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Waschplatz im Strassendorf
Waschplatz im Strassendorf
 
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Bild von: Romana & Benny Hohl Kammer
Reise: Aus der sibirischen Kälte ins tropische Mittelasien
Bericht: Norden Laos Teil 2

Norden Laos Teil 2

08.04.2006 15:55:41 (View count: 2221)

Umziehgeschichte (Nom Noem - Non Khiaw)
In dem kleinen Doerfchen, wo sich die zwei einzigen Strassen verzweigen, sitzen wir umringt von neugierigen Dorfbewohnern und warten auf  den Bus. Wir verschenken unsere ganze Verpackungsschnur in Stuecken, um mit den Kindern zur Zeitvertreibung das Schnurspiel zu ueben. Zu unserer grossen Ueberraschung konnten die Dorfaeltesten mit uns mithalten, waehrend die Kinder gespannt zuschauten. Dies aber nur der Anfang einer langen Tagesreise.
Um elf kam dann also doch noch unser holpriges Gefaehrt. Eigentlich muesste die Strecke in sechs Stunden zu schaffen sein, wenn sich da nicht diese kleinen Zwischenfaelle eingeschlichen haetten.
Ums kurz zu machen sprechen wir mal nicht von den zwei platten Reifen fuer welche sie sage und schreibe mehrere Stunden Reparaturzeit brauchten, da der Wagenheber verklemmt war. Nichts Neues also. Wir warten geduldig wie es auch alle Andern tun.
Nun die Umziehgeschichte. Das war wirklich ein einschneidendes Erlebnis. So fuhren wir also in ein kleines Doerfchen wo sich anscheinend alle Einwohner versammelt hatten. Merkwuerdigerweise hatten viele von ihnen Traenen in den Augen und sie schienen sich mehr als Trauer zu umarmen alsdass sie etwas zu feiern haetten. Schnell stellte sich heraus, dass unser bereits schon ueberfuellter Bus als Zuegelwagen hinhalten musste. Da wurde doch tatsaechlich der ganze Haushalt einer sechskoepfigen Familie aufs Dach geschnallt. Deren Haushalt beschraenkte sich auf fuenfzehn Reissaecke gefuellt mit allerleih Waren und einem Fahrrad. Der leicht angetrunkene Vater hiefte also einen Sack nach dem andern nach oben waehrend sich das Teenagermaedchen flennend von ihren Freundinnen und Verehrern verabschiedete. Zugegebenerweise konnte auch Romana die Traenen nicht unterdruecken und am liebsten haette sie ihr alles nur moegliche geschenkt um sie wieder gluecklich zu stimmen.
Fuer uns endete die Busreise um Mitternacht wo wir als einzige in Non Khiaw ausstiegen und ein in schwarz eingefaerbtes verschlafenes Dorf antrafen. Mit der Hilfe eines bewaffneten Mannes der am Strassenrand sass kriegten wir aber doch noch ein Bett fuer die Nacht.

Brechreiz (Nom Noem - Non Khiaw)
Was ihr noch nicht wisst: Da der Norden sehr gebirgig ist haengt sich eine Kurve an die andere. Kaum belastet man die linke Pobacke wechselt es bereits wieder auf die Andere. Dieser Zustand erstreckt sich ueber die ganze Busfahrt, was den Laoten zum Verhaengnis wird. Beim Einsteigen werden sie schon mit "Kotzsaeckchen" ausgeruestet, von denen sie waehrend der Fahrt reichlich Gebrauch machen. Im viertelstunden Takt fuellen sie die Beutel und schmeissen sie alsdann aus dem Fenster. Uns hat es nie erwischt, schliesslich hat Romana ihren Haertetest schon auf der Transibirischen durchgestanden und Benny schien beim vielen lesen die Kurven vergessen zu haben.

Leben wie im Huehnerstall (Moeng Non Neua)
Morgen fuenf Uhr: Kickeri kii hier, kickeri kii da, unter dir und einfach ueberall. Diese Schreihaelse nehmen dich sofort in ihre Familie auf und du fuehlst dich wohl oder uebel gezwungen, ihrem Tagesrythmus zu folgen. Spaetestens um sieben stehst du senkrecht und fragst dich, welchem Hahn du als erstes den Kopf umdrehst. Und dies geschiet auch so, wenn du ein Menue mit "chicken" bestellst. Da sieht man den Koch erstmal herumrennen bis er eines der Gefieder eingefangen hat. (kann also alles in allem durchaus eine Stunde dauern) Knacks und schon bruzzelts in der Pfanne. So gute Huehner kann man wohl nirgends wo anders essen. Sie schmecken einfach vorzueglich. Kein Wunder sie teilen ja auch ihren Wohnraum mit uns. Zumindest ist unser Bungalow in ihrem Garten plaziert, was wieder das Kikeri kii oben, unten, vorne und hinten erklaehrt. Der Kreislauf schliesst sich also, sie wecken uns, wir essen sie und schon warten weitere hunderte darauf zu schreien. Keine Angst uns vergeht der Appetitt nicht so schnell. 

Tagesrituale (Moeng Non Neua)
Wieso soll man sich im Fluss waschen wenns auch eine Dusche gibt?
Hier die Begruendungen: Erstens kommt aus der Duschbrause, welche ohne Zweifel aus dem letzten Zeitalter stammt, nur troepfchenweise Wasser. Haelt man sie jedoch auf Kniehoehe, kann man ihr tatsaechlich einen kleinen zahrten Strahl entlocken. Die Erleuchtung findet Benny als er den Wasserbehaelter draussen inspektiert von welchem aus die Wasserroehre zur Brause fuehrt. Wenn der Behaelter also nicht randvoll ist, kann nur eine Kroete oder ein Gecco in Ruhe duschen.

Ach du dummer Ochse (Moeng Non Neua)
Bei einer auf eigene Faust Eintagestrekkingtour durch den Dschungel und auf Reisfeldern kommt man nicht daran vorbei, sich mit den Wasserbueffeln anzufreunden. Diese stehen naemlich wie bei uns die Kuehe einfach so im Weg herum. Einmal war es aber eine ganze Horde und wir fuehlten uns doch eher unterlegen und unsere Haare standen uns zu Berge bei dem blossen Gedanken, diese Hoernerherde zu durchqueren. Also waehlten wir einen anderen Weg, der uns genauso wenig als der Richtige schien wie der diesige. Umso dankbarer waren wir spaeter den Viechern, da sie uns doch tatsaechlich vom falschen Weg abgehalten hatten und wir erfolgreich eines der winzigen Doerfer fanden. Die hier uebrigens nur zu Fuss zu erreichen sind.

Elefantenplage (Pack Beng - Huai Xai)
Wir sprechen hier nicht von den borstigen Riesen sondern der blau-linigen Einstriche Elefanten auf Papier. Romanas Grossvater hat sie einst mit Zuckerguss auf Torten gespritzt und ihr als kleines Maedchen die korrekte Linienfuehrung geizeigt. Wo sollten sich die Ruesseltiere wohler fuehlen als hier in Asien? Also verbreitet Romana hier das Elefantenzeichnungsfieber, was bei den Kindern natuerlich gut ankommt (siehe Beweisfoto). Kurse koennen bei unserer Rueckkehr bei Romana angefordert werden.


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