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HongKong, Film ab! 01.12.2005 20:28:20 (View count: 2487) Szene 1 Penalty ... und der Schuss ging daneben! Wer schon mal in China war, weiss es: Spucken gehoert zum guten Ton. Egal ob im Zugabteil oder auf den Spannteppich des exklusiven Deluxrestaurants, man laesst seinem Speichel freien Lauf. Um sich dieser Kultur auch naeher zu fuehlen, hab ich mich dem Brauch angenommen und rotze was das Zeug haelt. Kaum aus dem Zug von Guangzhou ausgestiegen, laufe ich pflichtbewusst zum ersten Abfalleimer, um mich meinem aufgestautem Schleim zu entledigen. Da seh ich es: das Schild des HongKonger Ungehorsams. Mit drei klaren Symbolen und der englischen Beschreibung wird klargemacht: Wer spuckt erhaelt einen Penalty und 2000 HK$, wer etwas Trinkt oder Isst im Bereich der Zugabfertigung erhaelt wiederum einen Penalty und 3000HK$ und wer so unverschaemt ist und sein Gepaeck auf der Schulter mit einem Stock balanciert erhaelt dafuer sogar 5000HK$. Gluecklich ueber das unverhoffte Geschenk spucke ich also in den Eimer und warte auf die Uebergabe des Geldes. Den Penalty lass ich wohl lieber den Frei bei der naechsten WM gegen die Chinesen schiessen. Da sieht mich Romana und ruft mir zu: "Was machst Du da! Willst du uns eine Strafe aufbrummen?". Ich wusste durch meine schlechten englisch Kenntnisse nicht, dass die Bedeutung von Penalty auch Busse sein kann. Szene 2 einmal ohne Sauce bitte! Szene 3 fliegende Maeuse! Wir stehen geduldig in der Kollonne. Es wird uns langsam langweilig und wir schiessen noch ein paar Fotos von uns mit der lustigen Brille. In fuenf Minuten solls losgehen, schreit eine gipse Stimme ins Mikrofon. Eine riesen Meute hat sich hier vor dem 3D Kino im frisch eroeffneten Disneyland eingefunden. Und los gehts, mit der Geschwindigkeit eines jagenden Gepardens laufen die ersten Hongkonglis los, erfahrungsgemaess muss man sich wie in der U-Bahn den besten Platz erkaempfen! Wir trotten mit der angeeigneten Ruhe eines Feriengeniessers ins Kino. Im stillen Wissen: das ist ein 3D Kino, da kommen einem die Darsteller sowieso entgegen. Als die Show beginnt, raunt die ganze Meute, die Gegenstaende kommen ja aus der Leinwand raus. In der ersten Szene fliegen einem die Instrumente von Donald um die Ohren, da schrickt so mancher Zuschauer auf den forderen Reihen zusammen und geht in Deckung. Nur langsam kommen sie dann Zentimeter fuer Zentimeter wieder hervor, mit grossen Fragezeichen in den Augen, ob die Luft auch rein ist. Hoehepunkt des Filmes war ganz klar der Auftritt von Nemo. Er scheint in China beruehmt und bewundert zu sein. Da kommt er immer naeher und naeher; ploetzlich beginnt wirklich der ganze Saal, nicht nur die Kleinen auch ihre Eltern, nach dem armen Fisch zu greifen. Sie lehnen ueber die Bruestung vor sich hinaus und recken und strecken sich um wenigsten die Schwanzflosse des Meeresgetiers zu beruehren. Da brechen wir in Traenen aus, welch koestlicher Anblick. Damit wir die Illusionen der Schlitzaugen nicht zerstoeren, haben wir auf ein Beweisfoto verzichtet. Ihr muesst es einfach mal selbst erleben. Szene 4 die Erlaeuchtung! Wie gierige Geier sitzen sie gespannt auf dem Gelaender, welches sich der ganzen Promenade, der Star Avenue, entlang zieht. Farbige Lampions schlaengeln sich ueber ihren Koepfen und lassen im Meer rote Tintenkleckse tanzen. Auf der gegenueberliegenden Seite ragen sie in die Hoehe, als wuerden sie tatsaechlich an den Wolken kratzen. Tausende und abertausende von Lichtern scheinen ihren toten Huellen Leben einzuhauchen.
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