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Aufenthaltssaal des Nationaltheaters
Aufenthaltssaal des Nationaltheaters
In diesem schoenen Saal treffen sich die Besucher des Nationaltheaters in der Pause zum Glas Champagner.
 
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Bild von: Markus Augstburger
Reise: Costa Rica
Bericht: San José - Tortuguero (1. Teil)

San José - Tortuguero (1. Teil)

11.04.2007 05:02:31 (View count: 1691)

Der laengste Tag

Man sagt immer wieder der Tag habe 24 Stunden. Dies trifft nur meistens zu. Es gibt eine Ausnahme fuer diejenigen Reisenden, welche die Zeitzonen durchschreiten. Denn mein heutiger Ostermontag soll gerade mal schoene 32 Stunden haben. Und als ob das nicht schon genug waere beginnt er auch schon um 03:45 Uhr. Denn der Flug der mich in meine Ferien fliegt verlaesst den Flughafen Genf bereits nach acht Uhr morgens. So bleibt mir nichts anderes uebrig, als fruehmorgens in Bern einmal nicht zu den Spaetheimkehrenden zu gehoeren, dich auch noch auf der Strasse sind sondern zu den Fruehaufstehenden.

Der Flug mit Iberia gestaltet sich ganz angenehm. Die Reise fuehrt mich via Madrid nach San José in Costa Rica. Der 10-stuendige Flug ist eigentlich nicht sehr lange und trotzdem ist der Tagesflug so ganz ohne Unterhaltung an Bord nicht gerade kurzweilig. Ob wohl die vergessenen Kopfhoerer schuld sind, dass wir an Bord keine Filme gezeigt kriegen und folglich auch keine Musikkanaele hoeren?

Auch nach Ankunft in San José werden wir noch einmal auf eine Geduldsprobe gestellt. Als etwa die Haelfte der wartenden Menschenschlange nach einer Stunde die Einreise (formalitaeten) hinter sich gebracht hat, steigen die Computer aus. Es bleibt fuer die naechste Stunde ein Achselzucken bei der Einreisebehoerde bis jemand dem Zuestaendigen eine Information abverlangt und auch noch lauthalz zu erklaeren gibt, dass man frueher auch ohne Computer in ein Land einreisen konnte. Und prompt oeffnen sich die Schalter der Immigration wieder. Ich bin froh, so endet mein Tag doch nach 32 Stunden in einem wohlverdienten weichen Bett.

Was gibt es in San José

Fuer die Ankunft in Costa Rica hatte ich einen Tag in San José sprich Laerm und Gestank geplant, bevor ich mich der schoenen Natur des Landes zuwende. Beginnen tue ich den Tag mit einem tropischen Fruehstueck oder genauer mit einem Fruehstueck und frischen tropischen Fruechten und Fruchtsaeften. Mit dieser Grundlage kann ich mich auf einen ausgedehnten Stadtrundgang machen. Zuerst wie koennte es anders sein besuche ich das Stadium der ersten Fussbalmannschaft Costa Ricas das Estadio Nacional das in einem grossen gruenen Park im Westen der Stadt untergebracht ist. Nun ja, es ist sicherlich zweckdientlich doch vergleichbar mit dem Stade de Suisse ist es nicht. Der Spaziergang bringt mich zurueck in die Innenstadt vorbei an diversen Museen, historischen Gebauden und der Fussgaengerzone der Innenstadt.

Etwas laenger verbleibe ich auf einem angenehmen Sessel in einer Loge des Nationaltheaters des Teatro Nacional und lausche der Probe des Pianisten. Dabei bewundere ich die wunderbare Einrichtung dieses Gebaeudes. Zeit zum Mittagessen in einem Schuppen wie ihn die Ticos (so nennen sich die Leute aus Costa Rica) aufsuchen. Fuer drei Dollar gibt es ein Reisgericht mit Fleisch, Dessert  und dazu einen frischen Ananassaft. Der Verkehr in der Stadt ist gross und die Leute sind schnell unterwegs nur gerade in einen der zahlreichen Parks kriegt man etwas mehr Ruhe. So setze ich mich dann ab und zu und sehe den Leuten zu. Ein feines Abendessen, es gibt Fisch, dies kostet mich dann schon etwas mehr und ich lege mich schlafen fuer den morgigen Tag der auch wieder frueh beginnt.

