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Sai Kun 2
Sai Kun 2

Noch mehr zum Essen!

 
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Bild von: Peter Schmid
Reise: Geschäftsreise Hong Kong
Bericht: Hong Kong weekly: week 1

Hong Kong weekly: week 1

01.03.2006 16:34:31 (View count: 2183)
Hoi zäme!

Schon ist die erste Woche in Hong Kong vorbei, noch
drei ereignisreiche Wochen stehen vor mir.

Hab wieder einiges erlebt, aber zuerst mal Kung Hei
Fat Choi! Das bedeutet in etwa „ich wünsche Gesundheit
und Wohlstand“. Vor 2 Wochen hat drum in China das
Jahr des Hundes angefangen. Da wünscht man sich dies
so wie bei uns „es guets nöis“. Typisch für die
Geldgier der Chinesen ist, dass das man sich Wohlstand
wünscht. Wenn ich an unsere „viel Glück, alles Gueti,
etc.“ denke, schon ein anderer Denkansatz… Die Stadt
ist reich verziert, z.B. auch die Fassaden der
Hochhäuser, siehe Foto. An Chinesisch Neujahr ist es
auch Brauch, dass Verheiratete den Singles, resp.
Vorgesetzte ihren Angestellten Lai-Si geben. Ein
Lai-Si, frei übersetzt Glücksgeld, ist ein Rotes
Couvert, da drin hat es Geld. Ein schöner Brauch, der
im Grunde dazu dient einen kleinen Vermögenstransfer
von denen die es haben zu denjenigen die noch jung
sind und das Geld gebrauchen können ermöglicht. Nur
hat es bei uns im Büro z.B. viele Frauen um die 40, so
auf Geld und Karriere aus, dass Sie nie geheiratet
haben, dass Sie für immer singles bleiben. Dass diese
genauso wie die Jüngeren nach Neujahr auffallend
freundlich bei den Verheirateten vorbei gehen und Kung
Hei Fat Choi wünschen ist schon fast jämmerlich.
Sowieso komisch wie es Leute gibt die in dieser
Hinsicht wahre Profis sind und in ganzen Beutezügen
die ganzen Verheirateten abgrasen, dabei hätten sie es
gar nicht nötig. So kommen einige Lai-Sis zusammen.
Auch ich hab in der Zwischenzeit etwa 8 gekriegt ohne
mich danach zu strecken. In der Regel ist eine Note
von HKD 20, 50 oder 100 drin, somit läppert sich schon
etwas zusammen 6 HKD sind ca. 1 CHF. Als normaler
verheirateter rechnet man so 200-300 Lei-Sis, als
zusätzlich Vorgesetzter einiges mehr.
Nur eine kleine Facette der Geldbessessenheit der
hiesigen Leute. Ein anderes Erlebnis diesbezüglich: Am
Samstag war ich wieder mit meinem Kollegen Frankie
(der Spielzeugmacher), seine Frau Rica und Kollegin
Grace unterwegs. Dabei auch eine neue Kollegin von
Grace, Esther. Zu ihr später mehr. Zuerst waren wir
wieder am Pferderennen, ich hab gewettet, kleine
Beträge, meistens auf 2-3 Favoriten gesetzt, Sieg und
Platz unter 1-3 (von 14) und hab so immerhin ein Plus
von ca. HKD 200 erreicht, hat Spass gemacht. Später am
Abend waren wir wieder in SaiKung, dem SeaFood
Restaurant, wo alles so frisch ist, man sucht sich das
Essen vor dem Haus im ich nenne es mal „little
Seaworld“ aus, und hat es 20 minuten später
schmackhaft zubereitet auf dem Teller. Fotos anbei.
Eben jetzt zu Esther. Sie arbeitet auch für eine Bank
und eine typische Vertreterin. Unverheiratet, ca. 42
J. alt, Louis-Vuitton Accessoires. Sie sagt sie liebt
Geld, Geld ist alles für Geld macht Sie alles… Ich
sollte als Banker die gleiche Einstellung haben, nach
Hong Kong kommen, hier verdient man mehr Geld, Geld
bedeutet, nicht nur eine Freundin (hab ich nie als
Nachteil empfunden…), ich kann alles haben was ich
möchte hier in Hong Kong, ich müsse mir zudem eine
reiche Gotte hier suchen, die würde mir viel
ermöglichen, Sie selber hat auch einen grosszügigen
Freund, Geld macht Glücklich etc., etc.
Kleiner Einschub meinerseits: Hong Kong hat die
höchste Millionärs-, aber auch Seitensprungs- ,
Scheidungs-, und was am schlimmsten ist Selbstmordrate
der Welt. Kondom und Viagraproduzenten verzeichnen
zudem die niedrigste Sexquote weltweit. Nur soviel zum
Thema Geld macht Glücklich…
Ich hatte mit ihr eine interessante Diskussion, ohne
aggressiv zu werden, hab ich ihr erklärt, dass man
sich liebe nicht mit Geld kaufen kann, und gerade sie
die deswegen sogar auf Kinder verzichten wird, wird
einmal einsam sterben, ihr Götti schon lange Tod,
vielleicht warten noch ein paar entfernte Verwandte
gierig darauf, dass sie endlich stirbt. Nun ja, sie
war nicht zu überzeugen, ich sei sehr altmodisch, ich
müsse umdenken etc. Echt lustig, und irgendwie zum
Gröhlen, wenn auch tragisch, ist das doch bei weitem
kein Einzelfall…

