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Ölzeug trocknen nach dem Squall
Ölzeug trocknen nach dem Squall
 
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Bild von: Martin & Christa Stäger & Stutz
Reise: Segeln mit MEITLI - von Basel nach Neuseeland
Bericht: Logbuch Transatlantiktörn

Logbuch Transatlantiktörn

23.12.2006 11:56:00 (View count: 2255)

22.12.2006, Rodney Bay, St.Lucia


Logbuch Transatlantiktörn, 26.11.06 bis 19.12.06
(jeweils 12:00UTC bis 12:00UTC)


26/27.11.2006, Start Las Palmas bis 26°33’N/16°24’W, Wind NE 3 Beaufort, Seegang 2-3, sonnig, klare Sicht, praktisch keine Bewölkung.
Start in Las Palmas um 1300-lokalzeit (13:00UTC). Gestern zum Znacht Lasagne, Felix hat Neptun kleines Opfer gebracht. Martin heute morgen auf Mast um Salingsnock zu justieren. Ziemlich tricky bei diesem Seegang. Dann Parasailor gesetzt, Kurs SSW. Bernd knüpft Tausendfüssler als Schamfilschutz. Christa kocht Zmittag - Käseschnitten mit Salat.


27/28.11.2006, 26°33’N/16°24’W bis 24°52’N/18°06’W, Wind NE 3-5 Beaufort, Seegang 3, sonnig, klare Sicht, wenig Bewölkung. Etmal 134nm
Zum Znacht Chicken-Curry mit frischem Gemüse. Überholen einige Schiffe. Niederholer des Parasailor hat sich ums Positionslicht am Bug geschlungen - das hat es verdreht und bis oben grün und unten rot. Zum Glück funktioniert aber alles noch und nichts abgerissen. Email geht bloss zum senden - können momentan keine Wetterdaten empfangen, aber über VHF wird "ge-relayed". Funkkontakt mit Segelyachten Yamma, Papaver und Atalaya.


28/29.11.2006, 24°52’N/18°06’W bis 23°03’N/19°35’W, Wind NE-E 3-5 Beaufort, Seegang 3 aus N, sonnig, klare Sicht, wenig Bewölkung. Etmal 138nm
Nachmittag und ganze Nacht 3-4m hohe See von schräg hinten, 20-25kn Wind aus ENE. Parasailor über Nacht geborgen. Zum Znacht Rindsvoressen mit Kartoffelstock. Heute mittag 12h Goldmakrele an Angel, 70cm, gibt feines Z'nacht und ein bisschen Sushi. Kurzer Besuch von 3 Delphinen


29/30.11.2006, 23°03’N/19°35’W bis 21°55’N/20°24’W, Wind E 3-4 abnehmend auf 1-2 Beaufort, Seegang 3 abnehmend auf 1-2, sonnig, klare Sicht, keine Bewölkung. Etmal 85nm
Goldmakrelensushi und -curry waren spitzenmässig. Schönes Segeln mit Parasailor seit gestern Nachmittag. Nacht sternenklar und flau mit wenig Wind - kleines Etmal, aber noch nie motort! Heute keine Wolke am Himmel, Sonne brennt. Angelschnur hängt wieder draussen.


30.11./1.12.2006, 21°55’N/20°24’W bis 20°40’N/21°31’W, Wind E 1-2 zunehmend 3-4, Seegang 1-2 zunehmend 2-3, sonnig, klare Sicht, keine Bewölkung. Etmal 98nm
Beim Mittagessen "gestört", weil Goldmakrele an Angel. Martin kriegt sie nicht zu fassen und sie haut ab. Heute morgen gleich nach Frühstück wieder eine - mein lieber Schwan, bissiges Wetter. Diesmal haut sie nicht ab. Martin erlegt sie auf der Badeplattform. Windpilot stieg gestern Nachmittag aus. Irgendwas geht harzig, doch Bernd erweist sich als vorzüglicher Steuermann. Fehlersuche und Teildemontage durch dipl. Ing. Brun und Stäger heute morgen. Fingerschutz hat an Kegelrad geschabt und Kerben einmarkiert. Schutz jetzt weg und alles wieder paletti. Können feinen Kartoffelsalat von Christa und Käsebrot zu viert geniessen. Rauschen nun mit 7kn über Grund nach Südwesten.


