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Sipadan ... ein Tauchparadies.
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Bild von: Claudia Engelhardt
Reise: Thailand-Laos-Kambodscha-Vietnam-Malaysia
Bericht: Unterwegs im tropischen Sabah, Borneo...

Unterwegs im tropischen Sabah, Borneo...

18.11.2005 10:20:29 (View count: 3760)

Diesmal gleich der naechste Bericht hintendran .... unsere letzten 2 Wochen in Sabah:

Gelandet sind wir ja zunaechst erst mal in Brunei, das ist nur ein kleines Land, welches vom Scheich von Brunei regiert wird. Um einiges strenger moslemisch als Malaysia. Es ist verboten Alkohol auszuschenken geschweige denn zu trinken. Das war doch schonmal ein guter Vorsatz fuer uns ...

In der Stadt (Bandar Seri Begawan oder so aehnlich) suchten wir uns fuer eine Nacht eine Bleibe, wobei es nur eine einzige guenstige Unterkunft gab. Ein Hostel wo die Schlafsaele strikt nach maennlich und weiblich getrennt werden, da waren zumindest Oberst und Schnatt froh, das es am naechsten Tag schon wieder raus aus dem Land ging.
Erst mit dem Bus nach Muara und von da aus mit dem Boot nach Kota Kinabalu, eine Stadt welche bereits in Sabah, Malaysia liegt. Die Unterkuenfte sind auch hier verhaeltnismaessig teuer, zumindest wenn man es mit den letzten Laendern vergleicht in denen wir gewesen sind. 

Es gibt auch wieder Bier zu kaufen, aber zu deutschen Preisen (was ja immer noch nicht sehr teuer ist, aber uns schonmal ein bissl mehr zurueckhaelt) Die erste Behausung mussten wir auch nach einer Nacht schon wieder wechseln, da Oberst und Schnatt von Wanzen angegriffen wurden ... die zweite Unterkunft war aber auch etwas besser und waermstens zu empfehlen (X-plorer Backpackers)
Naja, egal.... auf alle Faelle gefiel uns die Stadt recht gut. Auf dem Nachtmarkt konnte man fuer ganz wenig Geld sehr gut essen und nicht weit entfernt lagen ein paar schoene Inseln, die wir gleich die naechsten Tage auskundschaften wollten. Ein bissl warten mussten wir allerdings noch, da gerade 4 (aufeinanderfolgende) Feiertage anstanden und saemtliche Einheimische auch Urlaub machen wollten. Wir goennten es ihnen ja. War nur etwas bloed das keine Banken geoeffnet hatten und wir somit die gute alte EC Karte zuecken mussten. Aber alles kein Problem. Erst schipperten wir auf eine wunderschoene Schnorchelinsel (Mamutik), wo Schlot und ich uns einen schmerzhaften Sonnenbrand zuzogen. Ja, ja .. wir haetten es ja wissen muessen das man nicht 3 Stunden, ohne sich vorher eingecremt zu haben, in der bruetenden Sonne schnorcheln geht. Es war aber auch viel zu schoen, in nur 2m Tiefe befanden sich die verschiedensten farbigen Fische, Korallen und Seesterne. Ein idealer Platz zum schnorcheln! Die naechsten 3 Tage verbrachten wir dann auf der Manukan Island, wo wir 2 Naechte in einem der Bungalows genau am Strand buchten. 2 Schlafzimmer mit jeweils einem Bad und alles sehr nobel eingerichtet. Der Strand gerade mal 10m entfernt, vor unserer Huette einen Bananenbaum mit vielen Fruechten (wenn auch noch nicht ganz reif) -so konnten wir es uns jedenfalls erstmal richtig gut gehen lassen. Leider ging es dem Oberst gar nicht so gut... an dem Abend bevor es losgehen sollte bekam er Fieber und beschloss auch gleich am naechsten Tag sicherheitshalber zum Arzt zu gehen. Der kontrollierte alles und meinte er haette wohl diese Verdauungsstoerung noch nicht vollstaendig auskuriert. Dies tat er dann im Bungalow. Eigentlich sehr schade, da auch noch sein Geburtstag war, aber danach ging es ihm wenigsten wieder besser. Auf seinen Geburtstag stiessen wir trotzdem an ... auch wenn es fuer'n Oberst nur ein kleines Glaeschen gab. 
 Wir hatten aber auch ein bissl was zu jammern, da wir uns noch nicht einmal irgendwo anlehnen konnten vor lauter Sonnenbrandschmerzen.

