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Bild von: Romana & Benny Hohl Kammer
Reise: Aus der sibirischen Kälte ins tropische Mittelasien
Bericht: Kratie, Bus Geschichten und Delphine

Kratie, Bus Geschichten und Delphine

15.03.2006 11:32:38 (View count: 2423)

Hier in Kambodscha sind sie uns in einem voraus. Wenn ich nur denke wie schlecht wir den Platz unserer Transportmittel zu Hause ausnutzen, ein wahrer Benzinverschleiss. Auch hier haben sie Autos, Pick ups, Minibusse und grosse Busse, einfach wissen sie sie besser zu fuellen. Und wenn ich fuellen meine, dann ist das auch Wort woertlich so gemeint.

So fuhren wir also in einem 45 plaetzigen Bus von Siem Riep nach Kampong Cham. 45 Plaetze ist aber nicht gleich 45 Passagiere. Schliesslich hat es im Zwischengang ja noch reichlich Platz. Sobald also alle regulaeren Sitze besetzt sind werden den Restlichen, noch nicht plazierten Gaesten Plastikhocker unter die Hintern geschoben. So laesst es sich doch locker fuenf bis sechs Stunden aushalten. Zudem wird ja alle 2 Stunden einen Bisi Stop eingelegt, wobei sich die Maenner am Strassenrand in Reih und Glied stellen, waehrend wir Frauen uns gerade unterhalb hinter dem schmalen Buschwaendchen hinkauern. Uebrigens tragen viele Kambodschaner grosse Tuecher auf ihren Koepfen um sich vor der Hitze zu schuetzen. Diese sind dann auch sehr praktisch als Uriniervorhang einfach um sich herum zu schlingen und anschliessend zur Reinigung als Badehose im Fluss zu tragen. Die wissen einfach die praktischen Sachen vielseitiger zu verwerten. Unglaublich. Nebenbei faehrt uebrigens auch noch ein Hahn in der vorderen Reihe mit und sorgt mit seinem Kickericki dafuer, dass der schlaefrige Fahrer auch sicher nicht einnickt.

Von Kampong Cham faehrt leider am Nachmittag kein Bus mehr nach Kratie, wo wir unseren naechsten Stopp planen. Es bleibt uns aber die Moeglichkeit ein "shared Taxi" zu nehmen. Ok, ist zwar etwas teurer, aber wenigstens hat man genuegend Platz, denken wir. Dem sei aber nicht so, noe noe, da wird gewartet bis man sieben Passagiere beisammen hat. Wie die alle mit samt Fahrer in ein Auto passen? Als erstes darf der Moench vorne einsteigen, neben ihn quetscht sich ein ungewoehnlich robuster Kambodschaner. Die haben ein Glueck, dass wir bereits zweieinhalb Stunden auf einen siebten Mann gewartet haben, jedoch keiner kam und wir somit nur sechs Passagiere sind. Also sind sie vorne nur zu dritt mit dem Driver. Hinten haben wirs dann ganz schoen eng. Die vier Gesaesse passen gerade just in den Wagen. Von einer Millimeter Bewegung nur zu traeumen. Das Resultat kannst du dir am Abend beim Duschen ansehen. Rote Striemen wenn nicht schon Schuerfwunden. Meine mit Schweiss durchtraenkten Hosen liessen die Seitennaehte bei jedem Schlagloch mit deren der Sitznachbarin raufen. Das herzliche Laecheln der Fahrgaeste, mehr oder weniger die einzige Verstaendigung im Wagen, laesst uns aber auch diese zweieinhalb Stunden Fahrt glimpflich ueberstehen.

In Kratie gibts ein paar scheue Delphine zu bestaunen und man kann sich im seichten Mekongwasser abkuehlen.
Uebrigens das mit dem achten Mann im Auto haben wir jetzt auch mitbekommen. Was wir persoenlich sahen, war also eine Braut, welche sich mit dem Braeutigam auf den Beifahrersitz quaetschte, Kleid included versteht sich. Dann setzt sich der Fahrer rein und anschliessend kriecht ganz elegant noch die vierte Person unter des Fahrers Arme durch und plaziert sich so, dass sie dessen Blickfeld nicht all zu sehr einschraenkt. Hinten vier wie immer.

Ah da haetten wir noch das Erlebnis von Siem Riep. Ok, sorry ein kleiner Sprung zurueck. Dazu zu sagen ist, dass dies der Touristenort ist.
Das Aussteigen aus dem Bus war also ein wahres Abenteuer. Schon von Innen her sahen wir die hunderten von Motorbikefahrer Nasen, welche sich mit ihren Preisschildern an die Fensterscheiben klebten. Ein Polizist mit Knebel und Trillerpfeiffe steht bei der Bustuere und scheucht die Meute wenigstens soweit zurueck, dass man aussteigen kann. Wie im Film sag ich euch. So muss sich ein Promi fuehlen. Kaum hast du den Bus verlassen bist du von drei bis vier Fahrern umringt, die dich auch keine Sekunde mehr aus den Augen lassen. Nur muehsam kommt man bis zum Gepaeck vor. Hat man sich dann fuer einen Fahrer entschieden, ist der ganze Spuck vorbei. Uff.

Die ueberfuellten Pick ups mit den enormen Lasten und Personen auf den Daechern haben wir noch nicht ausprobiert. Vielleicht in Laos.


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