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Good Morning Vietnam 18.10.2005 (View count: 3544) Hallo liebe Leut,viele Gruesse aus dem regnerischen Vietnam. Obwohl, eigentlich sind es bis jetzt nur 2.5 Tage seit dem es regnet... vorher hatten wir immer viel Glueck. Trotz Regenzeit sind wir so gut wie immer verschont geblieben, es kam zwar manchmal ganz schoen runter geprasselt aber meist nachts oder wenn wir gerade im Bus sassen. Also wo war ich letztens stehengeblieben ... Wir sind von Siem Reap wieder zurueck in die Hauptstadt. Dort mussten wir noch einen Tag laenger verweilen als vor gehabt da eben unser Visa erst ab 01.10. gueltig war. Puenktlich ueberquerten wir dann (per Boot) die Grenze zu Vietnam und ab ging es ins Mekong Delta. In Chau Doc buchten wir eine 3 Tages Tour bis nach Saigon. Normalerweise sind wir keine Fans von so komischen Touren, weil man immer anderen hinterher rennen muss und auf irgendwelche Zeiten angewiesen ist ... aber es war recht billig (glaube so 16 oder 18 Dollar inkl. Hoteluebernachtung und Fruehstueck & Mittag) Das Mekong Delta hat sich auch wirklich gelohnt, wir haben ne Menge ueber das Leben der Leute dort gesehen, welche ganz emsig sind und viele Fischfarms betreiben, andere weben Tuecher oder produzieren Kokosnuss-Suessigkeiten. Auf jeden Fall sehr schaffende Leute! In Laos und Kambodscha sind die meisten Menschen dann doch mehr relaxed und doesen lieber den ganzen Tag in ihren Haengematten als das sie sich kaputt schuften. Nunja, mit einem kleinen Boot jedenfalls schipperten wir dann durch wunderschoene Kanaele, wo sich rechts und links am Ufer der dichte Dschungel breit machte, wir kletterten ueber eine Bruecke welche lediglich aus einem breiteren Bambusstamm gebaut wurde (sog. monkey bridge) - darueber zu laufen ist gar nicht so einfach. Dann kamen wir in Mytho an, welches wirklich keine schoene Stadt war. Unser Zimmer musste erstmal von 50 Kakerlaken befreit werden (ein Glueck das der Schlot sich vor sowas nicht ekelt und die Viecher eigenhaendig vor die Tuer setzte) Die waren einfach ueberall, sie krochen in meine Waschtasche, aus dem Handtuch kam eine rausgeflogen und selbst vor meinem Rucksack wollten sie nicht halt machen. Daraufhin wollten wir uns betrinken gehen, was aber in der recht grossen Stadt gar nicht moeglich war. Noch nicht einmal eine gescheite Fressbude kam uns zu Gesicht. Keiner verstand Englisch und alle guckten uns nur eigenartig an. Eine verfluchte Stadt. Der naechste Tag war dann unser letzter im Mekong Delta, welcher auch nochmal richtig schoen war. Wir schipperten wieder durch verzweigte Kanaele, machten an einigen Inseln Halt und am Ende bekamen wir noch auf einer Obstgarten-Insel vietnamesische Volksmusik live zu hoeren waehrend wir leckererweise ganz viel Obst aufgetischt bekamen. Abends kamen wir dann in Saigon an. Da wir schon viel gelesen haben das diese Stadt sich nicht lohnen wuerde, blieben wir auch nur eine Nacht und machten uns am naechsten morgen an den Strand nach Mui Ne. Dort angekommen sprangen wir erstmal in die Fluten (welche leider gar nicht so erfrischend waren) Einen nachmittaglichen Ausflug zum fairy stream - ein schoener idyllischer Bach, indem man einfach barfuss entlangwaden kann. Den Sonnenuntergang sahen wir dann in mitten von Sandduenen, die mich sehr an Fraser Island in Australien erinnerten. Aber auch da blieben wir nur den einen Tag, da wir am Ende doch etwas kalkulieren mussten mit unserer Zeit. Daher ging es mit dem Bus am naechsten Tag in die Berge nach Da Lat, wo es erstmals richtig frisch wurde. Wir zogen das allererste mal seit 5 Wochen einen Pulli an und kramten nachts unseren dicken Schlafsack