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Bild von: Romana & Benny Hohl Kammer
Reise: Durch die Natur des Suedens von Argentinien
Bericht: Am Ende der Welt in Ushuaia

Am Ende der Welt in Ushuaia

21.09.2006 15:54:54 (View count: 1831)

Al Fin del mundo

Ist in der ganzen Stadt zu lesen und auch unsere Pension trug diesen Namen. Ushuaia ist zwar die suedlichste Stadt der Welt, liegt jedoch ganze 300 km von den Kap Horn Inseln entfernt. Sie liegt am Beagle Kanal, der den argentinischen Teil Feuerlands vom chilenischen trennt. Er ist Hauptverbindung zwischen Pazifik und Atlantik und so manche Frachtschiffe durchqueren ihn. Auch viele Antarktik-Touristen fuellen hier ein letztes Mal ihren Proviantbeutel.

Bei einer Bootsfahrt im Kanal lernen wir so manches ueber die ehemaligen Ureinwohner dieses Gebietes, den  Yámana . Sie waren in ihren Kanus nur mit Seeloewenfellen bekleidet und jagten Fische und Robben. Dabei nahmen sie das kostbare Feuer mit auf ihr Nomadenboot, dass sie an den Ufern der unzaehligen kleinen Inseln im Kanal vor der Kaelte schuetzte. Magelan war bei seiner Entdeckungsreise wahrscheinlich so angetan von den vielen Feuern am Ufer, dass er das Gebiet kuzerhand Feuerland nannte.

Zurueck auf unser Ausflugsboot, welches gerade auf eine stinkende Felsinsel zusteuert. Darauf entdecken wir die unzaehligen Scheisser. Es sind Weissbauchkormorane, die neben den Seeloewen in der Sonne baden. Sie sehen aus wie Pinguine koennen jedoch sehr gut fliegen und tauchen bis zu 100m ins Wasser. Sie brueten auf Nestern die aus Algen und Kot als Zement bestehen. Kein Wunder das hier jeder die Nase ruempft. Auf dem naechsten Eiland legen wir denn auch an und werden zu einer kleinen Wanderung mitgenommen. Im Gaensemarsch folgen wir dem Guide auf einem streng vorgegebenen Pfad durch das Naturschutzgebiet. Er bewirft uns mit jeder Menge lateinischen Pflanzenbezeichnungen und zeigt die ehemaligen Lagerplaetze der Indianer. Petrus war uns wohlgesinnt und liess die Kaelte um uns mit strahlendem Sonnenschein vergessen.

Da wir bereits den Weiterflug gebucht hatten, entschieden wir uns am naechsten Tag noch etwas von den Bergen zu sehen. Eine gute Strasse schlaengelt sich westlich der Stadt in die Hoehe, welche immer wieder mit Abkuerzungen fuer Wanderer aufwartete. Zu warm eingepackt stapfen wir also die cirka zwei Stunden den Berg hoch. Dort beginnt das stadteigene Skigebiet. Es besteht aus einem Sessellift und zwei Waldabfahrten. Wer in Ushuaia richtig Skifahren will, hat hier nichts verloren. Der Lift brachte uns souveraen in die Hoehe, nur das Wetter wollte nicht so mitspielen. Also gings erstmal in die gemuetliche Bergbeiz einen feinen Gluehwein beim Jassen geniessen. Die Spazierwege zum Gletscher brachten uns durch dichtes Unterholz an einen fantastischen Aussichtspunkt. Danach bestand der Weg nur noch aus halbmeter hohem Neuschnee mit ein paar Vorspuren, diese haetten unsere Wanderschuhe bestimmt mit Schnee gefuellt.

Man solls ja geniessen!


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