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Tor 3
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Bild von: Romana & Benny Hohl Kammer
Reise: Aus der sibirischen Kälte ins tropische Mittelasien
Bericht: Oje Hue

Oje Hue

19.02.2006 16:30:29 (View count: 2320)

Pointen aus dem nicht leichten Leben zweier Reisenden

Schon lange bevor wir in Hue angekommen sind, war irgendwie der Wurm drin. In Hanoi hatten wir die offizielle Infomationsdame des Bahnhofes gefragt, wo wir unser Gepaeck fuer den Tag unterstellen koennen. Sie stuermt aus ihrem Haeuschen zum naechsten Kiosk und unterbreitet uns ein Angebot von 100'000 Dong (10 SFr.). Nachdem wir ablehnten, fing sie sogar noch um den Preis zu feilschen. Unmoeglich, das kann doch kein offizieller Gepaeckeinstellraum sein. Ohnehin kam uns das Laecheln des Personals etwas suspekt vor. Also pilgerten wir von Hotel zu Hotel und fragten nach einer Unterstellmoeglichkeit. Im teuren vier Stern Saigon nahmen sie uns mit Seidenhandschuhen die Rucksaecke ab. Kostenlos bis 22.00 Uhr sei bemerkt.

In Hue begann dann die muehsame Suche eines guenstig, sauberen Hotelzimmers. Draussen versprechen sie dir ein Zimmer mit Fenster fuer sechs Dollar. Wenn du dann mit Sack und Pack in den vierten Stock raufgestiegen bist, eroeffnen sie dir, dass dieses grosse, angenehme Zimmer fuer zehn Dollar zu haben sei, das sechs dollarige befaende sich im Erdgeschoss. Hier stinkt es wie in einem feuchten Keller. Oeffnet man das Fenster, bemerkt man, dass dieses mit Bachsteinen zugepflastert ist. Also weiter zum Naechsten durch die bruetend heisse Nachmittagssonne. Nicht sehr angenehm mit 12kg am Ruecken. Beim fuenften Hotel in einem anderen Quartier sind wir am Ende und haben ein Zimmer mit Flurfenster fuer fuenf Dollar gefunden.

Weiter gehts auf Entdeckungstour durch die Altstadt. Es heisst ja so schoen, dass man in Vietnam nie zu Fuss gehen muss, wenn man nicht will. Doch wir wurden regelrecht verfolgt von Ci Clo Fahrern (Velo mit Sitz vor dem Fahrer fuer zwei Personen), die uns eine Stadtfahrt andrehen wollten. Wir visierten das Wahrzeichen der Stadt, die Purple Forbidden City, an und versuchten sie abzuwimmeln. Zum Trotz erzaehlen sie uns was von Oeffnungszeiten die nicht stimmten und wiesen uns in die falsche Richtung.

Wir dachten uns, fuer drei Franken einen Tagesausflug auf dem Parfum River zu den kaiserlichen Graeber sei ja ein Schnaeppchen. Sogar das Essen war inklusive. Nach zehn Minuten Fahrt im zweckmaessigen Drachenboot kam der U-Turn.  Wir hatten noch zwei Touris vergessen und waren deshalb in Verzug gekommen. Also gabs beim ersten Grab nur 40 Minuten Besichtigungspause. Im Vorfeld war uns bekannt, dass jedes Grab Eintritt von 5 SFr. kostete. Aber, dass man noch 5km ins Landesinnere fahren muss, wurde uns nicht vermittelt. Also kam eine Motorradfahrt hinzu, die pro Weg und Person 2 SFr. zusaetzlich kostete. Auch hier gilt es wiederum, hart bleiben bei der Preisfindung und wenn noetig davonlaufen. So kommt auch ein Mofafahrer zur Vernunft und rollt dir hinterher. Mit fuenf Graebern lepperte sich das dann doch noch zu einem stattlichen Suemmchen zusammen.

Wir sagen "Oje Hue!" und machen uns auf nach Hoi An.


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