Zurueck in der Stadt schmiedeten wir dann Weiterreiseplaene. WIr wollten unbedingt in den Kinabalu Park, wo sich der hoechste Berg Suedostasiens befindet, der Mount Kinabalu (4.095m). Oberst und Schnatt wollten einfach so ein bissl wandern gehen und sich nochmal ein bissl Entspannung und Luxus goennen bevor es wieder zurueck gen Heimat gehen sollte und Schlot und ich entschlossen uns zu der Bergbesteigung.
Gesagt getan. Wir marschierten den ersten Tag (mit Bergfuehrer) von ueber 1.500m auf ueber 3.200m auf einer Strecke von insgesamt 6km. 4 Stunden brauchten wir fuer den Akt. Dort oben war es auch schon gehoerig kalt und wir mussten saemtliche Pullover und Jacken rauskramen die bis jetzt nur gelangweilt in unseren Rucksaecken herumlungerten. Nach einer warmen Dusche ging es uns aber auch gleich viel besser und wir legten uns erstmal ein bissl hin. Etwas erschoepft waren wir dann doch. Ein leckeres Abendbuffet wurde spaeter noch aufgebaut und wir schlugen uns die Baeuche voll bis es schon fast weh tat. Wir mussten uns ja gut staerken fuer den naechsten Tag! 
Uebrigens essen wir nun schon seit 2.5 Monaten nur Reis und er schmeckt uns immer noch. Wenn es die Wahl zwischen Nudeln, Kartoffeln oder Reis gibt, entscheiden wir uns immer fuer Reis. Vielleicht auch weil sie den hier am besten drauf haben. 
Auch moechte ich erwaehnen das wir nun schon seit 2.5 Monaten fruehs, mittags und abends auswaerts dinnieren. Hach, wie ist das Leben doch schoen

Nun ja, jedenfalls standen wir am naechsten morgen fruehs 2 Uhr auf um dann kurz vor 3 Uhr gen Bergspitze zu klettern. Um 5 Uhr kamen wir dort an, es war furchtbar kalt und ich war froh endlich oben zu sein. Wir brauchten 2 Stunden um fast 900 Hoehenmeter zu erklimmen und das erste was ich oben sah war ein Ratte! Das wollte ich ja eigentlich nicht. Ist man vor diesen ekligen Viechern denn nirgendswo sicher???  ... nunja, ich versuchte sie zeitweise irgendwie zu ignorieren. 
Was viel besser war, war eine ueberdemensionale Sternschnuppe ... sowas helles grosses hatte ich vorher ueberhaupt noch nie gesehen und in der ganzen Aufregung vergass ich acuh noch komplett mir was zu wuenschen (oder vielleicht viel mir auch einfach gar nix ein)
Dann zog eine Wolke auf und die Sicht war ziemlich getruebt. Nachdem wir dann eine Stunde in der Kaelte (und immernoch mit der verfluchten Ratte!) ausharrten beschlossen wir langsam wieder abzusteigen. Nur ein Stueckl weiter unten hatten wir dann einen grandiosen Ausblick. Wir konnten ueber das Tal, die anderen Berge, bis hin zur Kueste und wieder zurueck blicken. 
Der Abstieg war fast schwieriger als der Aufstieg. Wo wir 4 Stunden mit Pause hoch gebraucht hatten, brauchten wir nun gute 3 Stunden (ohne Pause) bis runter. Uns tat einfach alles weh!
Es ist wohl einer der einfachsten 4.000ter Berge auf der Welt, aber trotzdem nicht voellig zu unterschaetzen. Unser Muskelkater klang erst nach einer Woche wieder ab. Aber wir sind ganz froh auch diese Erfahrung mal gemacht zu haben.

