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Verdientes Bier am Ankerplatz in Puerto Ayora auf Santa Cruz
Verdientes Bier am Ankerplatz in Puerto Ayora auf Santa Cruz
 
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Bild von: Martin & Christa Stäger & Stutz
Reise: Segeln mit MEITLI - von Basel nach Neuseeland
Bericht: Panama nach Galapagos - 1000 Seemeilen die es in sich haben!

Panama nach Galapagos - 1000 Seemeilen die es in sich haben!

04.05.2007 21:15:14 (View count: 2028)

Puerto Ayora, 2.5.2007

Die letzten Tage in Panama City waren wiederum dem Proviantieren reserviert. Wir besuchten den städtischen Markt. Der Mercado ist so gross, dass man mit dem Auto durchfährt, bei den Melonen hält, bei den Bananen, beim Gemüse, bei den Orangen, bei den Ananas. Ein Sack Orangen à 100 Stück, ein Sack Grapefruit à 50 Stück, Bananen an der Staude. Die Bauern und Händler fahren mit Lastwagen vor und verkaufen die Ware direkt ab Ladebrücke. Der Aufwand lohnt, ist es doch um Faktoren günstiger als im Supermarkt, der verglichen mit Europäischen Verhältnissen auch schon günstig ist. 20 Mango für 1US$, 100 Orangen für 4 US$, eine Staude Babybananen für 70 Cent.
Wasser und Diesel tankten wir per Kanister und karrten es mit dem Dinghi aufs Schiff. Trinkwasser besorgten wir uns von einer Wasserfabrik – bester Preis. Geronimo, unser Panamesischer Driver, wusste immer wieder gute Tips, wo was günstig zu kriegen war, natürlich verhinderte er auch, dass wir über den Tisch gezogen wurden bei den Preisen.
Wir legten am 17. April ab Richtung Las Perlas Inseln, die ca. 30 Seemeilen südöstlich vor Panama liegen. Lorenz und Vally haben extra ihren Flug verschoben, damit sie uns noch auf Contadora – die Insel mit der kleinen Flugpiste – begleiten konnten. Unterwegs trafen wir auf Seevögel zu Tausenden: Pelikane, Tölpel, Fregattvögel, Seeschwalben. Pelikane zogen dicht am Schiff vorbei, manchmal 50 an der Zahl, in einer Reihe hintereinander, äquidistant.
Wir genossen 3 Tage vor Anker in Contadora und verabschiedeten schliesslich unsere Gäste, die zurück in die Schweiz reisten. Zusammen mit einem Australischen und einem Belgischen Boot besuchten wir schliesslich noch die Insel San José ganz im Süden. Sie ist fast menschenleer, üppig mit Urwald bewachsen, hat einsamste palmenbesäumte Sandstrände und eine artenreiche Fauna.

