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KONTRAST I: die einen leben einfach...
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Bild von: Martin & Christa Stäger & Stutz
Reise: Segeln mit MEITLI - von Basel nach Neuseeland
Bericht: Antigua, Februar 07: „Where is your captain?“

Antigua, Februar 07: „Where is your captain?“

03.03.2007 23:47:17 (View count: 1527)

Nanny Cay, Tortola, British Virgin Islands, 3.3.07


Wenn man von Süden her Antigua erreicht, hat man in der Regel die Wahl zwischen zwei Ankerbuchten: Falmouth Harbour und English Harbour. Nach langem hin und her haben wir uns schliesslich für den zweiten entschieden, es hat sich gelohnt! Obwohl ziemlich voll mit Segelyachten und trotz der Berühmtheit des Naturhafens war es ruhig und schön. English Harbour ist schon fast ein britisches Heiligtum – obwohl Antiguanischer Nationalpark: Nelson hat hier seine „Stifti“ gemacht. Die ehemaligen Flottenbasis ist heute restauriert und am Tag von “Land-Touristen“ geflutet, am Abend ruhig, in der Bucht Meeresschildkröten und Pelikane – am Wochenende Steelband-Sound und Reggae-music von den Hügeln.

 

Hier wollten wir uns um den halbtoten Autopiloten kümmern. Aus dem wurde nichts. Der eine Marineelektroniker ist nicht aufgetaucht, der andere hatte keine Zeit und Ersatzteile für unser Steinzeitmodell gibt es auch keine mehr. Also haben wir kurzerhand in St.Maarten einen Ersatz-Computer und ein neues Bedienteil bestellt, bis dahin mussten wir also von Hand steuern.

Einklarieren war auch wieder ein Erlebnis, weil wir es gewagt haben Christa zur Immigration und zum Zoll zu schicken. „Where is your captain?“ war die Frage des schnautzig autoritären Antiguaners. „I’m the captain“ die Antwort der Kapitänin. Belehrung von A-Z für den Captain …Die Kalkulation der Gebühren absolut unverständlich – hält wohl keiner Buchprüfung nach IFRS oder OR stand. Aber verhandeln liegt nicht drin.

Schliesslich trafen Luc und Steffi ein, unsere Gäste für die nächsten zwei Wochen. Wir erkundeten den Westen und den Norden der Insel. Ankerten im seichten Wasser und einsamen Buchten, navigierten zwischen Korallenriffen hindurch – als Übung für die Südsee? Auf Long Island, einer Privatinsel mit 5 Sterne Plus Resort wurden wir vom Antiguanischen Oberkellner zum Gratis Piña Colada eingeladen mit anschliessender Promi-Villen Besichtigung per Golfcart. Das feine Dinner in einem der drei Restaurants mussten wir zwar bezahlen, aber es hat sich gelohnt – die Eigner wurden von den Gästen eingeladen! Leider mussten wir die einsame Schwesterinsel Barbuda wegen Gegenwind vom Törnplan streichen. Der Schlag nach Jolly Harbour im Westen bei kräftigem Passatwind durchs türkisblaue Wasser war jedoch auch ein wunderbares Erlebnis. Auch der Markt in St.Johns, der Hauptstadt, brachte eine schöne Ernte: tropische Früchte und Gemüse von der dicken karibischen Märtfrau.
Vor unserem Nachtschlag nach St.Barths mussten wir natürlich wieder ausklarieren. Immigration und Zoll haben am Wochenende in Jolly Harbour geöffnet, jedoch nicht die Port Authority (welche Logik). Also mussten wir per Sammelbus nach English Harbour – wieder zum Freund der Kapitänin – er hat sich noch erinnert – diesmal langes Warten, weil die Beamten gerade einen Karate Film schauten. Was schliesslich fast einen ganzen Tag gedauert hat, wurde mit einem schönen Schlag bei ¾ Mond und schönem kräftigen Passat belohnt. Einige Squalls mussten wir erdulden, mit Böen bis 40 Knoten. Da geht die Post ab!
Auch Anglerglück war uns beschieden: Nach dem Barracuda-Burschen, den wir wieder in die Freiheit entlassen haben, hat ein kleiner Bluefin Thun gebissen, den Martin gleich filletiert und zu Sashimi verarbeitet hat – Zartestes Fleisch, wie vom Kalb, sodass sogar Fisch-Skeptiker Luc davon schwärmte…

 

 


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