Im Regenwald - Tortuguero Nationalpark

Die naechsten Tage werde ich auf dieser Tour verbringen:

Alles beginnt mit einem guten Fruehstueck auf dem Weg in den Tortuguero Nationalpark, naemlich Reis und roten Bohnen ... keine Angst, es gab auch Butter, Toast und Kaffee sowie jeweils frische tropische Fruechte. Costa Rica waere bei uns nicht so bekannt, gaebe es keine Bananen. Tatsaechlich erstrecken sich die Bananenplantagen ueber eine halbe Stunde entlang der Strecke. Nur so aus Neugier machen wir einen Halt bei einer Packerei wo die Bananenstruenke zerkleinert, gewaschen und fuer den Transport verpackt werden. Hoechst interessant!

Wir sind beim Kanal angelangt. Von da aus geht es mit dem Schiff weiter. Denn der Nationalpark kann nur mit dem Boot erkundet werden. Die ersten Kilometer gehoeren eigentlich noch nicht zum Park, doch bereits da halten wir mehrmals an und entdecken verschiedene Tiere. Fuer zwei Tagen kommen wir in der Evergreen-Lodge unter. Dies ist eine ganz angenehme Unterkunft mit kleinen Huetten im Urwald. Ich habe eine kleine Cottage ganz fuer mich alleine.

Nachmittag gilt es ernst; auf der ersten Safari fahren wir mit dem kleinen Boot und einem Parkfuehrer durch die Wildnis. Von verschiedensten Voegel in den Baumwipfeln ueber Otter, Caiman (kleine Krokodile), Affen, Schlangen bis zu Eidechsen und Kroeten entdecken wir die ganze Fauna dieser Region. Doch nicht nur die Tierwelt gibt zum Staunen Anlass. Die ganze landschaftliche Kulisse ist einfach einmalig. Wir fahren durch enge Kanaele mitten im Dschungel. Rechts und Links scheinbar undurchdringbarer gruener Regenwald. Die Nachmittagssonne sorgt dafuer dass es schwuel-heiss ist. Und immer wieder diese Geraeusche aus dem saftigen Gruen.

Nach der Rueckkehr von der Safari kuehlen wir uns im hauseigenen Swimmingpool ab. Dazu ein kuehles Bier und bereits ist der verwoehnte Schweizer nach den Strapazen des Tages zufrieden. Die Evergreen-Lodge kann ich wirklich empfehlen. Nicht nur die Atmosphaere ist gut sondern auch die drei Mahlzeiten sowie die Infrastruktur. Die Cottages sind sauber und gepflegt und das Personal freundlich. Eine Nacht mitten im Regenwald zu verbringen hat etwas in sich. Der Regen klatscht aufs Dach, die Geraeusche des Waldes und im speziellen der Tiere hoert man ansonsten ist Totenstille. Ich schlafe wunderbar.

Nebst einer weiteren Safari durch die engsten Kanaele des Nationalparks verbringen wir heute noch in den Baumgipfeln. In Costa Rica heisst dieser Sport "Canopy". Darunter kann man sich folgendes vorstellen. Es ist ein Stahlseil vom einen Baum zu einem anderen gespannt; meist ueber eine groessere Distanz. Die Person gesichert an einer Rolle haengend schwebt dann von Baum zu Baum. Ganz schoen geile Sache ... sofern es auch etwas schneller geht. Im Militaer gaebe es dieses Training umsonst, hier zahlen die Leute eine Stange Geld dafuer ... smile.

Am letzten Tag gibt es neben einer weiteren Kanalfahrt und einen Besuch im Dorf Tortuguero auch noch einen Spaziergang durch den Regenwald. Dort sehen wir den Blattschneider-Ameisen fuer eine Weile zu, entdecken Spinnen so gross wie eine Kaffeeuntertasse und treffen auf eine hochgiftige Schlange. Auch die Muecken fressen uns beinahe auf. Jedenfalls war die ganze Tour eine anstrengende aber auch faszinierende und lohnenswerte Sache. Froh koennen wir in San Jose mit Internetanschluss und warmer Dusche wieder ein Hauch Zivilisation schnuppern.


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