1/2.12.2006, 20°40’N/21°31’W bis 19°50’N/23°39’W, Wind E 5-6, Seegang 3-4, sonnig, klare Sicht, keine Bewölkung. Etmal 130nm
Pächvögeli: Bernd hat sich den Knöchel an der Backskistenverschluss angeschlagen und hat tiefe Wunde, Christa heftet Wundränder zusammen, keiner an Bord kann nähen. Die Fixierung des Parasailors am Vorstag hat mit einem Knall gerissen, mussten ihn bergen. Christas fertiggebackene Goldmakrele wurde durch Einwirkung des Seegangs über den Salonboden verstreut - hat trotzdem vorzüglich geschmeckt. Ganze Nacht und heute morgen mit ausgebaumter Genua und gerefftem Gross Schmetterling vor dem 5-6Bft starken Wind - hohe Wellen lassen Meitli schaukeln.


2/3.12.2006, 19°50’N/23°39’W bis 19°10’N/25°52’W, Wind E 5-6, Seegang 4-5, sonnig, klare Sicht, wenig Bewölkung. Etmal 130nm
Uhr um eine Stunde zurückgestellt. E-Passat weht mit voller Stärke. MEITLI läuft schön vor dem Wind. Grosse Wellen schieben und lassen unser Schiff tanzen. Haben das Gefühl gut vorwärts zu kommen - solange wir nicht auf die grosse Atlantikkarte schauen. Kochen ist beschwerlich, einschlafen auch. Es knarrt und giert, gurgelt und rauscht. Am Samstag morgen 6h Funkkontakt mit Amerikanischem Segelschiff mit Kurs Antigua. Seither kein Schiff mehr. Zwei fliegende Fische auf Deck.


3/4.12.2006, 19°10’N/25°52’W bis 18°38’N/28°14’W, Wind E 5-6, Seegang 4-5, sonnig, klare Sicht, wenig Bewölkung. Etmal 140nm.
E-Passat weht immer noch mit voller Stärke. Zuviel Wind um Parasailor zu setzen. Segeln mit ausgebaumter Genua. Nun eine Woche unterwegs. Stimmung an Bord gut, viel schlafen, lesen. Einizige Arbeiten sind Kochen und Abwaschen, Wetterbericht runterladen, Decksrundgang, Motor, Bilgen checken, Früchte und Gemüse inspizieren. 24hx20Tage = ca. 500 Stunden ständiges Reiben - da kann schnell was reissen oder nachgeben. Zum Znacht wieder Goldmakrele mit Gemüse-Curry-Reis (schon die dritte, heute Angel nicht raus, weil noch feine Sachen im Kühlschrank). Funkkontakt mit Papillon of Weymouth.


4/5.12.2006, 18°38’N/28°14’W bis 18°09’N/30°46’W, Wind E 5-6, Seegang 4-5, klare Sicht, Bewölkung zunehmend. Etmal 144n.
Wind jetzt z.t über 25kn. Zum Zmittag kapverdisches "Schmeissei" (Rührei - rühren nicht nötig...), zum Znacht Shrimps Sweet & Sour mit Nüdeli. Bernd liest "Einmal Karibik Und Zurück", Felix liest "Hornblower In Westindien", Christa liest NZZ Folios "Zucker" und "Berater", Martin liest "A Son Of The Circus". Mehr Wolken am Himmel, sogar einige Tropfen in der Nacht. Martin kann nur mit Oropax schlafen...weil die Nachtwache immer so laut schnäderet...


5/6.12.2006, 18°09’N/30°46’W bis 18°08’N/33°23’W, Wind E 5-6, Seegang 4-5, klare Sicht, Bewölkung. Etmal 152nm
Ganze Nacht wilde See, Wellen quer von beiden Seiten. Wind auch 25-30kn. Etwas unruhig geschlafen. Sind erstaunt ob den Riesen-Etmals der anderen Schiffe, wir finden es gemütlicher nicht ans Limit zu gehen, sowieso bei dieser feinen Küche! Christa schafft es bei diesem Seegang Gschwellti mit Salat zu machen und zum Dessert Melonenstücke zu schneiden. Alle sind begeistert und applaudieren. Heute zum Zmorge sogar frische Baguette, Meitli riecht wie eine Bäckerei. (Grittibänze gibt es später)


6/7.12.2006, 18°08’N/33°23’W bis 18°10’N/35°57’W, Wind E 5-6, Seegang 4-5, klare Sicht, Bewölkung abnehmend - sonnig. Etmal 144nm
Wir haben Halbzeit erreicht (streckenmässig) und endlich wieder mal ganz ausgerefft! Heute um 12:00 Uhr UTC Dickschiff achteraus, geht jedoch Richtung Norden. Gestern nachmittag hat Bernd Bruchstück von Splint auf Deck gefunden. Herkunft war schnell klar: Splint im Drehbolzen des Lümmelbeschlags fiel offenbar auseinander. Haben Spibaum runtergeholt, Bolzen ausgebaut - hat nur noch an Oxydrückständen und Dreck gehalten! Bolzendurchführung ausgeschliffen und neuen Splint reingemacht, alles wieder paletti!


