| Gallery Schnecke vom Ankergrund vor Cooper Island Britische Virgin Islands: Charterjachten, Propangas und „Magic Man" 11.04.2007 16:39:08 (View count: 2173) Panama City, 8.4.07 Wir verbrachten 4 Wochen auf den Britischen Jungferninseln. Bekannt als DIE Charter Region für Segelschiffchen, fühlt man sich als „Fahrtensegler" fast ein bisschen einsam. Man ist der einzige der ankert – die andern nehmen Mooringbojen. Man kann mehr als eine Nacht in der gleichen Bucht bleiben – die andern segeln ihr Programm ab. Man findet kaum Platz in einer Marina am Wochenende – dann sind die Charteryachetn da. Wir genossen die „Einsamkeit" in vollen Zügen. Schnorchelten an allen guten Punkten, machten unser PADI Tauchbrevet, badeten in den „Baths", assen Anegada Lobster vom Grill, tranken Bier und Rum bei Pusser’s. Folgende Episoden seien besonders erwähnt: Wir motorten eines schönen Tages bei absoluter Flaute und spiegelglatter See zur Insel Anegada. Man konnte vom fahrenden Schiff aus auf zwanzig (!) Meter den Grund sehen, sogar Stechrochen. Wir angelten zwei Barracudas, die wir aber wieder in die Freiheit entliessen. Schliesslich gingen wir innerhalb des Riffs vor Anegada vor Anker. Der Grund miserabler Korallensand der wenig Halt bietet und brüchig ist, sodass wir mit ungutem Gefühl schlafen gingen. In der Nacht Gewitterböen, Regeschauer. Unser MEITLI schwojte hin und her und zerrte an der Ankerkette – der Anker hielt. Nicht jedoch der zweier unserer Nachbarn. Sie hatten schon Motor an und „irrten" morgens um 3h durchs Anker- und Bojenfeld. Natürlich war an Schlaf nicht mehr zu denken. Was ist, wenn auch der vor uns auf Drift geht? Was ist, wenn im Regenströmen und uns bei Starkwind die motorende Charteryacht touchiert? Wir verlegten den Schlafplatz ins Cockpit, schliefen abwechselnd im Halbstundentakt bis der Morgen graute. Schliesslich segelten wir am nächsten Tag bei strömendem Regen zurück nach Virgin Gorda, gekrönt vom Besuch eines einsamen Delfins. Wir haben eine Propangasflasche aus der Schweiz – eine für uns normale Flasche, wie sie unter jedem Gasgrill zu finden ist - 5kg. Propan gibt es auf der ganzen Welt, natürlich auch auf Tortola, der Hauptinsel der BVI. Unsere Flasche war leer und so mussten wir sie füllen lassen. Die erste Station war das Büro des kleinen Hafens von Nanny Cay: neben fehlender Motivation des Personals, fehlte auch die Möglichkeit Gasflaschen füllen zu lassen. Zweite Station: Charterbasis von HORIZON: Kein Problem, sie würden es für uns machen. Martin schleppte den Zylinder an. Kopfschütteln jedoch als sie den Anschlussstutzen sehen. Nicht möglich, seltsames Gewinde, aber bei Shell in Road Town würden sie alles füllen können. Wir haben damit gerechnet, steht doch gross „SHELL Schweiz" drauf. Da Martin am Nachmittag sowieso Besorgungen fürs MEITLI machen musste, konnte er die Flasche ja gleich mitnehmen, also hinten rein ins Taxi. Zum Glück bietet der Schiffszubehörhändler Ramiz (ein Libanese) den Service an Gasflaschen für seine Kunden füllen zu lassen. So blieb die Flasche über Nacht bei ihm, was uns den Gang zu Shell ersparte. Zu unserer Verwunderung waren am nächsten Tag alle Flaschen zurück vom Füllen, auch unsere. Leider leer. Shell hätte keine Idee wie sie diese Flasche füllen könnten, sie hätten keine Adapter. Ramiz meinte aber, er sei im Kontakt mit einem „Local, who can do magic", der jegliche Flaschen füllen könne. Sie hätten ihn schon drei Mal angerufen, leider sei er nicht so zuverlässig und er wisse nicht wann der sich zurückmeldet. Abgesehen von der höchstwahrscheinlich an Kriminalität grenzenden Methode des „Magic Man" erschien uns die Chance in nützlicher Frist Propan zu kriegen äusserst klein. Wir packten die Flasche wieder ein – nicht ohne mit einer Flasche amerikanischen Standards zu liebäugeln. Am Tag der grossen Proviantierung (Freitag), dann der Gang zur Eisenwarenhandlung: die haben bestimmt Fittings und Adapter, so hat man uns zumindest gesagt. Der Verkäufer winkte schon durch die halb geöffnete Eingangstür ab (natürlich versichert sich der erfahrene Segler mindestens drei Mal, dass dem so ist…), sodass Martin schliesslich mit der Flasche wieder kehrt um machte und den Zylinder durch halb Roadtown spazieren führte. Die nächste Chance: Eine gewöhnlich Shell Tankstelle. Wieder äusserst motiviertes Personal – wie können die nur schlafend Antwort geben? Dann der Gang ins Büro zur Chefin, die gerade dabei war die Bürogehilfen lauthals zu belehren. Martin musste also zuerst warten bis dies erfolgt war. „No Problem" meinte die Lady, lassen sie die Flasche einfach da. Nachmittags um 14h sei sie gefüllt – ob hier „Magic Man" wohnt? Jetzt wird’s kompliziert: ORIGINAL |