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Brauner Pelikan nach dem Lunch
Brauner Pelikan nach dem Lunch
 
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Bild von: Martin & Christa Stäger & Stutz
Reise: Segeln mit MEITLI - von Basel nach Neuseeland
Bericht: Iguanas und Korallen auf den Iles des Saintes

Iguanas und Korallen auf den Iles des Saintes

03.02.2007 15:41:51 (View count: 1912)

English Harbour, Antigua, 27.1.07

 

 

Unser Nachtschlag von Le Marin auf Martinique zu den Iles des Saintes hatte es in sich. Um 17h machten wir die Leinen los. Wir rundeten den Rocher du Diamond und segelten gemütlich der Westküste entlang Richtung Norden. In der Abdeckung der Inseln hat es praktisch kein Seegang und wenig Wind, Stärke und Richtung variabel je nach Topografie. Gegen Mitternacht dann die Passage zwischen Martinique und Dominica – 20-30kn und ziemlich Seegang! Dazu Regenschauer – zum Glück nur vor und hinter uns – haarscharf verpasst! Dominica entlang wieder das gleiche Spielchen – variabler Wind –  die Passage nach der Abdeckung Dominicas wieder rauh. Die Insel selbst ist völlig in Regenwolken gehüllt,  Dutzende von Regenbogen kommen und gehen. Auf dem Meer Fischer in ihren winzigkleinen Holzbooten.

Die Inselgruppe Les Saintes erreichten wir am Nachmittag. Sie wird von Guadeloupe verwaltet, ist als französisch. Die Pässe zwischen den kleinen Inselchen sind eng und oft hat es Felsen, Korallen oder andere Untiefen – Prudence! Wir ankern in einer kleinen Bucht unter einem Basaltfelsen – dem „pain du sucre“. Azurblaues Wasser, kreisende Fregattvögel und braune Pelikane. Wir sind total geschafft und müssen erstmals ausschlafen.

Anno 1493 von Kolumbus „entdeckt“ sind die Inselchen immer wieder Schauplatz der Scharmützel zwischen England und Frankreich gewesen. Im 17.Jh. Wurde die englische Flotte in der Nachbarbucht von einem Hurrikan zerstört, worauf die Franzosen die Inseln in Besitz nehmen konnten. Mehr als hundert Jahre später (1782) kam es zur grossen Seeschlach von „Les Saintes“. Die Franzosen wurden von den Engländern geschlagen. Im Museum des alten Forts auf Terre de Haut ist die Schlachtchronologie von A-Z aufgeführt, inklusive Diarahmen des Ablaufs (Schiffe, Wind, Seegang etc). Der englische Admiral Rodney (die Rodney Bay in St.Lucia ist nach ihm benannt) trug also den Sieg davon – Als er das französische Flaggschiff, die „Ville de Paris“, über den Atlantik nach England abschleppen liess, ging diese unter. Die Schiffsglocke jedoch erreichte London und ist heute in dessen Maritime Museum zu bewundern.

Am nächsten Morgen wurden wir von einem Dutzend „Güggeln“ geweckt – sie tönen aus allen Ecken der Bucht. Der Landausflug führte uns zu Fuss in den Hauptort „Grand Bourg“. Wir verabschiedeten uns hier von Felix dem letzten der beiden „Transatlantik-Crewmitglieder“. Er nahm die Fähre nach Martinique.
Schliesslich erkundeten wir noch die eine oder andere Ecke. Jeder hat Ziegen, Hühner oder Schafe im Garten, dazwischen „grasen“ und „sonnen sich“ Iguanas – ein Leguan, der hier bis 1.5m lang wird - ein idyllisches Bild. Leider fetzen die Inselbewohner und Tagestouristen mit ihren Rollern wie die Irren über die Strässchen der Insel – aber am Abend ist es ruhig.

Die nächsten 5 Tage verbrachten wir mit Schorcheln direkt vom Schiff aus, machten Wanderungen über die Klippen und an den Küsten. Die Routenvorschläge hatten wir von einer netten Dame im kleinen improvisierten Office du Tourisme. „Sie wandern auf dieser Strasse aus der „Stadt“, am Friedhof vorbei, dann links über eine Weide, dann kommen Sie zu einem Schild: Propriété privée, Passage interdit. Dann sind Sie richtig. Sie gehen da durch, von Zäunen und Stacheldraht nicht abhalten lassen. Das Schild ist einfach so da…“ Die Wanderung war wunderschön, auf den Klippen zwischen Kakteen mit Blick auf Dominica. Unter uns ein Palmenstrand wie aus dem Prospekt. Zum Glück hatten wir die Badehose dabei. Wir legten uns in den Schatten der Felsen und beobachteten den Pelikan, der hier Sturzflüge vorführt wie ein Kampfbomber.

 

Zwei Tage später verlegten das Boot in eine andere Bucht, streckten die Beine, lasen viel und liessen uns die Pläne für die nächsten Monate durch den Kopf gehen. Schliesslich verliessen wir die sympatischen Inseln am 8. Januar Richtung Guadeloupe. Wir wollten in der Marina von Pointe-à-Pitre einige technische Sachen erledigen und uns mit ein paar Fahrtenhandbücher und Karten eindecken. Es wurde ein schöner Segeltag mit angenehmem Seegang und einem schönen Halbwindkurs.

 


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