7/8.12.2006, 18°10’N/35°57’W bis 17°06’N/38°21’W, Wind E 5-6 abnehmend auf ENE 4-5, Seegang 4-5, klare Sicht, wenig Bewölkung. Etmal 150nm
Duschen auf dem Achterdeck mit Eimer um Meerwasser an Bord zu holen. Geht bestens und tut gut (war selbstverständlich nicht das erste mal auf diesem Törn...). Gemäss Menuplan mussten wir heute angeln, also Goldmakrele an Land ziehen, mit 80cm die grösste bisher. Natürlich gab es wieder Sushi à la nidi (mit Sojasauce, Zitronensaft und Pfeffer) mit Bier. Dicke Stücke zum Znacht auf einem Bett mit Zwiebeln und Peperoni gedämpft. Dazu etwas Brot (man kann von Fisch alleine gut leben!). Haben Richtung WSW abgedreht, weil schneller als Richtung W und wir meinen in 2 Tagen zu weit nördlich würde es Flaute geben. Wiwillsi...


8/9.12.2006, 17°06’N/38°21’W  bis 16°56’N/41°03’W, Wind ENE 4-5, Seegang 5, klare Sicht, wenig Bewölkung. Etmal 155nm
Guter Start heut morgen mit Sonnenaufgang, frischem Fruchtsalat mit Joghurt und Müsli. Anschliessend Parasailor setzen, da in der Nacht Wind abgegeben und in zwei Tagen allenfalls Flaute, d.h. wir wollen noch das Beste rausholen. Setzen des bunten Segels gestaltete sich äusserst anstrengend, da unsere Technik noch nicht ausgereift (bergen geht zum Glück problemlos), aber auch das kriegen wir noch besser hin. Kurs weiterhin 264° (true) direkt auf St. Lucia. In der Nacht Notruf über Fleetmessage erhalten von franz.Yacht, die am Sinken. Martin meldet sich beim MRCC (Maritime Rescue Coordination Centre) in Fort de France, ob Hilfe möglich. Anderes Schiff aber näher, Personen werden abgeborgen und gerettet.


9/10.12.2006, 16°56’N/41°03’W bis 16°46’N/43°38’W, Wind ENE 4-5, Seegang 4, klare Sicht, wenig Bewölkung. Etmal 150nm.
Nachdem wir gestern vor dem Parasailor hissen noch das Fall ausgetauscht und den gerissenen Tacker (Befestigung am Vorstag) neu "gefixt" haben, konnten wir unbeschwert durch die Nacht rauschen. So ist es uns auf jedenfall vorgekommen: sanfter aber hoher Seegang, das Tosen der Wellen die uns Richtung Westen tragen, zwischen den Wolken Mondschein und tausende von Sternen und Sternschnuppen, in den Freiwachen tiefer Schlaf.... also alles super obwohl wir von Hand steuern mussten (konnten Lisi, unsere Windfahnensteuerung nicht zum Steuern überzeugen bzw. Ausschläge waren für unseren Kurs zu gross). Risotto mit Pilzen aus der Brun'scher Sammlung war ausgezeichnet und Bernd kriegt definitiv die Medaille für den besten, ausdauerndsten Steuermann an Bord: er hat keine Uhr und meint immer er hätte gerade erst übernommen!


10/11.12.2006, 16°46’N/43°38’W bis 16°24’N/46°33’W, Wind ENE 5 abnehmend 3-4, Seegang 3-4, klare Sicht, wenig Bewölkung. Etmal 169nm
Seit x Tagen kein Schiff gesehen, "The Pond" ist wirklich gross - oder dann sind wir die letzten :-). Mittlerweile über dem Mittelantlantischen Rücken (von oben nicht zu erkennen...). Am Tag ist es schon sehr warm und sonnig, crèmen uns brav ein und trinken unsere Ration Wasser. In der Nacht reicht ein leichtes Jäckchen, Ölzeug im Kasten, Socken braucht es nicht mehr. Am morgen jeweils fliegende Fische auf Deck einsammeln.

