Guadeloupe, Ankunftsort der Route-du-Rhum
28.02.2007 21:53:19 (View count: 2693)
....leider kommen wir vor lauter Schnorcheln, Tauchen, Segeln und "Sundowner"-Trinken nicht dazu etwas zu berichten. Aber wir arbeiten hart dran... spätestens bald wird was erscheinen.... Und glaubt uns es ist spannend...
Segeln ist hart und nicht so wie man gemeinhin vermutet ein blosses Vergnügen und nichts tun. Man muss sich alles erarbeiten, darum kämpfen, genau vorbereiten, seriös planen. Es ist wie vieles im Leben: "Man muss den Atlantik überqueren um in die Karibik zu kommen"
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Nanny Cay, Tortola, British Virgin Islands, 3.3.07
Ja-ja, lang-lang ists her seit unserem letzten Bericht… und inzwischen haben wir natürlich einiges erlebt. Unsere ca. 2 Wochen Aufenthalt vom xy bis xz Januar in Guadeloupe in der Marina Bas-du-Fort waren äusserst vielseitig: drei Tage „Ferien“ mit viel Wandern im Regen(-Wald), zwei wunderschöne Wasserfälle, erster „richtiger“ Tauchgang mit Flasche und allem drum und dran (Bapteme), Streifen durch quirlige Gassen von Point-à-Pitre inkl. Spontanaufruf zu Afro-Konzert und lustigem Gemüse- und Fischmarkt am Hafen. Guadeloupe ist eine der vielseitigen Inseln hier in der Karibik, da es hohe Vulkane, Bergseen, Regenwald, aber auch Flachland, Palmstrände und eine schöne Unterwasserwelt zu bieten hat. Die Insel sieht von oben ein bisschen aus wie ein Schmetterling, sozusagen zwei Inseln die nur an einer schmalen Stelle durch Land verbunden sind, das wiederum durch einen Fluss oder Kanal, den Rivière Salé, von Nord nach Süd getrennt ist. Die westliche Insel ist gebirgig und grün während die östliche Insel eher flach und trockener ist.
Fasnacht haben sie hier offenbar auch: die einzige Strasse, die um Basseterre (westliche Insel) führt war nämlich ohne Vorwarnung auf halber Strecke gesperrt, weil das Dorf Bouillante gerade Carneval-Umzug hatte. Umfahrungsmöglichkeit gabs keine und auf die Frage wie lange der Umzug etwa dauern soll antwortete der französische Polizist vom Festland sichtlich geniert: „wenn ich wüsste wie lange es dauert bis ein Umzug ohne Organisation braucht um durch ein kleines Dorf zu ziehen würde ich es Ihnen gerne sagen“. Offenbar konnte er sich nicht mit den Bräuchen der Inselbewohner anfreunden. Leider war es schon abends und wir nach unserer Wanderung zu müde um uns das Spektakel anzusehen. Einen Vorgeschmack hatten wir auf jedenfall schon von den vielen Jugendlichen gehabt, die halbverkleidet durch die Strassen zogen und um Geld für Kostüme für die Umzüge bettelten. So fuhren wir halt wieder denselben Weg um die halbe Insel zurück, da die einzige Verbindungsstrasse auf die andere Seite der Insel kurz hinter Bouillante liegt. Waren schon ein bischen „tuch“ beim Gedanken an Fasnacht.
In der Marina haben wir wieder uns mal wieder um unser Schiff gekümmert (Opferannoden auswechseln, Bewuchs von Propeller weggekratzt, Grosser Motorservice, Ventilationsloch in WC-Tür sägen…) und vor allem natürlich uns den Kopf darüber zerbrochen, wie unsere Reise weitergehen soll, da Ende Mai die Hurrikansaison naht. Zur Entscheidungsfindung waren natürlich noch ein paar Informationsgrundlagen in Form von Cruising-Guides erforderlich, die wir bereits im voraus per Post-Kurier von Florida haben kommen lassen. Für die zwei Kilometer vom Flughafen bis in die Marina hat leider das Päckchen sechs Tage gebraucht und erst eine Reihe von Telefonaten von der Marina an diverse Verantwortliche hat dann das unerwartet plötzliche Eintreffen des Päckchens herbeigeführt. Bei der ersten Anfrage hat der nette Herr am Telefon gemeint, das würde im Normalfall drei Monate dauern. Fazit: obwohl französisches Departement und trotz viel EU-Geld konnte Lebensweise weitgehend beibehalten werden J.
Schliesschlich haben wir uns mit MEITLI auf den Weg Richtung Norden gemacht und einen Zwischenhalt in der Bucht von Deshaies eingelegt. Am frühen Morgen ging’s Anker auf, am noch aktiven, „schnarchenden“ Vulkan von Montserrat vorbei Richtung Antigua. Der Autopilot hat seinen Geist wieder aufgegeben und ist wohl definitiv nahe den ewigen Jagdgründen. - wie die Goldmakrele die dummerweise in unseren neuen Köder gebissen hat. Ein Mordsding, das wir alleine gar nicht essen können, sodass wir die Hälfte amerikanischen Freunden auf Antigua geschenkt haben. Sie haben sich mit „Rum and Tonic“ und einem kalten Plättli mit Camembert, Rohschinken und herrlichen Oliven bedankt.