Picture gallery - ontravelreports.com
[ de ]   [ en ]
Gallery
Die Pitons - Wahrzeichen der Karibik
Die Pitons - Wahrzeichen der Karibik
(Foto Felix Brun)
 
Show all pictures of this report   Read the report   Next picture
 
Bild von: Martin & Christa Stäger & Stutz
Reise: Segeln mit MEITLI - von Basel nach Neuseeland
Bericht: „Come Back“ in St.Lucia

„Come Back“ in St.Lucia

13.01.2007 03:58:25 (View count: 1841)

Pointe-à-Pitre, Guadeloupe, 11.1.07

Die Ankunft am 19. Dezember in St.Lucia war rührend. Ein gutes Dutzend Seglerkollegen erwartete uns mit Nebelhörner und Beifall und lauten Rufen in der Rodney Bay Marina. Natürlich mussten wir zuerst wieder an einen provisorischen Liegeplatz, weil alles voll war. Dafür mussten sie extra ein Segelschiff ein Bisschen verschieben. Der so entstandene freie Platz war etwa 13m lang, und natürlich wollten sie, dass wir längsseits da rein gehen! Das schwierigste Hafenmanöver der ganzen Reise stand uns bevor, und dies nach 3 Wochen ohne Praxis und keinem Gefühl für enge Verhältnisse und sensibles Manövrieren. Doch Steuerfrau Christa meisterte die Aufgabe mit Bravour, ohne zu touchieren, bei viel Wind zirkelte sie Meitli in die Lücke. Noch mehr Beifall vom Ankunftskommitee.

Es tat gut, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben, erstaunlicherweise hatte keiner von uns Vieren das bekannte Schwanken auf Land. Nachdem wir dann am Nachmittag an unseren richtigen Liegeplatz disloziert hatten, konnten wir die Füsse hochlegen, ein wenig nachschlafen. Einklarieren ging relativ rasch vonstatten, obwohl der Immigration Officer Martins ausgefülltes Formular wie der Schulmeister mit Rotstift korrigierte.

In der Marina war Dauerlärm und Musik, weil die aufgestellte Bühne mit lokalen Bands (Reggae, Calypso) gleich neben unserem Steg war. Besuch bekamen wir auch sehr schnell von den omnipräsenten Früchte-, Gemüse-, etc.- Verkäufern per Boot. Das Business mit uns machte schliesslich Mr. „COME BACK“, der uns von da an jeden morgen frisches Brot, Papayas, Passionsfrüchte und Limetten brachte.

An den folgenden Tagen machten wir einige Landausflüge. Meist per Insel-Kollektivtaxi für 1 oder 2 EC$ (East Caribbean Dollar), was knapp 1 Fr. entspricht. So erkundeten wir u.a. Castries, die bunte Hauptstadt und deren grossen Markt. St.Lucia ist überhaupt kein Drittweltland, trotzdem hatten wir ein wenig das Gefühl die meisten leben mehr schlecht als recht, und so ist offenbar auch die Kriminalität kein unerhebliches Problem. Selbst gespürt haben wir dies zum Glück nicht, aber doch den einen oder anderen Vorfall mitbekommen. U.a. soll es auch schon Probleme auf Schiffen vor Anker gegeben haben. In der Marina ist auch viel Security Personal anwesend und die Polizei omnipräsent – zumindest am Tag, in der Nacht – so hat uns ein Engländer ein Gerücht erzählt – patroullierten sie aus Angst nicht…

Für einen Tagesausflug haben wir uns dann zu viert einen Guide mitsamt Chauffeur und Auto „gemietet“, zuerst hat er uns die bekannten und unbekannten Sehenswürdigkeiten gezeigt, von den Pitons, zum Schwefelvulkan und dem Soldatenfriedhof hinter dem Haus eines Kollegen. Dann wollte er mit uns einige Manufakturen von Holzschnitzereien zeigen, doch wir hatten keine Lust seinem Plan zu folgen, damit er Provisionen einheimsen kann und haben das Programm geändert. So sind wir nach dem kreolischen Mittagessen in den Regenwald gefahren, wo wir eine halbe Stunde in etwas dürftigem Sekundärwald rumgewatschelt sind. Der Chauffeur und der Guide haben unterwegs jede Gelegeheit ein Bierchen zu trinken ausgenutzt – wir hatten den Verdacht, sie suchten die Aussichtspunkte nach den „Outdoor-Bars“ aus. Auf eigene Faust ist es meist doch besser.

Mittlerweile ist auch die Mary Constance eingetroffen, das Schiff mit der australischen Familie, denen wir auf dem Atlantik mit Diesel und Wasser ausgeholfen haben. Sie haben uns sogleich zum Abendessen eingeladen in ein piekfeines Restaurant – wir haben es zu schätzen gewusst und tüchtig reingehauen…

Am 24.Dezember wollten wir weiter nach Martinique, ein Schlag von ca. 25 Seemeilen. Nach dem Ausklarieren am Samstagabend – wieder der Schulmeister vom Zoll, diesmal jedoch schneller, weil der Immigration-Officer nicht anwesend war – ging es am Sonntag morgen in allerfrüh los. Kaum waren wir aus dem Windschatten von St.Lucia, kam der Wind mit 30 Knoten aus Nordost. Das Schwell aus Ost mit 3-4m hohen Wellen. Ein anstrengender Schlag hart am Wind. Schliesslich warfen wir den Anker in der Bucht von St.Anne. Kristallklares Wasser und einen herrlichen Sonneuntergang anstelle eines Weihnachtsbaumes an Heiligabend!


ORIGINAL