Parasailor immer noch oben, machen daher sehr gutes Etmal. Drückt uns alle die Daumen, dass es so bleibt! Es könnte noch ne Flaute kommen. Gestern zum Znacht Bratwürste und selbsgemachter Selleriesalat mit Ananas. Heute schon wieder Uhr eine Stunde zurückgestellt (i.e. jetzt MEZ -4, in St.Lucia dann MEZ-5, oder UTC-4).


11/12.12.2006, 16°24’N/46°33’W bis 16°15’N/48°33’W, Wind ENE 2-6, z.T. drehend in Gewitterböen,, Seegang 2-3, in der Nacht starke Bewölkung und Gewitter (Squalls). Etmal 115nm
Köder an Angel verloren - kein Fisch gefangen. Zum Znacht daher Spaghetti Carbonara. Rauschefahrt gegen Abend ein Ende, Parasailor nun fliegend - machen immer noch 5-6kn. Sehen 4 Schiffe am Abend und in der Nacht – davon eines ohne Positionslichter!. u.a. SY Arven mit kroatischer Flagge, netter Funkkontakt. Um 1:30h morgens von Squall erwischt - strömender Regen, stark böiger Wind - Meitli, ein "Riesen-Surfbrett", mit Parasailor macht fast ein bisschen Angst. Nach Squall alle Mann+Frau an Deck - Leichtwindsegel bergen, da weiter schwarze Wolken hinter uns. Felix und Martin immer noch auf der Wache - werden von zweitem Squall erwischt, noch mehr Regen, bis auf Unterhosen nass. Dazu fliegt noch ein fliegender Fisch ins Cockpit direkt vor die Füsse Martins. Felix befördert ihn über Bord, da Martin am Steuer mit Wind und Regen kämpft. Weitere Squalls in der Nähe, ziehen aber an uns vorbei. Seit ca. 8h heute morgen Flaute! Segel schlagen, es wird warm...


12/13.12.2006, 16°15’N/48°33’W bis 16°04’N/49°40’W, Wind variabel, ESE 1-2 bis E 2, Seegang 1-2, leicht bewölkt. Etmal 58nm
Ganzer Tag sehr schwacher Wind aus ESE (5-8kn). Haben es mit Parasailor versucht, steht aber nicht, weil zu viel Wellen und zu wenig Wind. Dann wieder Genua gesetzt und ausgebaut. Bimini über Cockpit tut seinen Dienst, es ist sehr heiss. zum Abendessen Gschwellti mit feinem Salat (...bald das letzte frische Gemüse, es hat aber noch Weisskabis...). In der Nacht ähnlich wenig Wind. machen nur 2-3 Knoten Fahrt. Über Funk hören wir, dass andere motoren,  was wir nicht möchten - ev. sind wir blöd, aber es ist einfach ruhiger so und irgendwie schöner. Wir sind zwar nicht die Schnellsten, aber bestimmt die Lässigsten!

Riesiger Sternenhimmel in der Nacht, Mond geht erst um ca. 01:00h auf, jetzt weniger als halb, die Sichel liegend mit der konvexen Seite nach unten. Um ca. Mitternacht Lokalzeit (ca 03:00h UTC) Unbekanntes Flug Objekt: ganz hell und kontinuierlich leuchtend sehr schnell vorbeiziehend von SW Richtung NE über den Himmel - verschwindet im Dunkeln des Alls. Ein Satellit? Die ISS? oder eine in franz. Guyana gestartete Ariane Rakete?

13/14.12.2006, 16°04’N/49°40’W bis 15°43’N/50°49’W, Wind E 2 bis ENE 3, Seegang 2, leicht bewölkt. Etmal 80nm
Wiederum ganzer Tag schwacher Wind. Bimini über Cockpit tut wieder seinen Dienst, es ist wieder sehr heiss. Zum Zmittag Weisskabis Salat mit Apfelstückchen. Christa bäckt (im Bikini) einen Schoggikuchen und zum Znacht Käseschnitten. Der Backofen macht die Hitze im Salon nicht erträglicher. Gegen Mitternacht frischt es auf, Meitli macht jetzt wieder mehr als 4 Knoten. Viel Bewölkung aber kein Regen. Werden heute sehr wahrscheinlich den Parasailor wieder setzen. Nur noch 590 Seemeilen, etwas weniger als von Gibraltar nach Madeira, oder von Cadiz nach Lanzarote.


