchten wir das Hochland. Karin, unsere Führerin, erklärte uns Vegetation, Geologie und Fauna: Rubintyrannen, Darwinfinken, Sesuvien, Galapagos Riesenschildkröten, begehbarer Lavatunnel. Die Natur ist bedroht durch ausgewilderte Guyavebäume, Passionsfruchtsträucher und Brombeeren. Uns haben die Maracuyas allerdings sehr geschmeckt und wir haben noch Wochen spaeter von den gesammelten Fruechten gegessen.

Isabela
Vor unserem Transpazifik-Schlag wollten wir noch Isabela besuchen, die grösste der Galapagos Inseln, 4588 Quadratkilometer. Wir ankerten in der Bucht von Villamil. Pinguine, Seelöwen, Haie, Rochen schwammen im Wasser um unser Schiff herum, surreale Stimmung mit der Brandung, den kreisenden Fregattvögeln und sturztauchenden Blaufusstölpeln und Pelikanen. Wir nahmen Teil an einer Exkursion per Pferd auf den Vulkan Sierra Negra. Teilnehmer waren Fahrtensegler aus aller Welt: aus Belgien, Australien, Neuseeland, England, Holland, einige mit Kindern. Riesiger Schwarzer Krater – einer der grössten der Welt. Ein „Ableger“, Vulkan Chico, wartete mit Mondlandschaften sondergleichen auf. Junge Lavalandschaft hat sich auf alter gebildet. Scharfe Grenzen zeigen den Übergang, Vegetation mit Kakteen, endemischen Büschen und leider zu oft Guyavesträuchern auf dem älteren Gelände. Die neue Lava dagegen ist öd, leer und ohne Leben. Dafür umso interessanter mit Lavakanälen, Haaren aus Lava, spitzigem glitzerndem Gestein, rotgefärbten Schlünden, die noch nach Schwefel riechen und die Luft warm austritt.
Ein gelungener Abschluss unseres Galapagos Besuches.

Wir hätten noch tagelang Inseln besuchen können, Tiere beobachten können. Auf uns wartete jedoch der Pazifk, 3000 Seemeilen Segeln und die Südsee!


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