raus. Man das tat echt gut!! Wir liehen uns ein Mopped aus und endeckten auf eigene Faust die Umgebung. Leider verbrannte ich mich noch bloederweise am Auspuff was bis heute noch nicht besser geworden ist (eher schlechter). Wunden verheilen hier durch die Schwuele glaube sehr schlecht. Wir erkundeten Wasserfaelle und endeckten neue Wege durch den Dschungel, welche mit ganz schoenen Kletteraktionen endeten. Aber es war extrem schoen. Unser naechster Stopp war Nha Trang (wieder am Strand) dort schmiedeten wir den Plan, am naechsten Tag ein paar Wassersportaktivitaeten durchzufuehren, wie z.B. windsurfen. Leider verschliefen wir diesen Tag etwas, da wir am dem Abend auch noch etwas viel tranken und in einer lustigen Tanzkneipe versackten. Immerhin war es Wochenende und in Kieselbach Kirmes, das konnten wir nicht so einfach hinnehmen ... eine lustige Unternehmung musste da schon drin sein :-) Am Abend dann nahmen wir den Nachtbus nach Hoi An, welcher trotz der besten Plaetze ziemlich unbequem wurde. Schlafen konnten wir nicht sehr viel und mussten das erstmal nach Ankunft im Hotel etwas nachholen. Das Hotelzimmer kostete zwar 7 Dollar, aber war ein wirklich schickes Zimmer mit grossem Bad mit Badewanne, mit Balkon und einen Swimming Pool ... sogar der Fahrradverleih war inbegriffen. Hoi An ist eine richtig nette Stadt mit vielen schoenen Kneipen. Leider sah ich dort (das erste Mal auf der Reise) einige Ratten umherflitzen, was die ganze Sache fuer mich doch sehr erschwerte. Hoi An hat auch einen Markt, wo man sich in einem Katalog Klamotten (oder besser gesagt den Schnitt) aussuchen kann, dazu dann das Material ... anschliessend wird Mass genommen und man bekommt top-guenstig den allerschoensten Fummel geschneidert. Das mussten wir natuerlich auch wieder mitmachen. Leider lassen wir uns immerzu irgendwelche schoenen Klamotten aufschwatzen, die unser Rucksack nun gar nicht mehr verkraften konnte, daher machten wir erstmal ein kleines Paket fertig und sanden es in Richtung Heimat. Auch Hue, unser naechster Stopp auf dem Weg nach Norden, war sehr lohnenswert. Wir besichtigten die DMZ, eine Zone wo damals der Vietnamkrieg ganz schoene Ausmasse angenommen hatte. Die Vietnamesen lebten (und ueberlebten zum grossen Teil) in selbst gebauten Tunnelsystemen, die noch teilweise im original Zustand erhalten sind. Es war wirklich interessant zu sehen wie clever das alles so aufgebaut war. Die Khe San Combat Base war damals ein Gebiet wo innerhalb von ein paar Wochen 10-tausende Menschen getoetet wurden ... Obwohl die Landschaft dort atemberaubend schoen ist, gibt es noch grosse Teile wo keine Pflaenzchen mehr darauf wachsen werden, durch den Einsatz von Nuklear Waffen wie z.B. Napalm. Heute gibt es dort ein Museum, wo Bilder, Waffenschrott und andere zerfetzte Klamotten der damaligen Vietkong und Marines ausgestellt sind. Von Hue aus nahmen wir diesmal den Nachtzug nach Hanoi. Etwas teurer als der Bus, dafuer um einiges kompfortabler und mit Liegeflaeche. Eigentlich wollten wir noch nach Sapa in den Norden und auch Ninh Binh noch mitnehmen, aber die Zeit rennt uns hier davon. Jetzt haben wir noch 3-4 Tage in Hanoi. Morgen geht es in die Halong Bay, wo wir eine Nacht auf einem Boot schlafen, Montag zurueck und dann haben wir gerade noch den Dienstag um Hanoi zu erkunden. Auch das Ho Chi Minh Mausoleum wollen wir heute mal ausfindig machen. Aber darueber werde ich dann im naechsten Bericht schreiben. Das Wetter ist nun wieder schoen und ich bin froh das ich nun am Ende angelangt bin und mich nun endlich ins Getuemmel der Stadt begeben kann. Seid wie immer lieb gegruesst und bis bald, Eure Claudi ORIGINAL | |||||||||||