14/15.12.2006, 15°43’N/50°49’W bis 14°55’N/52°04’W, Wind ENE 3 bis ENE 6, Seegang 2-3, am Tag sonnig, leicht bewölkt, nachts bedeckt, viele Gewitter . Etmal 104nm
Gestern morgen per Fleet Message von Yacht erfahren die defektes Rigg (zwei Wanten gebrochen) und kaputten Wassermacher haben. Brauchen Diesel und Wasser. Melden uns per Satellit, jedoch keine Antwort. Setzen darum Parasailor und rauschen bei 15-20kn Wind Richtung Westen. Am späteren Nachmittag dann Antwort, dass unsere Hilfe willkommen wäre. Ändern unseren Kurs Richtung Süden. Passieren Bänder von Squalls und Gewitterwolken, nicht sehr angenehm und sehr böig und nass  - aber mit Hilfe Radar einigen ausgewichen. Gegen Morgen nach 60 Seemeilen dann besser. Um 6h UTC erkennen wir die Lichter der beiden Yachten (eine begleitet schon seit Tagen). Per Funk in Kontakt, werden heute versuchen Diesel und Wasser zu übergeben, sobald Seegang besser, dann wieder Kurs St. Lucia. Unsere Position also unvermutet weit südlich - ca. 80 Meilen Umweg und min. zwei Tage länger.


15/16.12.2006, 14°55’N/52°04’W bis 14°46’N/54°11’W, Wind E 4 (7 in Gewitterböen), Seegang 4, am Tag sonnig, leicht bewölkt, nachts bedeckt, Gewitter. Etmal 124nm
Übergabe Diesel und Wasser an Yacht Mary Constance klappt hervorragend, trotz zünftigem Seegang. Christa steuert wie Russel Coutts von hinten in ca. 10m Abstand zur Steuerbordseite von M.C. und nie zu weit nach vorne damit Masten nie auf gleicher Höhe (Rollen der Schiffe könnte zu touchieren der Salinge führen!). Mit Hilfe einer Wurfleine, an dessen Ende Tau, werden die Kanister aufs andere Schiff verholt - einer nach dem andern. Immer wieder anfahren, werfen, Tau verholen, Kanister mit ausrangierter Schwimmweste als Schwimmkörper zu Wasser lassen, zurückfallen auf Distanz. Mike, der Skipper von M.C., verholt dann den Kanister an Bord. Dann wieder dasselbe zurück. ingesamt ca. 14 mal Anfahren bis Diesel und Wasser auf Mary Constance. Gibt wahrsch. auch andere Methoden aber diese war sicher und wurde von M.C. vorgeschlagen. Dauer ca. 2h.

Mary Constance sehr froh, Australische Familie an Bord, die jetzt etwas entspannter die letzten paar hundert Seemeilen in Angriff nehmen können. Ihre beiden Kinder im Vorschulalter funken mit uns bis in die Dunkelheit und bedanken sich für die "Lindt"-Schoggi, die wir einem Wasserkanister angeklebt haben.

Mit ausgebaumter Genua dann wieder gegen Westen - Parasailor setzen war uns nach der Manöverei zu stressig, machen auch so sehr gut Fahrt - Wind sowieso am Limit. Sind dann froh, weil in der Nacht dann wieder ein Dutzend "squallige" Wolken mit sintflutartigen Regenfälle und Böen bis >30kn. Alle sind durchgenässt - Ölzeug wieder hervorgeklaubt - Hände und Finger aufgeweicht wie nach 3h Aquarena. Letzte Schauer dauern noch bis heute Mittag, Prognose jedoch besser, allerdings mit weniger Wind. Wir glauben nun, dass unsere Zickzackodyssee" bald ein Ende hat... s'ist ja bald Weihnachten.


