Inseln und Wasserfaelle im Sueden von Laos
21.03.2006 08:19:31 (View count: 2610)
Eine andere Welt
Nicht die Landschaft hat sich stark veraendert, nein, die Mentalitaet der Leute wurde auf einmal ganz anders. Das liegt an der Philosophie in welcher die Laoten leben. Arbeite nicht zu viel, dass schadet deinem Hirn. Denke nicht zu viel, dass schadet ihm ebenfalls. Bei allem, was du tust, versuche Spass rein zu bringen. So kam es uns dann auch vor als wir die Grenze passierten. Dort haben sich die Zoellner einen Spass daraus gemacht fuer jeden Stempel noch was dazu zu verdienen. Am Wochenende koennen es bis zu zehn Dollar sein. Bei uns verlangten sie 2 Dollar. "Das ist zu viel", dachten wir und legten je einen Bug auf den Tresen. Nach einer Zeit gegenseitigen Anlaechelns nahm er den Dollar und liess uns passieren. So einfach gehts.
Auf der Insel
Vom kambodschanischen Zoll aus gehts eine Stunde noerdlich zu den 4000 Inseln im Mekong. Davon sind drei besiedelt. Wir suchen uns die Kleinste namens Dong Det aus und fahren mit einem schnittigen Faehrboetchen rueber. Dort angekommen, waren wir erstmal verwirrt. Wo waren die Hoteliers, welche sonst immer Gaeste anheuern wollen? Die gibts in Laos nicht. Macht ja sowieso keinen Sinn, die Leute kommen in ein Hotel, wenn sie muede sind. Wir hatten uns fuer ein Mittelklasse Bungalow an der Sonnenuntergangsseite entschieden. Der grosse Luxus bestand aus Strom, welcher der droehnende Generator von Sonnenuntergang um halb sieben bis um zehn in der Nacht lieferte. Man musste also sein "Firabigbier" schnell leeren, um noch in den Genuss eines Ventilators zu kommen. Kein Problem, die laotischen Barkeeper chroesen sowieso ab neun Uhr Abends in ihrer Haengematte. Fuer die Rechnung oder einen naechsten Drink kannst du sie aber gerne wecken.
Die Insel selbst war wunderschoen. In einer Stunde hat man sie durchquert und die paar Einheimischen Haeuser gesehen. Ueber eine Eisenbahnbruecke, die die Franzosen vor einem halben Jahrhundert errichtet haben, erreicht man die zweite Insel und deren Wasserfaelle. Nichts Spektakulaeres, aber eine angenehme Abkuehlung, wenn man am kleinen Beach in das "sauebere" Mekongwasser springen kann. Auf jeden Fall ein vertraeumter Start fuer uns Reisende.
Das Bolaven Plateau
Von unserem Basiscamp Pakse, gings auf eine Motorbike Tour durch das Hochland Suedlaos. Nach den ersten 30km kam der Rueckpfiff. Fehlstart, wir hatten einen Platten und fuenf Speichen unseres Hinterrades verlohren. Mit dem etwas formschwaecheren 100cc Ersatztoeffli gings erneut auf die Komfortpiste. Am ersten Tag nahmen wirs gemuetlich und blieben beim dritten Wasserfall haengen. Dort konnten wir uns im etagierten Gischwasser von der Hitze erholen. Romana nutze das saubere Wasser zur Geldwaescherei. Zu muede um sich ihre Badehose zu montieren stuerzte sie mit samt den Kleidern ins Wasser. Die Hosentaschen geleehrt jedoch das secret Bauchtaeschli immer noch unter der Hose wurde halt alles plitsche nass.
Am zweiten Tag gings rund. Nicht nur die Strasse wurde schlechter. Es gab keinen Asphalt mehr, nur noch Erde, Sand und jede Menge Steine. Auf diesem Zwischenstueck waren wir auch Mutterseelen alleine. Keine Einheimischen kreuzten unsere Schotterpiste fuer Stunden. Nur ein Jaeger mit Schrotgewehr und Machete im groessten Tigergebiet von Laos. Wir sahen erstmal keinen. Klar mit dem Laerm den wir um uns huellten. Dafuer umschwirrten uns hunderte von Schmetterlingen in den schoensten Farben. Nachtlager fanden wir im viel zu teuren TadFane Ecotourist Resort. Es war kurz vor dem Eindunkeln und die naechste Stadt eine Stunde entfernt. Da goennten wir uns den Luxus und liessen uns vom 120m tief fallenden Wasser einschlaefern. Die Enttaeuschung kam am naechsten Morgen als der gewuenschte Guide fuer den Dschungeltrek gerade busy war und wir auf eigene Faust zum Wasserfall finden wollten. Trotz pfadfinderischer Faehrtenaufnahme fanden wir den richtigen Weg nicht. Nur die Muellhalde des angeblichen Ecotourist Resort kreuzte unseren Weg und oeffnete uns die Augen. Vermeidet diese Abzocker Monopolisten!
Der etwas weiter noerdlich gelegene Wasserfall ist zwar nicht so hoch, aber dafuer mit viel mehr Liebe in Schuss gehalten und man kann bis zum Fuss absteigen.
Zurueck in Pakse gehts nun auf den Nachtbus nach Vientiane, der im Norden liegenden Hauptstadt Laos.