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Antifouling erneuern
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Bild von: Martin & Christa Stäger & Stutz
Reise: Segeln mit MEITLI - von Basel nach Neuseeland
Bericht: Seglerlatein

Seglerlatein

28.07.2006 18:12:40 (View count: 2724)

Port Vendres, 28.7.06
Seglerlatein

Der längere Aufenthalt in Port St. Louis wurde dazu genutzt MEITLI seetüchtig zu machen. Der Mast*, der über ein Jahr lang hier eingelagert war musste geputzt, kontrolliert und zum Stellen vorbereitet werden. Salinge* mussten montiert werden. Die Dirk* musste repariert werden, da 10 von 19 Drähten in der Schlaufe der Masttopfixierung gebrochen waren, schön verdeckt von Klebeband. Ein zweites Grossfall* musste eingezogen werden. Der Verklicker* musste auf der UKW Antenne montiert werden, Windanzeige, Mastlichter, Radar wurden überprüft. Das Toplicht* hatte offenbar bei Transport des Mastes in oder aus der Halle einen Schlag erwischt, es hing am Kabel runter. Einige Male sind wir zu einem der zwei Schiffszubehörhändlern (frz. „Accastillage“) in Port St. Louis gefahren (mit Hafentaxi, eigenem Klappvelo oder mit geliehenen Mountainbikes). Schlussendlich wurden die Gewinde der Wantenspanner* (5/8 Zoll UNF – amerikanisches Feingewinde, überall an Lager und sofort erhältlich ) gereinigt und „gängig“ gemacht und die Spannhülsen an den Püttings* auf Deck vormontiert. Nach fast 3 Tagen Vorbereitung der grosse Moment. Der Pneukran hebt den Mast, schwenkt ihn über unser MEITLI, der Fuss des Mastes in den Schuh, Vorstag* mit Rollerfurling* anschlagen, dann Oberwanten*, Mittelwanten*, Unterwanten*, Achterstag*. Alles ging reibungslos vonstatten und in 20 Minuten konnten wir schon wieder an unseren Liegeplatz tuckern.

Das Programm der weiteren Tage war ebenfalls dicht gedrängt (man hat ja keine Zeit und muss sich beeilen ….): die Segel* wurden angeschlagen, Schoten*, Fallen*, Leinen* eingezogen. Eine Halterung für die Rettungsinsel musste gefunden werden, da diese bis anhin in einer Tasche unter Deck verstaut war – unseres Erachtens nicht ideal, wenn’s drauf ankommt. Sollen wir sie an den Heckkorb* hängen, oder auf dem Achterdeck* montieren? Wo stört sie am wenigsten, wo wird sie nicht geklaut? Christa votiert für Heckkorb, Martin für Achterdeck. Schlussendlich entscheiden wir uns fürs Vordeck, logisch oder? Die Montageerfahrung der vergangenen Monate machen das Anbringen von zwei Beschlägen zu einem Kinderspiel. Deckenplatte demontieren, anzeichnen, bohren, sikaflexen, Schrauben reindrehen, sikaflexen, Muttern und Unterlagsscheiben, wenig anziehen, am nächsten Tag voll anziehen. Gelernt ist gelernt.

Nun musste auch noch das Unterwasserschiff einen neuen Anstrich bekommen (sogenanntes Antifouling*, das Bewuchs von Algen und Muscheln hemmt), mangels Zeit, Ausrüstung und Erhältlichkeit der Farbe, hatten wir uns entschieden, dies erst am Meer machen zu lassen. Also Schiff aus dem Wasser, auf Bock und dann 3 Stunden warten. Offenbar war dem „Maler“ entgangen, dass wir am Abend wieder im Wasser sein wollten… Martin machte sich also auf die Suche und findet ihn auf dem riesigen Hafengelände … er machte gerade Reparaturen - am eigenen Boot… Freundliche Frage: wann er gedenke zu beginnen, wenn wir doch am Abend wieder im Wasser sein wollten – grosse Augen - Ce soir? – Oui, ce soir. – je commence maintenant. Tout-de-suite. Schliesslich dauert es fünf Minuten und mit Verstärkung macht er sich an die Arbeit. Zu zweit geht’s schneller und um fünf waren wir schon wieder im Wasser!

Unterdessen machte sich Christa ans Spleissen* des Umlaufschotes* für die Rollgross* Reffeinrichtung*. Ein sogennanter „Endlosspleiss in doppelt geflochtenes Tauwerk“. Mit der Anleitung eines kleinen Büchleins und einer Audiovisuellen CD (oder ist es die Audiovisuelle Anleitung ab CD?) gelingt es ihr in mehr als 4 Stunden die Seilenden zusammenzubringen. Spleissen ist eine Kunst, das muss man können. Blasen and den Händen, ab und zu fluchen, Schweiss und schlussendlich doch Freude über das Ergebnis. Christa wird zur ersten Oberspleisserin ernannt. ORDEN!


Erklärungen:

*Dirken sind Leinen, oder wie bei uns ein dünnes Drahtseil, die vom Ende des Baumes zum Masttop und von da runter an Deck laufen. Sie verhindern, dass der Baum beim Segelbergen auf das Deck fällt und halten den Baum waagrecht, wenn kein Segel gehisst ist. Engl. Nennt man sie „Topping Lift“


* Salinge (Engl. „Spreader“) spreizen die Wanten (das sind die „Drähte“, die den Mast abspannen)…..

.. ach was, ist mir zu mühsam, siehe besser: Deutscher Hochseesportverband „Hansa“ e.V. (Hrsg.), Seemannschaft, Bielefeld, 2001, Verlag Delius Klasing


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