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Denken liegt ihm nicht bei 40 Grad im Schatten
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Bild von: Romana & Benny Hohl Kammer
Reise: Aus der sibirischen Kälte ins tropische Mittelasien
Bericht: Aus der Hitze von Mandalay

Aus der Hitze von Mandalay

01.12.2005 20:32:36 (View count: 2271)

Stell dir vor du wachst auf, die ersten Sonnenstrahlen dringen in dein Zimmer und alles ist nass: das Laken, das Kopfkissen, dein ganzer Koerper. Kein einschlaeferndes Summen des Ventilators. Nein, der Generator wurde ausgeschaltet um Oel zu sparen. Du gehst unter die lauwarme Dusche, um den Schweiss abzuwaschen und schluepfst in deinen Longhi. Runter in den halbdunklen Fruehstuecksraum, in dem es angenehm kuehl ist. Dort laechelt dich einer der Soehne der Hausbesitzerin an und fragt dich ob du wiederum schwarzen Kaffee und ein Ruehrei moechtest. Da begreiffst du, wieso du ueberhaupt in dieser verdammten Hitze in Myanmar hockst: Wegen den herzlichen Leuten, die sich ruehrend um dich kuemmern ohne den fuer sonst typisch asiatischen Provitgedanke.
Kaum bist du aus dem Guesthouse rausspaziert fragt dich auch schon der Ritschkafahrer, wos denn heute hingehen soll. Du sagst ihm, du moechtest am Morgen zur beruehmten Buddhastatue spazieren. Er beschreibt dir den Weg exakt und raet dir durch den Hintereingang reinzugehen, um den Kassier und somit die Regierungsdollars zu umgehen. Du versprichst im Gegenzug, mit ihm am Abend auf den Mandalay "hill" zu fahren.
Die Sonne brennt immer heisser und nachdem du deinem allerheiligsten Buddha von Myanmar ein Goldplaettchen auf die Lenden geklebt hast, laeuft der Schweiss nur noch so runter. Zurueck ins Hotel heisst die Devise und zwar am besten ohne grosse Bewegung. Dort laesst es sich nur auf dem Dach aushalten, auf welchem du im Schatten ein laues Lueftchen von Suedost verspuerst. So ueberbrueckst du die Zeit von 11 Uhr bis 16 Uhr mit schlafen, lesen und viel Wasser trinken. Dann gehts runter zum Rischkafahrer, der dich schon sehnlichst erwartet. Durch die halbe Stadt faehrt er dich in 15 Minuten, wartet auf dich und bringt dich spaeter zurueck fuer schlappe 3000 Kyats (3 CHF).
Du hast Glueck, der 1729 Treppen hohe Aufstieg ist ueberdacht und dein Schweissfluss haelt sich in Grenzen. Auf halbem Weg spricht dich der erste Student an, ob er mit dir etwas plaudern darf. Du willigst ein und erfaehrst einiges ueber die Stadt, seine Studienrichtung und sein Lieblingsessen. Im Gegenzug bringst du ihm etwas vom europaeischen Leben naeher und schlenderst so den ganzen Berg hoch. Oben merkst du, dass dieser Student kein Einzelfall ist. Es stehen dutzende solcher Lernbegieriger auf der Aussichtsplatform und wollen ihr Englisch praktizieren. Vor lauter Schwatzen vergisst du ganz den Sonnenuntergang zu geniessen und streitest statt dessen mit einem Englischlehrer ueber Sinn und Unsinn  der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit einer ausgetrockneten Kehle und einem inneren Drang zur Ruhe gehts wieder runter. Du verspuerst erstmal an diesem Tag einen kleinen Hunger und fragst  den Driver ob er ein gemuetliches Restaurant kennt. Du dinierst vorzueglich zu kleinem Budget, waehrend dein Rischka Fahrer mit dem Trinkgeld an der naechsten Strassenecke Tee schluerft. Er bringt dich unversehen ins Hotel und du bist erleichtert. Der Generator laeuft!!!!


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