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Ich vor dem Mount Hutt, im Winter ein beliebtes Skigebiet.
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Bild von: Claudia Engelhardt
Reise: Neuseeland
Bericht: Neuseelandansichten nach 1.500km auf dem Rad

Neuseelandansichten nach 1.500km auf dem Rad

06.02.2006 06:02:30 (View count: 2763)

Seid gegrüsst aus dem fernen, regnerischen, windigen, saukalten oder sonne platzendem Ende der Welt.
Neuseeland ist landschaftlich genauso abwechslungsreich wie das Wetter.... was das Radfahren nicht gerade einfach macht.

Zur Zeit befinden wir uns knapp unterhalb von Christchurch und sind auf dem Weg weiter gen Süden. Es wird immer kälter und immer hügeliger, wobei mir aber eher das erstere zu schaffen macht.

Aber jetzt mal von Anfang an ... stehengeblieben war ich ja in der Weihnachtszeit letzten Jahres. Da waren wir noch hoch im Norden. Wir sind dann erstmal wieder zurück nach Auckland, wo wir noch 2 Nächte bei Steffen unterkommen durften. Dann ging es mit dem Zug nach Wellington. Der Grund für die Zugfahrt war unsere Überlegung so schnell wie möglich auf die Südinsel zu kommen bzw. wollten wir Silvester in einer Stadt verbringen ... und zwischen Auckland und Wellington liegt keine (große) Stadt.

Ja, und nach einer 12 stündigen Fahrt kamen wir dann in Wellington an. Die Stadt ist um einiges schöner als Auckland, schön hüsch an den Bergen der Südküste gelegen mit einer angenehmen Innenstadt. Dort hielten wir uns 3 Tage auf und verbrachten einen lustigen Silvesterabend. Mit der Fähre ging es dann weiter. Kaum waren wir an den letzten Landschaften vorbeigeschippert, sahen wir auch schon die ersten Berge der Südinsel . Wir waren schon sehr gespannt was da alles so auf uns zukommen würde, ... aber die Spannung sollte noch etwas in die Länge gezogen werden da wir vorerst nicht weiter als nach Blenheim kamen. Dort entschieden wir uns kurzerhand und ganz spontan für ein bissl Farmarbeit. In einem Monat Neuseeland kann man doch viel viel Geld ausgeben (ganz besonders einfach geht das vor allem zu Weihnachten und Silvester).
Die ersten 1,5 Wochen arbeiteten wir auf einer Weinplantage, welche mit recht mühsamen Tätigkeiten verbunden war. Aber es war auch mal interessant zu sehen was mit den Weinpflanzen alles so angestellt werden kann bevor sich die Trauben sehen lassen. Die Pflücksaison geht dann im März los, aber wir haben entschieden das ein Wiedersehen mit den Trauben erst in Frage kommt, wenn diese in der Vollendung und abgefüllt in Flaschen im Supermarktregal zu finden sind.
Nachdem wir also nach 1,5 Wochen blöder Feldarbeit keine richtige Lust mehr hatten, kam uns eine viel bessere Arbeitsmöglichkeit unter. In einer Weinflaschen-Abfüllfabrik! Da das war doch schon angenehmer ... bessere Bezahlung, längere Arbeitszeiten und wir durften sogar immermal die eine oder andere Flasche mit nach Hause nehmen.
Die 3,5 Wochen in Blenheim waren trotz der Arbeit recht schön. Ich konnte mal wieder seit langem eine Reisepause einlegen, wir lernten nette Menschen kennen und eine Weinverkostungstour mit den Rädern durfte auch nicht fehlen. Die Hauptrebsorte ist hier der Sauvignon Blanc und der Chardonnay, wobei der S.B. angeblich die französischen Weine in den Schatten stellen soll. Da für mich das Hopfengetränk aber im Vordergrund steht kann ich dazu nur wenige Erfahrungswerte beitragen.

Vor 1,5 Wochen ging es dann weiter. Erst 2 Tage nach Kaikoura, eine nette Kleinstadt mit vielen Touristen (aber die sind ja hier überall wie Sand am Meer vertreten). Vergeblich hielten wir -trotz hochgelegenem Aussichtspunkt- nach Walen Ausschau, leider war die Sicht sehr eingeschränkt und da wir keine 125$ für eine 3stündige Bootstour (ohne Garantie auch dabei wirklich Wale sehen zu können) ausgeben wollten, blieben sie uns eben vorbehalten. Die Straße schlängelte sich die ganze Zeit an der Küste entlang und ich hatte stets einen wachsamen Blick aufs Meer, aber da war nix. Nur ganz viele Robben am Ufer, an welchen wir uns natürlich auch erfreuen konnten :-)
In Christchurch blieben wir auch 2 Tage und nun sind wir gerade dabei die Stadt 'Dunedin' anzupeilen. Wir zelten oft an schönen Flußufern für umsonst und erfreuen uns an den uns auftuenden Landschaftsbildern. ... Aber natürlich nur wenn mal schönes Wetter ist. Gestern hatten wir z.B. einen echt beschissenen Tag. Es fing schon in der Nacht an zu regnen und hielt den ganzen Tag an. Wir frühstückten im Zelt und warteten auf Besserung. Leider traf diese jenige welche nicht ein, so dass wir den ganzen Tag im Regen verbrachten. Auch sämtliche Unterstellmöglichkeiten blieben fern. Nach 20km hatten wir keine Lust mehr, da uns das Wasser in den Schuhen stand und unsere Packtaschen genauso durchgeweicht waren wie wir (trotz Regenjacke, Regenhose und wasserdichten Stulpen).Wir dachten, wir könnten vielleicht einen Pick-up anhalten welcher uns mitnehmen könnte, aber auch dazu reichte unser Glück nicht aus. Wir hielten an einem nahegelegenem Campingplatz an, suchten auch da vergebens nach einem warmen Aufenthalts- oder Unterkunftszimmer. Da half eben alles nix. Wir mussten weiter ... ich kramte mein letztes Paar trockene Socken heraus, zog Plastiktüten drueber und wieder rein in die triefnassen Schuhe. Diese Konstruktion ging eine halbe Stunde gut. Wir fuhren noch ca. 4 Stunden bis in das nächste kleine Örtchen namens Methven. Unser Weg dahin führte angeblich an wunderschönen Bergen vorbei, welche auch im Winter Ausflugsziel vieler Wintersportler sein soll. Auch wurde hier ein nicht unerheblicher Teil von dem Film 'Herr der Ringe' gedreht. Davon sahen wir leider nicht viel. Um uns herum waren nur dicke Regenwolken und vor uns steile Anstiege.
Naja, aber halb so schlimm ... heute ist alles wieder getrocknet und das Wetter versucht sich auch gerade zu bessern. Morgen geht es dann weiter, obwohl wir erst noch Doreens Fahrrad reparieren müssen, eine Speiche ist gebrochen und wir haben weder Speichenspanner noch Speiche ... Dieser Ort hier verfügt zwar über eine Werkstatt, welche aber nur in den Wintermonaten geöffnet hatt. Ist das Leben nicht schön!?

Ok, dann wollen wir mal wieder. Ich wünsche Euch alles gute im kalten Deutschland, passt immer jut auf Euch auf und schreibt mir immermal.
Bis dahin, Eure Claudia


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