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Transport zum Grenzboot
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Bild von: Romana & Benny Hohl Kammer
Reise: Aus der sibirischen Kälte ins tropische Mittelasien
Bericht: Flussfahrt durchs Mekongdelta

Flussfahrt durchs Mekongdelta

10.03.2006 13:31:16 (View count: 2567)

Meine Damen und Herren, ich bitte Sie um ihre Aufmerksamkeit. Schoen dass Sie es um fuenf Uhr Morgens schon hierher geschafft haben. Ich begleite Sie heute auf unserer gemeinsamen Fahrt durch das Labyrinth des Mekongs. Sie brauchen sich keine Schwimmweste festzuschnallen, denn dieses Boot ist seit zwanzig Jahren wasserdicht. Das versprochene Morgenessen haben Sie bereits in einem Plastiksaeckchen erhalten. Es besteht aus frischen Bananen und Baguette.
In der naechsten Stunde koennen Sie fortwaehrend den Kopf um 180 Grad drehen, um mit etwas Glueck den Sonnenaufgang in sich aufzunehmen. Wir werden zu diesem Zweck nicht extra anhalten, denn Zeit ist Geld und von dem habe ich nicht genug erhalten.
- Pause -
Wir erreichen gerade den ersten Floating Market. Es wird sich zuerst ein Kaffee und Getraenkeboot naehern. Bitte greifen Sie zu, auch ich werde es tun, sollten sie sich nicht wehren, natuerlich auf Ihre Kosten. Waehrend des Marktes werden wir den Motor abstellen um an vielen verschiedenen, mit Fruechten und Gemuesen gefuellten Booten vorbei zu rudern. Ach wie schoen, schon werden Sie bei diesem Ananas Haendler herzlich eingeladen, auf dessen Deck die geschaelten Goldfruechtchen zu vertilgen.
Wann immer Sie die Lust nach einer Vitaminbombe verspueren geben Sie mir dies mit klaren Handzeichen zu verstehen. Und los gehts ... Mango ... Banane "platsch" ... Vietnamesisches Gemuese ... Rueben ... Gurken ... "platsch" ... Reissuppe (Kurze Pause fuer mein Morgenessen) ... Kokosnuss "platsch" ... Grapefruit ... und so weiter und so fort.
- Pause -
Naechster Halt ist wiederum ein Floating Market, diesmal etwas kleiner und gedraengter, da wir den Hauptfluss verlassen haben. Eine Pinkelpause wird kurz darauf folgen. Selbstverstaendlich in einem Restaurant meines Vertrauens, damit diese auch noch einen Kunden abkriegen. Weiter gehts in den Schlangenfluss. Dieser heisst etwa nicht wegen der Reptilien so, denn diese faenden sich in diesem trueben Gewaesser nicht zurecht. Nein, er windet sich wie eine Schlange kurvig durch die Landschaft und wird fortwaehrend schmaler und schmaler. Rechts und links dem Fluss entlang koennen Sie die Eingebohrenen bewundern, wie sie ihre Kleider waschen, Kinder baden und Altoel im Fluss entsorgen. Wir werden weitere vier Stunden in diesem Gewirr umhertuckern, also nehmen Sie eine rueckengerechte Haltung ein sonst fuehlen Sie sich am Abend wie geredert.
Das Highlight unseres heutigen Ausflugs, besteht aus einem Flora- und Faunapark, dessen Hauptziel ueberteuertes Essen zu verkaufen, geheim gehalten wird. Ich fuehre Sie in das Geheimnis des Zuckerrohrs und der Mangobaeume ein, um alsdann ueber eine Affenbruecke zu balancieren. Zur Kroenung beachten Sie die vielen Tiere. Da gibts zwei Krokodile, die sich ihr 1m2 Kaefig teilen. Einen Affen, der mit einer 20cm Eisenkette an sein Baeumchen gekettet ist und 2 Eichhoernchen, die sich quitschend in einem kleinen Vogelkaefig raufen. Waehrend Sie sich in der Haengematte ausruhen, wird ihr gewuenschtes Mittagessen frisch zubereitet.
Da Sie nach dem Essen bestimmt schlaeferig sind, bringen wir Sie zurueck zum Hafen.

Danke fuer ihre Teilnahme. Ich werde mir mit ihren 2 mal 12 Dollarn vielleicht einen Englischkurs leisten.

Dies waeren ungefaehr die Worte einer deutschen Reisebegleitung gewesen. Wir genossen lediglich den englischen zehn Worte Wortschatz unserer Capitaenin. Dieser beinhaltete hauptsaechlich Fruechtenamen wie "see Banana, this Mango, Pineapple very good" ... also alles was man zu wissen braucht und ganz bestimmt nicht selbst erkannt haette. Aber dennoch hat sich die Reise gelohnt, waren wir doch mit unserem kleinen Boot mitten im Geschehen und konnten wann immer wir wollten einen Stop einlegen.

Als haetten wir unsere Hintern nicht schon genug strapaziert haben wir dann noch eine weitere Bootsreise zur und ueber die Kambodschanische Grenze angehaengt. Sauna war bei diesem Trip "included", das Waeschewaschen am Abend leider nicht. Die Busfahrt ins Stadtzenter Phnom Penh's ein Erlebnis. Man stellt sich des Chauffeur's Beifahrersitz vor, vollgestopft bis an die Decke mit Rucksaecken. Bei jedem Schlagloch ruecken die schweren Dinger wieder einen Rutsch nach hinten und muessen fortwaehrend mit einem Kick wieder nach vorne geschoben werden. Immerhin konnten wir alle im Bus Platz nehmen und mussten uns nicht, wie es hier so manche tun, auf dem Dach festkrallen.


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