Wieder unten angekommen mussten wir erstmal wieder schlafen... danach trafen wir uns nochmal mit Oberst und Schnatt, die wir dann am morgen darauf verabschiedeten. Die beiden wollten noch ein paar schoene Tage auf den Inseln verbringen und Schlot und mich zog es in den Dschungel.

In der Naehe von  Sandakan gelegen, genauer gesagt bei Sepilok gibt es eine kleine Unternehmung namens "Uncle Tan". Dort buchten wir einen 3 Tages Dschungel Trip in das Kinabatangan Valley. 
Als erstes besuchten wir das Orang Utan Rehabilitationscenter ...  eine 4.000 ha grosse Regenwald Anlage, wo sich viele Tierschuetzer mit der Auswilderung gefangener Orang Utans beschäftigen. Diese Affen sind bereits jahrelang stark vom Aussterben bedroht. Es galt (und gilt teilweise auch noch heute) als schick in manchen asiatischen Familien, einen kleinen Orang Utan als Haustier zu halten. Wenn sie dann zu gross werden, werden sie fuer die Menschen wohl zu anstrengend und dann einfach ausgesetzt.
Gut das es auch noch viele verantwortungsbewusste Menschen gibt, die die Aeffchen
 wieder Alltagsfit fuer das harte Dschungelleben machen.

Dann ging es endlich mit dem Boot den Kinabatangan Fluss entlang. Rechts und links dichter Dschungel. Es flogen Nashornvoegel vorbei, Kingfisher in den allermoeglichsten Farben sassen auf den hervorstehenden Aesten, Komorane und Hordenweise Makaken, welche von den Baumkronen aus auf uns herab schauten (und manchmal sogar mit Stoeckchen warfen). Ausserdem  sahen wir lustig aussehende Nasenaffen! Ich erklaerte sie zu meinen Lieblingsaffen, da sie mit ihren weissen Schluepferchen (natuerlich ist es nur weisses Fell, was eben so aussieht) und den langen Nasen manchmal viel zu schwer fuer die Aeste waren und sie voller Wucht ueberall reinsprangen und dabei noch grunzende Geraeusche machten. Da koennte man stundenlang zuschauen. Hier ein kleiner Link zu den Affen: http://www.tierlobby.de/rubriken/Tiergarten/affen/nasenaffe.htm
Dann kamen wir in unserer Dschungelbehausung an. Wir waren in einer Huette untergebracht, wo anstatt Tuer und Fenster nur Gitter angebracht waren, darin eine einfache Matratze und ein Moskitonetz. Ich freute mich schon, das uns die Ratten aufgrund der Gitter in Ruhe lassen wuerden, aber das war wohl etwas zu frueh. Nachdem wir abends noch auf einer Nachtsafari waren, wo wir viele exotische Froeschchens, Tausendfuessler, Wuermer und Spinnen ausfindig machten, ging es ca. 12 Uhr ins "Bett" da dann auch puenktlich der Notstromagregator ausgeschaltet wurde. Von da an waren wir mit dem vielen Geviechzeugs (auf alle Faelle wieder Ratten, glaube Eichhoernchen und Wildkatzen waren auch mit dabei) alleine. Ich drehte meine Musik auf volle Lautstaerke um nix von der Aussenwelt mehr mitzubekommen, wachte aber trotzdem mitten in der Nacht wieder auf, da ich hoerte wie ein Tier sich an unseren Rucksaecken zu schaffen machte. Irgendwas zerrte unser Zeug umher und fing spaeter an daran zu knabbern -es hoerte sich an als wenn gerade irgendwas meine Schuhe verspeist wollte. Ich musste unbedingt Schlot aufwecken! Der leuchtete eiskalt mit seiner Taschenlampe umher und konnte aber auch nix erkennen. Er meinte das Vieh wuerde vor der Behausung sitzen und irgendwas anderes schnabulieren. Da konnte ich mich erstmal wieder beruhigen. Trotz alledem schlief ich kaum die Nacht  ... ich lag aengstlich in mich zusammengerollt und regungsslos da und versuchte mich auf die Musik zu konzentrieren die mich aus den Ohrstoepseln anschrie. Ausserdem musste ich mal auf's Klo, was aber unter keinen Umstaenden moeglich gewesen waere. Niemals haette ich bei Dunkelheit und den dazugehoereigen Dschungelgeraeuschen (+ dem Vieh vor unserer Tuer!) einen 50m Marsch bis aufs Klo unternommen.
Endlich wurde es hell und es ging auf Morgensafari. Mit dem Boot durch Mangrovensuempfe beobachteten wir wieder die vielen Affen und Voegel. Spaeter dann auch noch per Fuss ein paar schoene Dschungelerkundungen, wo uns der Guide saemtliche Pflanzen und Baeume erklaerte. Sogar Sandelholzbaeume sahen wir. Am Nachmittag sah der Schlot auch noch eine hochgiftige Cobra vor unserer Huette entlangschlaengeln. Viele riesige Warane lagen am Ufer und spaeten nach Fischen sowie auch die vielen Makakenaeffchen um uns herum waren hungrig. Sie pluenderten alles was gerade unbeaufsichtigt stehen und liegengelassen wurde. Wir mussten immer gut auf Kamera oder aehnliche wichtige Sachen aufpassen.
Spaeter gingen wir noch mit den einheimischen fischen, wo wir ganz schoen von den Moskitos attackiert wurden. Wir spannten eine lange Leine die am Uferrand befestigt wurde und von der aus wir viele kleine Stricke mit Haken und Wurm dranhingen. Mit ca. 7-8 Fischen kehrten wir wieder ins Lager zurueck. Das Gemuese fuer's Abendessen hatten wir auch vorher schon im Dschungel gepflueckt und so liessen wir es uns nach einem langen Tag, wohlverdient schmecken.
Die zweite Nacht konnte ich auch besser schlafen, da die Ratten in der ersten Nacht saemtliche Futtervoraete unserer 2 Mitbewohner aus Australien aufgefuttert hatten und nun nix mehr da war. Ich stoepselte mir diesmal die Ohren zu, wo ich wahrhaftig nicht ein Geraeusch mehr vernahm, ausserdem war ich muede ohne Ende so dass ich mich nicht mehr ganz so fertig machen musste.