Die beiden andern Boote wollten noch etwas bleiben, wir aber legten am 21. April ab Richtung Galapagos, ca. 900 Seemeilen entfernt. Es regnete in Strömen, doch nach 2 Stunden klarte es Richtung Süden auf. Delphine zu hunderten begleiteten uns während über einer Stunde. Sie spielten vor Meitli’s Bug, vollführten Luftsprünge 2 Meter aus dem Wasser und hatten eine helle Freude, wie wir auch. Die ersten beiden Tage mangels Wind unter Motor, fürchterlich, dauernd der Lärmpegel. Auf der Nachtwache machte sich plötzlich der Autopilot bemerkbar – LOW VOLTAGE Alarm. Denkste. Zu hohe Spannung hatten wir, die Batterien kochten bereits, an den Polen hatten wir fast 16 Volt gemessen! Ausserdem entdeckten wir einen Kühlwasserschlauch der kollabiert war und den Querschnitt verengte. Wir dümpelten also eine Nacht dahin, der Südstrom versetzte uns immerhin ca. 12 Seemeilen in die richtige Richtung. Am nächsten Morgen ging es an’s Werk: Martin ging Tauchen, um den Kühlwassereintritt zu kontrollieren, da wir vermuteten irgendetwas blockiere. Das Meer war voll von Quallen verschiedenster Arten. Wir holten zuerst ein paar der Tiere mit einem Eimer an Bord, um deren nesselnde Wirkung zu prüfen. Überzeugt, dass nichts passiert ging Martin ins Wasser. Beeindruckend diese Abertausende von Quallen – wie die Szene in „Finding Nemo“. Leider war der Kühlwassereintritt frei, also nicht die Ursache. Nach vielen weiteren Investigationen im Schiffsinneren erkannte Christa den Schlauch selbst als den Grund des Übels, er war wohl weich geworden durch Zeit und Wärme. Wir ersetzten ihn mit einem neuen Stück – es war unser Einziges! Den Rest des Tages widmeten wir dem Alternator und dem Laderegler – schliesslich wurde auch der Generator ersetzt. Irgendwie hatten wir intuitiv in St.Maarten einen Ersatz gekauft – hatten wir doch überlegt, was passiert, wenn er im Pazifik hopps geht… Nach Sonnenuntergang lief der Motor wieder wie neu und wir konnten unsere „Motorfahrt“ fortsetzen.

In der Nacht dann ringsherum Wetterleuchten, Blitze überall, der Himmel rabenschwarz. Am nächsten morgen konnten wir erstmals Segel setzen und es begann eine Fahrt hart am Wind – meist gerefft, damit nicht zu viel Lage. Der Wind aus Süd, unser Kurs Südwest. Manchmal mussten wir wieder einige Stunden Motoren, wenn der Wind auf die Nase drehte, oder den Bug wechseln, wenn wir zu weit Richtung Westen abdrifteten. Eine mühselige Angelegenheit, aber wir waren darauf vorbereitet. Der Wind drehte am siebten Tag nach SSE, dann nach SE. Gleichzeitig wurde es kühl, in der Nacht richtig kalt. Der Humboldtstrom hatte eingesetzt. Das Wasser nicht mehr als 20 Grad, Duschen fast wie im Gletscherwasser.

Der Humboldtstrom kommt aus dem südlichen Meer, entlang der Westküste Südamerikas, er ist sehr nährstoffreich. Das haben wohl auch die Wale gemerkt, die wir innerhalb 24 Stunden 3 mal zu Gesicht bekamen. Zweimal dümpelnde Grindwale, etwa im Dutzend. Sie liessen sich nicht stören. Kurz vor Mitternacht dann irgendwas (oder zwei) sehr grosses, ebenfalls "schlafend"/dümpelnd ca. 10m neben dem Schiff. Zwei Mal hat der Wal geblasen, deutlich sichtbarer dunkler Riesenrücken, ca. 2m hohe Luft/Wasserdampf Fontäne. Später nochmals direkt vor dem Bug, ein grosser Körper unter Wasser und ein Grunzen oder Röhren wie ein Hirsch oder Ochs. Wir sind erschrocken und haben sofort den Motor gestartet, damit die Kerle - man weiss ja nicht wie viele es noch sind - aufwachen. Gut möglich, dass es Pottwale waren (Blasfontänenform, Schlafverhalten, Verbreitungsgebiet, Wassertiefe etc.), aber auch Buckelwale, Sei- und Finwale, oder - etwas weniger wahrscheinlich - Blauwale, kommen in Frage.

Der Aufregung genug, erreichten wir am 30. April die Galapagos Inseln. Das Wasser ruhig wie Öl – wieder kein Wind. Seehunde, Delphine, Wasserschildkröten, Tölpel: sie alle „begrüssten“ uns, als wir zwischen den Insel durch Richtung Puerto Ayora fuhren. Bald erreichten wir die Bucht und setzten Bug und Heckanker, damit MEITLI mit der Nase immer im Schwell steht.


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