| Gallery Kung het fat choy ![]() In ganz Hong Kong auf riesigen Hausfassaden zu sehen: Glückwünsche für das neue Jahr
Hong Kong weekly: week 1 01.03.2006 16:34:31 (View count: 2102) Hoi zäme!Schon ist die erste Woche in Hong Kong vorbei, noch drei ereignisreiche Wochen stehen vor mir. Hab wieder einiges erlebt, aber zuerst mal Kung Hei Fat Choi! Das bedeutet in etwa „ich wünsche Gesundheit und Wohlstand“. Vor 2 Wochen hat drum in China das Jahr des Hundes angefangen. Da wünscht man sich dies so wie bei uns „es guets nöis“. Typisch für die Geldgier der Chinesen ist, dass das man sich Wohlstand wünscht. Wenn ich an unsere „viel Glück, alles Gueti, etc.“ denke, schon ein anderer Denkansatz… Die Stadt ist reich verziert, z.B. auch die Fassaden der Hochhäuser, siehe Foto. An Chinesisch Neujahr ist es auch Brauch, dass Verheiratete den Singles, resp. Vorgesetzte ihren Angestellten Lai-Si geben. Ein Lai-Si, frei übersetzt Glücksgeld, ist ein Rotes Couvert, da drin hat es Geld. Ein schöner Brauch, der im Grunde dazu dient einen kleinen Vermögenstransfer von denen die es haben zu denjenigen die noch jung sind und das Geld gebrauchen können ermöglicht. Nur hat es bei uns im Büro z.B. viele Frauen um die 40, so auf Geld und Karriere aus, dass Sie nie geheiratet haben, dass Sie für immer singles bleiben. Dass diese genauso wie die Jüngeren nach Neujahr auffallend freundlich bei den Verheirateten vorbei gehen und Kung Hei Fat Choi wünschen ist schon fast jämmerlich. Sowieso komisch wie es Leute gibt die in dieser Hinsicht wahre Profis sind und in ganzen Beutezügen die ganzen Verheirateten abgrasen, dabei hätten sie es gar nicht nötig. So kommen einige Lai-Sis zusammen. Auch ich hab in der Zwischenzeit etwa 8 gekriegt ohne mich danach zu strecken. In der Regel ist eine Note von HKD 20, 50 oder 100 drin, somit läppert sich schon etwas zusammen 6 HKD sind ca. 1 CHF. Als normaler verheirateter rechnet man so 200-300 Lei-Sis, als zusätzlich Vorgesetzter einiges mehr. Nur eine kleine Facette der Geldbessessenheit der hiesigen Leute. Ein anderes Erlebnis diesbezüglich: Am Samstag war ich wieder mit meinem Kollegen Frankie (der Spielzeugmacher), seine Frau Rica und Kollegin Grace unterwegs. Dabei auch eine neue Kollegin von Grace, Esther. Zu ihr später mehr. Zuerst waren wir wieder am Pferderennen, ich hab gewettet, kleine Beträge, meistens auf 2-3 Favoriten gesetzt, Sieg und Platz unter 1-3 (von 14) und hab so immerhin ein Plus von ca. HKD 200 erreicht, hat Spass gemacht. Später am Abend waren wir wieder in SaiKung, dem SeaFood Restaurant, wo alles so frisch ist, man sucht sich das Essen vor dem Haus im ich nenne es mal „little Seaworld“ aus, und hat es 20 minuten später schmackhaft zubereitet auf dem Teller. Fotos anbei. Eben jetzt zu Esther. Sie arbeitet auch für eine Bank und eine typische Vertreterin. Unverheiratet, ca. 42 J. alt, Louis-Vuitton Accessoires. Sie sagt sie liebt Geld, Geld ist alles für Geld macht Sie alles… Ich sollte als Banker die gleiche Einstellung haben, nach Hong Kong kommen, hier verdient man mehr Geld, Geld bedeutet, nicht nur eine Freundin (hab ich nie als Nachteil empfunden…), ich kann alles haben was ich möchte hier in Hong Kong, ich müsse mir zudem eine reiche Gotte hier suchen, die würde mir viel ermöglichen, Sie selber hat auch einen grosszügigen Freund, Geld macht Glücklich