Auf dem Sozius eines Easy Riders durch Zentralvietnam
27.02.2006 15:30:27 (View count: 2601)
Wie bereits im vorher gehenden Bericht erwaehnt, donnerten wir also auf dem Ruecksitz zweier 125er Hondas durch das Hochland von Mittelvietnam. Unser Guidegespann, zwei Herren im guten Alter zwischen 45 und 55-ig zeigten uns mit ihrer reichen Erfahrung und guter Menschenkenntniss die schoensten Flecken der Gegend.
Romana ueber ihren Driver Mo:
Mo ist ein sehr genter Mann mit guten Englisch Kenntnissen. Er weiss ueber alles Bescheid und erklaert mit Leidenschaft. "May I introduce you to this fruit", "it's very, very important". Seine Gesichtsausdruecke sprechen Baende und seine Augen strahlen wenn er ueber sein Land spricht.
Waehrend des Vietnam Krieges war er 18 Jahre alt. Weil er der Juengste der Familie war, musste er nicht in den Krieg einziehen sondern zuhause bleiben und auf seine Eltern achten. Er berichtete uns ganz persoenliche Erlebnisse und zeigte uns viele interessante Aspekte des Krieges und der jetzigen Politik des immer noch sehr kommunistisch gefuehrten Staates.
Benny ueber seinen Driver Que:
Waere Romana nicht mit auf den Trip gekommen, haette ich nun wohl einen neuen Partner. Que vergoetterte mich was er mir immer wieder deutlich zu verstehen gab. "very, very handsome man" pflegte er immer zu sagen, waehrend er mir einen Klaps auf den Po gab. Er ist ein total witziger Typ, der mit seinem etwas schlechteren Englisch so manche coole Sprueche drauf hat. "same same but different" (uebrigens der Inn-Spruch Vietnams) "it's very romantic for my Romeo and Juliette". Er witzelte immer ueber unsere "monkey bums" die wir bestimmt vom vielen Motorbike fahren kriegen wuerden. Oft zauberte er frische Fruechte herbei und las uns jeden Wunsch von den Lippen.
Die Jungs passten also gut zu uns, was uns voller Zuversicht stimmte. Das etwas teurere Abenteuer hat sich bezahlt gemacht und wir bereuen keinen der ausgegeben Dollars. Die Reise war einmalig und zeigte uns das wahre Vietnam. Hier ein paar kleine Szenen.
Kindertraeume
Wir stoppen bei einem riesigen Wald der zur Kautschuk Gewinnung genutzt wird. Nach einer Erklaerphase von Mo lassen unsere Fahrer uns Zeit, uns im Wald die Fuesse zu vertreten. Wir kommen jedoch nicht weit. Drei Schueler fahren uns gerade mit ihren Velos entgegen. Schon von weitem rufen sie uns zu und winken wie wild. Der Vorwitzigste getraut sich sogar sein Englisch zu praktizieren und fragt uns ueber alles aus. Waehrend Benny den Buben mit Hilfe unseres Buechlis die Schweiz zeigt, sammeln sich etliche Schueler an. Keiner der andern getraut sich seines Englisch zu bedienen, stattdessen quasseln sie wie wild durcheinander und sagen dem Sprachrohr was er alles uebersetzen soll. Alle laecheln und ab und zu spuehrt man eine Kinderhand am Ruecken oder jemand streicht dir uebers Haar um den Erfolg gehabt zu haben, einmal ein Weissbrot zu beruehren.
Auf einmal hat einer die gloorreiche Idee, wir koennten doch unsere Namen aufschreiben. Dazu kramen sie ganz schnell ihre Schulhefte hervor in welche wir eine kleine Widmung und unsere Unterschriften zwischen ihren Hausaufgaben platzieren.
Buschgeschichten
Romeo und Juliette werden von den Easy Ridern fuer einige Stunden abgestetzt um sich alleine durch den Dschungel zu schlagen. Der Weg fuehrt an einem Natur Swimmingpool vorbei wo wir uns einen ausgiebigen "Schwumm" goennen. Nur das gezirpe der Grillen und das umherschwirren der Libellen lassen uns ab und zu abtauchen. Keine Menschenseele weit und breit. Einfach herrlich.
Reiswein mit Baerengeschmack
Am Strassenrand bemerken wir die zum trocknen aufgehaengten Blaetter. Ein weiterer Grund fuer einen Boxenstop. Kaum haben wir die Helme ausgezogen hat sich auch schon die ganze Nachbarschaft versammelt. Mit einem warmen Laecheln im Gesicht empfangen sie uns. Die Blaetter enthuellen sich als Tabakblaetter was den Farmer veranlasst, uns die Pflanzen persoenlich zu zeigen. Keiner der Nachbarn zoegert nur eine Minute, um uns auf das etwas weiter entfernte Feld zu begleiten. Beim Rueckweg werden wir von einer Schaar pausierender Maenner entdeckt und sofort zu einem Glas Reiswein eingeladen. Ganz stolz sind sie auf ihren selbstgebrannten Schnaps in dem zwischen all den Kraeutern eine selbsterlegte Baerenpfote schwimmt. Da ist man doch froh dass es sich um Alkohol handelt und die ganzen Bakterien bestimmt tot sind.
Mit den Huehnern ins Bett
Wir essen die wunderbar, Reispapier Fajitas artigen Rollen und goennen unseren ausgebaeulten Baeuchen einen Verdauungsspaziergang. Auf dem Rueckweg zum Hotel entdecken wir ein Internetkaffee wo so schnell die Stunden vergehn. Umso groesser die Ueberraschung zurueck im Hotel, wo wir verschlossene Tueren in der Dunkelheit vorfinden. Es ist doch erst halb zwoelf, welcher Hotelbesitzer schlaeft da schon. Unserer natuerlich. Also klopf klopf an die Fensterscheiben auch wenn man von des Nachbars Hundes angefaucht wird. Nach einer halbstuendigen Wachruettelaktion haben wir doch noch Erfolg und zwei verpennte Augen schauen uns verdatter entgegen. "Gute Nacht".
Unsere Reiseroute zum Nachschlagen:
HoiAn - PhuocSon - Kontum - BuonMaThuoc - LakLake - Dalat