16/17.12.2006, 14°46’N/54°11’W bis 14°37’N/56°40’W, Wind E 3-5, Seegang 4 abnehmend 2-3, leicht bewölkt, nachts bedeckt. Etmal 144nm
Wie erhofft liess der Regen gestern gegen mittag nach und am Nachmittag konnten die regendurchtränkten Klamotten auf Deck zum Trocknen ausgelegt werden. Herrlicher Wind (rund 6.5 kn Fahrt mit ausgereffter Genua), zuverlässig steuernde Windfahne trotz aufgewühlter See, erste Sonnenstrahlen.... da lacht unser Herz wieder. Ideale Bedingungen zum Nachschlafen nach drei unruhigen Nächten. Haben uns beim Nachtessen über den wunderbar langweiligen Abend mit Aussicht auf eine trockene, friedliche Nachtwache gefreut, als eine kleine Finne mit einem riesigen Fisch unten dran unseren Puls rasant ansteigen liess: Wale! erster Gedanke: jetzt DAS noch! zweiter Gedanke: WAAUUU! Wir haben keine Ahnung wie viele es gewesen sind, auf jedenfall haben sie uns während mehr als zwei Stunden immer wieder besucht, zumeist in Zweierpaaren: Heranschwimmen in ca. 50 m Abstand, dann  Auftauchen ca. 5 - 10m neben oder hinter dem Boot, dann unter Boot durch- oder nahe an dem Boot entlang getaucht. Einmal hats ausgesehen als wolle einer am Boot entlangstreifen, hat uns aber erstaunlicherweise nicht berührt. Die Tiere waren nicht alle gleich gross, aber fast so gross wie MEITLI, wir schätzten ca. 8 - 10m. Schliesslich haben wir sie mit Walbuch identifiziert: "Zwergwahle sind sehr neugierig und nähern sich gerne Booten." - Das kann man wohl sagen, haben uns äusserst beobachtet gefühlt. Der Name Zwergwal ist natürlich ein Witz: die Tiere werden bis 11m lang und 9 Tonnen schwer (min 2 Elefanten!). Motorgeräusch mit und ohne eingekuppelter Welle hat sie in keiner Weise abgeschreckt - na dann, bleibt ihr halt! hatten ein bisschen Bedenken dass sie sich irgendwann in der Nacht vor uns schlafen legen könnten. Haben vorsichtshalber Motorwelle für einmal nicht festgestellt, was erhebliches Summen erzeugt. Alle Sorgen waren unbegründet: es war eine wunderschöne, klare Nacht mit Millionen von Sternen und vielen Walen in unseren Träumen. Die Bauernregel des Tages: "Kommt der Wal, geht der Squall"


17/18.12.2006, 14°37’N/56°40’W bis 14°19’N/58°44’W, Wind E 3-4, Seegang 3, leicht bewölkt, nachts stärker+Regen. Etmal 123nm
Gestern Wind stark zurück, machen mit ausgenbaumter Genua noch knapp 4 Knoten Fahrt. Skipper etwas ungeduldig weil dümpeln findet er nicht lustig. Also Parasailor setzen. Die ganze Crew schon ein richtiges Team. Das Setzen des Dings ist nicht ganz einfach bei Wellengang und Wind - obwohl die Werbung dafür was anderes verspricht. Kein Verwursteln der Leinen, Schoten und des Bergeschlauches. Militärbläche Modell 1905 und Lederriemli 1911 als Schamfilschutz ums Vorstag. Die Blache hat mittlerweile schon ein Loch vom permanenten Scheuern. Ohne den Schutz wäre dieses in der Genua! Machen dann 5kn Fahrt. In der Nacht sternenklar, überholen anderes Segelschiff, dessen Licht nördlich zu erkennen ist. Felix und Martin erwischen Regen. Dann wieder trocken. Gegen morgen auffrischen, regnerische Bewölkung und mehr Seegang. Starker Regen zieht südlich und nördlich an uns vorbei. Jetzt wieder blauer Himmel mit lockerer Bewölkung. Heute zum Zmittag die letzte frische Tomate, sonst nur noch Kürbis, Kabis, Bölle. Haben fest vor morgen anzukommen. Noch 127 Seemeilen vor uns.


18/19.12.2006, 14°19’N/58°44’W bis 14°09’N/60°56’W, Wind E 4, Seegang 3, leicht bewölkt, nachts stärker bewölkt. Etmal 128nm (+1h…)
Passage Martinique – ST.Lucia im Morgengrauen. Kleine Fischerbötchen, schlecht sichtbar wie Korken auf den Wellen. Treffen um 09:00 local time (13:00 UTC), 19.12.2006 in der Rodney Bay, St. Lucia ein. Alle zwäg und munter! Grosser Empfang von vielen Seglerkollegen. Werden jetzt mal ruhen, (Champagner schon weggeputzt) und unser Schiff putzen.


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Ko Lanta, esse, schlafe und eifach nur relaxe
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