etc., etc. Kleiner Einschub meinerseits: Hong Kong hat die höchste Millionärs-, aber auch Seitensprungs- , Scheidungs-, und was am schlimmsten ist Selbstmordrate der Welt. Kondom und Viagraproduzenten verzeichnen zudem die niedrigste Sexquote weltweit. Nur soviel zum Thema Geld macht Glücklich… Ich hatte mit ihr eine interessante Diskussion, ohne aggressiv zu werden, hab ich ihr erklärt, dass man sich liebe nicht mit Geld kaufen kann, und gerade sie die deswegen sogar auf Kinder verzichten wird, wird einmal einsam sterben, ihr Götti schon lange Tod, vielleicht warten noch ein paar entfernte Verwandte gierig darauf, dass sie endlich stirbt. Nun ja, sie war nicht zu überzeugen, ich sei sehr altmodisch, ich müsse umdenken etc. Echt lustig, und irgendwie zum Gröhlen, wenn auch tragisch, ist das doch bei weitem kein Einzelfall… Da ich immer noch beim Samstag bin, mach ich dort weiter. Nach Sai Kun ging ich noch in den Ausgang nach Lan Kwai Fong. Ein Spanier, den ich auf meinem letzten Trip kennengelernt habe, kauft hier in Kong Kong Waren aus China ein, für El Corte Ingles (nein, nicht Playa del Ingles!), eine riesige Spanische Warenhauskette. Er zieht ab nächste Woche nach Neu Dehli, und wird dort das gleiche für Indische Textilien und Schmuck machen. Daher hat er, zusammen mit vielen anderen Spaniern, Kolumbianern und Argentiniern seinen Abschied gefeiert. Lustig jeweils die Reaktion der anderen auf meine Begrüssung: Hola, soy Peter de Suiza (Hi, ich bin Peter aus der Schweiz) zu sehen, da man sich nicht gewohnt ist, dass ein Schweizer fliessend spanisch kann, und dann das verschwinden des Fragezeichens zu sehen beim nächsten Satz „mi madre es ecuatoriana“ (meine Mutter ist ecuadorianerin). So war es ein schöner Abend mit gleichaltrigen, die alle in einem fernen Land sind, und alle miteinander Spanisch sprechen, etwas das ich halt in meinem Job selten tu. Apropos Spanisch und Ecuador. Hab ja Tickets gekriegt für Ecuador-Costa Rica, und Schweiz-Korea. Welch Freude zu erfahren, dass George, der Ecuadorianer der hier in HK lebt, auch Tickets für Ecuador-Costa Rica bekommen hat. Somit wird es eine kleine Fiesta in Hamburg geben, wenn wir uns vor oder nach dem Spiel noch treffen. Was war sonst noch neben dem Samstag, der ja eigentlich erst gerade gestern war? Nun ja, der Flug war gut, 5 Stunden geschlafen, dazwischen noch eine Dokumentation über das Leben von Maradona (noch immer verehre ich Ihn) und über die Skibewerbe an Olympischen Spielen (die jüngeren unter euch wissen es vielleicht nicht, aber es gab Zeiten, da war die Schweiz keine Tennis und Segelnation, sondern holte Medaillen en Masse im Skifahren (ähnlich wie Snowboard, nur anstatt ein Breit hat man pro Fuss je eine langes schmales Lättchen am Fuss*g*)). Zudem fein gegessen und den Flug genossen. Sonntag abend in Hk angekommen, ausgepackt, nichts war zerknittert da diesmal gut eingepackt (danke Säbeli) und dann wollte ich eigentlich schlafen, aber obwohl müde, konnte ich bis 5 uhr nicht einschlafen, Montag war ich dementsprechend kaputt, und schlief die nächste Nacht tief wie im Koma. Sonst unter der Woche wie immer, Kunden treffen, Treffen vor-und Nachbereiten, Büroarbeit, Leute anrufen um treffen abzumachen etc. es wird auf Geschäftsreise fast nie langweilig. Ich wünsche euch eine Gute Woche Hebid Sorg Grüesse aus Fernost Peach ORIGINAL | |||||||||||