Da ich immer noch beim Samstag bin, mach ich dort
weiter. Nach Sai Kun ging ich noch in den Ausgang nach
Lan Kwai Fong. Ein Spanier, den ich auf meinem letzten
Trip kennengelernt habe, kauft hier in Kong Kong Waren
aus China ein, für El Corte Ingles (nein, nicht Playa
del Ingles!), eine riesige Spanische Warenhauskette.
Er zieht ab nächste Woche nach Neu Dehli, und wird
dort das gleiche für Indische Textilien und Schmuck
machen. Daher hat er, zusammen mit vielen anderen
Spaniern, Kolumbianern und Argentiniern seinen
Abschied gefeiert. Lustig jeweils die Reaktion der
anderen auf meine Begrüssung: Hola, soy Peter de Suiza
(Hi, ich bin Peter aus der Schweiz) zu sehen, da man
sich nicht gewohnt ist, dass ein Schweizer fliessend
spanisch kann, und dann das verschwinden des
Fragezeichens zu sehen beim nächsten Satz „mi madre es
ecuatoriana“ (meine Mutter ist ecuadorianerin). So war
es ein schöner Abend mit gleichaltrigen, die alle in
einem fernen Land sind, und alle miteinander Spanisch
sprechen, etwas das ich halt in meinem Job selten tu.
Apropos Spanisch und Ecuador. Hab ja Tickets gekriegt
für Ecuador-Costa Rica, und Schweiz-Korea. Welch
Freude zu erfahren, dass George, der Ecuadorianer der
hier in HK lebt, auch Tickets für Ecuador-Costa Rica
bekommen hat. Somit wird es eine kleine Fiesta in
Hamburg geben, wenn wir uns vor oder nach dem Spiel
noch treffen.

Was war sonst noch neben dem Samstag, der ja
eigentlich erst gerade gestern war?
Nun ja, der Flug war gut, 5 Stunden geschlafen,
dazwischen noch eine Dokumentation über das Leben von
Maradona (noch immer verehre ich Ihn) und über die
Skibewerbe an Olympischen Spielen (die jüngeren unter
euch wissen es vielleicht nicht, aber es gab Zeiten,
da war die Schweiz keine Tennis und Segelnation,
sondern holte Medaillen en Masse im Skifahren (ähnlich
wie Snowboard, nur anstatt ein Breit hat man pro Fuss
je eine langes schmales Lättchen am Fuss*g*)). Zudem
fein gegessen und den Flug genossen. Sonntag abend in
Hk angekommen, ausgepackt, nichts war zerknittert da
diesmal gut eingepackt (danke Säbeli) und dann wollte
ich eigentlich schlafen, aber obwohl müde, konnte ich
bis 5 uhr nicht einschlafen, Montag war ich
dementsprechend kaputt, und schlief die nächste Nacht
tief wie im Koma. Sonst unter der Woche wie immer,
Kunden treffen, Treffen vor-und Nachbereiten,
Büroarbeit, Leute anrufen um treffen abzumachen etc.
es wird auf Geschäftsreise fast nie langweilig.

Ich wünsche euch eine Gute Woche

Hebid Sorg

Grüesse aus Fernost

Peach

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