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Festmahl Fondue (eher Rahmsauce) mit Hummer, mmh
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Bild von: Romana & Benny Hohl Kammer
Reise: Aus der sibirischen Kälte ins tropische Mittelasien
Bericht: HongKong, Film ab!

HongKong, Film ab!

01.12.2005 20:28:20 (View count: 2416)

Szene 1 Penalty ... und der Schuss ging daneben! 
Hauptdarsteller: Benny der gepraegte Chinesenspucker (oder hat er das von Frey?)

Wer schon mal in China war, weiss es: Spucken gehoert zum guten Ton. Egal ob im Zugabteil oder auf den Spannteppich des exklusiven Deluxrestaurants, man laesst seinem Speichel freien Lauf. Um sich dieser Kultur auch naeher zu fuehlen, hab ich mich dem Brauch angenommen und rotze was das Zeug haelt. Kaum aus dem Zug von Guangzhou ausgestiegen, laufe ich pflichtbewusst zum ersten Abfalleimer, um mich meinem aufgestautem Schleim zu entledigen. Da seh ich es: das Schild des HongKonger Ungehorsams. Mit drei klaren Symbolen und der englischen Beschreibung wird klargemacht: Wer spuckt erhaelt einen Penalty und 2000 HK$, wer etwas Trinkt oder Isst im Bereich der Zugabfertigung erhaelt wiederum einen Penalty und 3000HK$ und wer so unverschaemt ist und sein Gepaeck auf der Schulter mit einem Stock balanciert erhaelt dafuer sogar 5000HK$. Gluecklich ueber das unverhoffte Geschenk spucke ich also in den Eimer und warte auf die Uebergabe des Geldes. Den Penalty lass ich wohl lieber den Frei bei der naechsten WM gegen die Chinesen schiessen. Da sieht mich Romana und ruft mir zu: "Was machst Du da! Willst du uns eine Strafe aufbrummen?". Ich wusste durch meine schlechten englisch Kenntnisse nicht, dass die Bedeutung von Penalty auch Busse sein kann.

Szene 2 einmal ohne Sauce bitte!
Hauptdarstellerin: Romana im Morgendress.

Der Wasserlaerm des Nachbarzimmers weckt mich. Die Zwischenwaende scheinen aus Papier zu sein, das Geraeusch laesst einem nicht wieder in den Schlaf zurueck. Ok, dann mal ab unter die Dusche, welche sich Platzmangel wegens direkt oberhalb des Klos befindet.
Ups, das ganze Badezimmer steht unter Wasser. Komischerweise blubberts aus dem Abwasserloch und kleine Papierfetzchen versuchen sich durch das Abflussgitter hochzuhiefen. Ich schaue dem Treiben des unklaren Wassers eine Weile zu, bis mich der Gedanke "so kannst du nicht duschen" aus meinen feuchtenTrauemen reisst. Vorsichtig oeffne ich die Zimmertuer und erhasche einen Blick der Lage ausserhalb unseres Gemachs. Nur mit meiner Thermounterwaesche bekleidet getraue ich mich nicht weit aus dem Zimmer. Ein Schritt jedoch genuegt und man hat alle fuenf Raueme dieses Stockwerks im Blickwinkel. Prompt hoere ich beunruhigende Geraeusche aus dem Nebenzimmer. Jemand muss heftig mit einem Kloentstopfer herum hantieren. Mit einem Blick zurueck in unser Zimmer und den Gedanken an die Papierfetzchen sehe ich die Bruehe bereits gelblich. Da scheint doch tatsaechlich die ganze Scheisse unseres Nachbarn bei uns hoch zu kommen.
Ohne Badeschlarpen laueft da gar nichts mehr. Erstmals werden Badetuecher ausgelegt, denn das "Wasser" dringt bereits durch die undichten Waende in unsere Suite welche gerademal 2 auf 4 Meter, inklusive Bad, misst. Gluecklicherweise ist der Boden schraeg und die Sauce kann sich nicht mit unserem Bett vereinigen.

Szene 3 fliegende Maeuse!
Hauptdarsteller: HongKonger Familien total verwirrt

Wir stehen geduldig in der Kollonne. Es wird uns langsam langweilig und wir schiessen noch ein paar Fotos von uns mit der lustigen Brille. In fuenf Minuten solls losgehen, schreit eine gipse Stimme ins Mikrofon. Eine riesen Meute hat sich hier vor dem 3D Kino im frisch eroeffneten Disneyland eingefunden. Und los gehts, mit der Geschwindigkeit eines jagenden Gepardens laufen die ersten Hongkonglis los, erfahrungsgemaess muss man sich wie in der U-Bahn den besten Platz erkaempfen! Wir trotten mit der angeeigneten Ruhe eines Feriengeniessers ins Kino. Im stillen Wissen: das ist ein 3D Kino, da kommen einem die Darsteller sowieso entgegen. Als die Show beginnt, raunt die ganze Meute, die Gegenstaende kommen ja aus der Leinwand raus. In der ersten Szene fliegen einem die Instrumente von Donald um die Ohren, da schrickt so mancher Zuschauer auf den forderen Reihen zusammen und geht in Deckung. Nur langsam kommen sie dann Zentimeter fuer Zentimeter wieder hervor, mit grossen Fragezeichen in den Augen, ob die Luft auch rein ist. Hoehepunkt des Filmes war ganz klar der Auftritt von Nemo. Er scheint in China beruehmt und bewundert zu sein. Da kommt er immer naeher und naeher; ploetzlich beginnt wirklich der ganze Saal, nicht nur die Kleinen auch ihre Eltern, nach dem armen Fisch zu greifen. Sie lehnen ueber die Bruestung vor sich hinaus und recken und strecken sich um wenigsten die Schwanzflosse des Meeresgetiers zu beruehren. Da brechen wir in Traenen aus, welch koestlicher Anblick. Damit wir die Illusionen der Schlitzaugen nicht zerstoeren, haben wir auf ein Beweisfoto verzichtet. Ihr muesst es einfach mal selbst erleben.

Szene 4 die Erlaeuchtung! 
Hauptdarsteller: 2 Turteltauben im Moevenschwarm.

Wie gierige Geier sitzen sie gespannt auf dem Gelaender, welches sich der ganzen Promenade, der Star Avenue, entlang zieht. Farbige Lampions schlaengeln sich ueber ihren Koepfen und lassen im Meer rote Tintenkleckse tanzen. Auf der gegenueberliegenden Seite ragen sie in die Hoehe, als wuerden sie tatsaechlich an den Wolken kratzen. Tausende und abertausende von Lichtern scheinen ihren toten Huellen Leben einzuhauchen.
Let the show begin!
Mit offenem Mund sitzen wir da und staunen. Eine Lasershow des Groeberen. Jedes der Gebaeude wird uns ueber den Lautsprecher vorgestellt und mit einer Lichtershow gekennzeichnet. Wuerde nicht ein jedes noch groesser und noch proziger sich von der besten Seite praesentieren wollen, wuerde die Parade nicht so ausfallen wie sie es tat. Boohhh.

 


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