Am naechsten Tag ging es weiter nach Semporna, ein unter Tauchern sehr beliebtes Gebiet. Bis vor vier Jahren angeblich noch Tauchgebiet Nr.1 in der Welt (heute sind es die Galapagos Inseln), das konnten wir uns doch nun auch nicht entgehen lassen. Zumal wir fuer'n Schlot auch noch einen deutschsprachigen Tauchlehrer ausfindig machten! Ein paar Tage spannten wir erstmal aus und dann ging es los. Schlot meisterte innerhalb zwei Tagen seine Tauchpruefung und am dritten Tag gingen wir schon zusammen tauchen. Sipadan heisst die schoene Insel, wo man eine wahnsinns Sicht hat. Ich habe bereits eine riesig grosse Palette von Fischen gesehen. Sogar lilane Schnecken mit einem gelben Baeumchen auf dem Ruecken (sog. Chromodoris bullocki), Muraenen, Steinfische, unzaehlige Haie (sogar einen Leopardenhai), Krokodil-, Frosch- und Lowenfischefische, riesige Schildkroeten bis zum Abwinken und so weiter und sofort. Man kann ja gar nicht alles aufzaehlen.

2-3 Tage wollen wir noch hier bleiben bevor wir dann weitere Plaene schmieden. Wahrscheinlich geht es dann langsam wieder zurueck nach Kota Kinabalu, wo wir noch ein paar ruhige Tage auf den Inseln verbringen werden. In 2 Wochen sind wir dann schon in Neuseeland, Unterkunft habe ich gerade vorreserviert (wegen Hochsaison) ... aber ich denke ich werde mich vorher nochmal melden.

Bis dahin, passt auf Euch auf und machts mal jut
... Eure Claudi


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