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Naechtliches Lichterspiel
Naechtliches Lichterspiel
 
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Bild von: Romana & Benny Hohl Kammer
Reise: Aus der sibirischen Kälte ins tropische Mittelasien
Bericht: Die Regierung spricht aus Yangon

Die Regierung spricht aus Yangon

01.12.2005 20:32:12 (View count: 2194)

Bericht zur Lage der Nation Myanmar

Informationspolitik
"Wir duerfen das Volk nicht einschuechtern!"
Streng nach diesem Grundsatz werden im staatlichen Fernsehen nur von Bahnhoefs- und Krankenhauseroeffungen berichtet. Gespickt mit graesslicher Volksmusik und ermuedenden Reden der Generaele. Unterschlagen wird jedoch, dass ein fuerchterlicher Sturm Teile der Kueste zerstoert und Yangon unter Wasser gesetzt hat. Sollen sich die Bewohner doch selber ueber Radio BBC informieren, wieso ihnen das Hausdach um die Ohren fliegt. Auch die Myanmar Times durfte den ersten Bericht ueber die Vogelgrippe erst drucken, als wir das Ganze unter Kontolle gebracht hatten ( Abschlachtung abertausender Federviehs). Bis auf Weiteres duerfen den lieben Touristen keine Huehner oder Enten angeboten werden!

Verkehrspolitik
Die Massnahmen, den Fortschritt weiterhin im Keim zu ersticken, bleiben gleich. Neufahrzeuge sowie Verbrauchsmaterial duerfen weiterhin nur durch das Militaer importiert werden. So bleibt dem Volk nur der teure Schwarzmarkt ueber die thailaendische Grenze. Die Wagen werden zudem durch die schlechten Strassenzustaende strapaziert. Leider bleibt der Reperatur- und Erfindungsgeist unseres Volkes. Die meist noch aus der 2. Weltkriegszeit stammenden japanischen Fahrzeuge Jahrgang 1945 werden so in Schuss gehalten.
Beim Schienenverkehr haben wir den lieben Touristen wieder einmal kraeftig ans Bein gepinkelt. So ist neu die Holzklasse fuer sie verboten und die Gebuehren fuer die Upper Class wurde vom Fuenffachen aufs Achtfache des einheimischen Preises angehoben.

Wir sind umgezogen: Paranoia?
Irgendwie hat unser Spionagedienst herausgefunden, dass Myanmar auf Buschs Blacklist der Terrorlaender steht. In einem Anflug geistiger Umnachtung haben wir uns spontan dazu entschieden, den ganzen Regierungsapparat mitsamt militaerischer Fuehrung quer durchs Land zu schaffen. So werden jetzt aus der Naehe von Mandalay irgend wo im Busch die Faeden gezogen. Was leider nicht beruecksichtigt wurde, dass dieses Unterfangen die ganze Stromversorgung der zweitgroessten Stadt des Landes lahmlegt. Also belasten die Generatoren nun rund um die Uhr das sonst schon versmogte Mandalay.

Neue Medien: Internet und Email
Um den Informationsfluss ueber Touristenkanaele zu unterdruecken, bleiben die Mailserver aller bekannten Emailserver gesperrt. Das gilt auch fuer Schweizer Bluewin Benutzer. Der Staat Myanmar bleibt weiterhin einziger Provider des Landes und hat deshalb auch die Kontrolle ueber alle Daten die das Land verlassen. Die Anschlusszahl von 64000 wird nicht erhoeht, sollen die restlichen 49 936 000 Einwohner sich diese teilen. Illegale Provider werden mit Gefaengnis bestraft und an den bekannten Bypassloesungen wird gearbeitet.

Das liebe Geld
Unser wichtigstes Gut um den Fortschritt und somit das Aufstreben des Poebels zu kontrollieren, ist und bleibt die Inflation. Durch unser Landwirtschaftsmonopol koennen wir auf die wichtigsten Gueter Einfluss nehmen. So haben wir das Kilo Reis nochmals von 300Kyat auf 600Kyat erhoeht. Die Kurse werden sicher wieder steigen. Auf dem Schwarzmarkt gabs vor drei Wochen noch 1200 Kyats pro USD, heute gibts bereits 1400Kyats. Regierungsposten werden wir neu in USD ausbezahlen, da wir ja sonst nicht wissen, was wir mit all den Touristengeldern machen sollen. So verdiente ein Lehrer vor 10 Jahren 450Kyats und heute 30 Dollar pro Monat. Wir hoffen somit, dem Abwandern der Lehrkraefte in die Tourismusbranche gegensetzen zu koennen.

Wir bitten Sie geschaetzter Leser diese Informationen unter strengster Geheimhaltung zu behalten. Sie beruhen aus Aussagen des Poebels und Erfahrungen der beiden Reisenden.


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