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An der Kueste von Punta Delgado
An der Kueste von Punta Delgado
 
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Bild von: Romana & Benny Hohl Kammer
Reise: Durch die Natur des Suedens von Argentinien
Bericht: Im Naturreservat von Peninsula Valdes

Im Naturreservat von Peninsula Valdes

14.09.2006 17:06:04 (View count: 2169)
Es gibt verschiedene Moeglichkeiten die Natur auf der Halbinsel vor Puerto Madrin zu entdecken. Wir haben uns fuer die Variante "auf  eigene Faust" entschieden.

Nach der 22 Stuendigen Busfahrt von Buenos Aires kamen wir am Morgen im verschlafenen Staedtchen an. Nach Bezug eines rudimentaeren Hotelzimmers durchforsteten wir den grossen Wald der Tourangebote. Diese beschraenkten sich hauptsaechlich auf Eintagesausfluege, deshalb entschieden wir uns fuer ein Mietauto und Romana reservierte uns "en espagnol" ein Schlafplatz am Punto Delgada im Sueden des Naturreservates.
Das Ecocenter ausserhalb der Stadt lieferte mit seiner interessanten Ausstellung die beste Grundlage fuer den bevorstehenden Trip in die Fauna Patagoniens.

Am naechsten Morgen gings los. Den Gol (VW Golf) von Hertz brachte uns schnell zum Eingang des Naturreservates. Dort machten uns grosse Schilder auf die Gefahren des Ueberfahrens von herumlaufenden Tieren aufmerksam.  Als seien die Schauerbilder des Autovermieters vom Vorabend nicht genug gewesen, hielten wir uns strickte an die Tempolimite, denn bei der belaemmerten Dummheit der Schafe ist hoechste Vorsicht geboten.

Das erste Highlight bestand aus dem Besuch des Pinguin Nestgebietes. Dort erfuhren wir auf der gefuehrten Tour, so manche Besonderheit der Fracktraeger. Oder haettet ihr gewusst, dass zuerst die Maenchen  zu den Bruthoehlen kommen, um diese fuer ihre Gattin vorzubereiten. Das Weibchen interessiert sich naemlich nicht fuer das dort wartende Maennchen,  sondern einzig fuer den gepflegten Nistplatz.

Weiter gings durch die Pampa der Ostkueste entlang zu den Seeloewen, die hier ihre Geburten halten und die ersten drei Monate ihre Jungtiere fuettern.

Durch die langen Fahrzeiten kamen wir erst in der Daemmerung bei unserem Tagesziel an. Die Besatzung des ehemaligen Leuchtturmes erwartete uns freudig. Sie sorgte sich herzlich um uns und rundete den Abend mit einem Gourmetmenu ab.

Das Punto Delgado wurde seinem Ruf gerecht und verwoehnte uns am naechten Morgen mit einem vorzueglichen Buffet. Rosaria unsere Anprechsperson brachte uns danach auf einem steilen Kuestenpfad herunter an den Strand. Dort versammelte sich eine grosse Herde Seeelefanten und grunzte gluecklich in der Morgensonne. Bis fuenf Meter kamen wir an die Tiere ran und wurden fachmaennisch ueber das Verhalten aufgeklaert. Hier  ist gegenueber den Pinguinen die Welt noch in Ordnung. Das Maennchen, dass ein Vielfaches an Gewicht und Alter der Frauen erreichen kann, unterhaelt ein ganzes Harem von bis zu zwanzig Seekuehen.

Rosaria organisiert uns auch  den letzten Punkt unseres erlebnisreichen Ausfluges: Die Walbeobachtung mit der Agentur Moby Dick. Das verhaeltnismaessig kleine Boot fasst maximal 20 Personen und ist deshalb besonders geeignet die Glattwale Nahe zu beobachten.  Das Boot  brachte uns fuer zwei Stunden in die Welt der Riesensaeugetiere. Hautnah erlebten wir ihre riesen Finnen, die versteinerten Maeuler und den Spielwitz ihrer Kaelber. So schwammen sie unter unserem Boot hindurch und schubsten uns dabei ein bisschen umher.

Fazit: Wer genug Zeit mitbringt, soll noch einen weiteren Tag in der Kirche, wie die Einheimischen den Leuchtturm nennen, anhaengen. Dort kann man die Natur in vollen Zuegen geniessen und auch einmal hoch zu Ross die Gegend erkunden. Man wird zumindest in der Nebensaison so richtig verwoehnt. Wir hatten leider bereits die Weitrfahrt gebucht und sind nun 18 Stunden weiter suedlich.

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