| Gallery Pagode des ewigen Lichts Bootstrip von Chongquing nach Yichang 13.01.2006 12:16:42 (View count: 2696) Das Touriboot, ein alter Kahn Begruesst wird man von uniformierten jungen Ladys in erstklassigen Uniformen. Der Schein truegt, der Kahn ist schon alt. Er rostet an allen Ecken und Enden. Die zimmereigne Toilette ist nicht gereinigt worden. Wenn man durch die Gaenge auf den Decks umherlaeuft hoert man den Boden knarren, wie wenn man eine Alubuechse zusammendrueckt. Die Zimmer sind mit dem Noetigsten ausgeruestet: eine Thermoskanne mit Heisswasser, Dusche-WC und der obligate TV stehen bereit. Die Aussicht aus dem Grossfenster laedt zum Traeumen ein. Das Oberdeck ist mit einer Bierbar, einem Teehaus und zwei grossen Sightseeing -Terrassen gut ausgeruestet. Achtung, kurz nach dem Ablegen probieren gewiefte Chinesinnen einen Oberdeckpass zu verkaufen um dieses Deck besuchen zu duerfen. Da muss man einfach hart bleiben, wie wir, denn dieser Eintritt ist reine Geldmacherei und nicht noetig. Fuer die Verpflegung, gibts ein Restaurant mit durchschnittlichem Food, doch bitte vor Acht Uhr essen gehen, denn danach ist die Kueche geschlossen. Im Shop ist fuer jeden was essbares da. Die Zwischenstopps, Kameras griffbereit Da das Planen mit Linienschiffen, durch die unterschiedlichen Wegstrecken, sehr schwierig ist, haben wir uns fuer ein Komplettangebot entschieden. Dieses plant akrybisch jeden Halt und wird in einem Programm ausgehaendigt. Bitte nicht auf die angegebenen Zeiten gehen, sondern einfach mittreiben, schon nach dem ersten Halt hatten wir drei Stunden Verspaetung. Jeder wird eine halbe Stunde vor dem Anlegen lautstark mit einer chinesischen Arie darauf vorbereitet, Hilft auch beim Schlaf morgens um 05:00 Uhr wach zu werden. Nach dem Anlegen wird die ganze Meute ca. 100 Mann im Gaensemarsch zum jeweiligen Highlight gebracht und das Eintrittsticket ausgehaendigt. Wiederum mit viel zu lautem Megaphon werden Erklaerungen abgegeben. Wir boxten uns jeweils durch die Menge nach vorn und erkundeten die Tempel und Anlagen auf eigene Faust, so bekommt man auch mal ein Foto ohne Beigemuese. Der Staudamm, einfach kolossal Seit dem Bau dieses Jahrhundertwerks hat sich am Flusslauf Einiges veraendert. Haeuser stehen im Wasser, die beruehmten Schluchten sind nicht mehr so einengend, das Wasser wird ruhiger und neue Betonsiedlungen stehen fuenfzig Meter ueber dem Wasser. So weit wird das Wasser in den naechsten fuenf Jahren noch steigen. Es ist bereits 80m gestiegen und hat ganze Doerfer ausgeloescht. Von diesen negativen Seiten hoert man von dem Speeker natuerlich nichts. Der Damm mache die Seewege sicher, produziere 20mal die Energie vom Kernkraftwerk Goesgen und bewahre die Region vor Naturkatastrophen. Immerhin hat dieser Bau unserer Schweizer Firma, ABB-Alstom natuerlich jede Menge Arbeit gebracht. Fuer uns war das Beeindruckendste die naechtliche Schleusenfahrt. In vier 45m Schritten wurden in Riesenschleusen die Hoehendifferenz ueberwunden. Ein Prozedere, welches insgesammt drei Stunden dauerte. Sie sind bereits am Bau einer schnelleren Variante: dem Lift, in dem bis zu 3000 Tonnen schwere Kaehne in einem Container befoerdert werden koennen. Tip zur Kabinenwahl: Wenn man zu zweit in der 2. Klasse reist, was sich wegen des ueber die Haelfte kleineren Preises lohnt, kann man im Winter damit rechnen, das ganze vierer Abteil fuer sich zu haben. Dies wusste wohl auch unser Reiseanbieter und wollte uns, ca 4 Stunden vor Abreise die 2 anderen Betten zu einem Spezialpreis aufschwatzen. Man sei dann befreit von rauchenden und saufenden Chinesen, welche das Zimmer verunreinigen. Wir lehnten dankend ab und waren bereit die Fahrt mit den angeblich Ungehobelten auf uns zu nehmen. Wer glaubt er koenne uns uebers Ohr hauen ist wohl an der falschen Adresse. Natuerlich blieben wir alleine und hatten sogar mehr Stauraum und warmes Wasser im Gegensatz zu unseren Bekanntschaften in der 1.Klasse. Nach diesem vier Tage Trip gehts weiter nach Shanghai. ORIGINAL |