Im Jurtencamp bei den Mongolen
01.12.2005 20:33:44 (View count: 2769)
Hier ein paar Pointen aus unseren Erfahrungen mit den Mongolen
Ulan Bator (Eine absolute Chaosstadt)
Sehenswuerdigkeiten haben wir mit unserem Guide innerhalb von drei Stunden erledigt gehabt. Da gibts ein Naturhistorisches Museum mit allen moeglichen Tieren, wie es in Zuerich auch eins gibt. Lustig war unser mongolischer Fuehrer dessen einziger Kommentar zu den Ausgestopfen jeweils war: "Die haben wir." oder "Die haben wir ned!". Er war uebrigens drei Jahre in Nuernberg, was man seinem Akzent anhoerte. Grosser Hoehepunkt ist die Sammlung an Dinosaurierknochen, welche aus der Wueste Gobi, dem weltweit groessten Fundort solcher Gebeine auf der Welt, kommen. Viele waren jedoch Imitate wie unser Guide zu berichten wusste, denn die mongolischen Professoren verkauften die echten Knochen jeweils bei den Welttourneen an die Meistbietenden und verschwanden auf nimmer wiedersehen.
Das grosse budhistische Kloster war den Besuch wert, besonders beeindruckend die 27 Meter grosse vergoldete Gerechtigkeitsgoettin und die Teilnahme am Gebet der jungen Moenche.
Der grosse Platz ist nichts besonderes, man sieht lediglich verschiedene prunkvolle Staatsgebaeude. Mehr Sehenswertes hat Ulan Bator nicht zu bieten. Am letzten Tag sind wir noch durch die Einkaufsmeilen geschlendert und haben das teure Shoppingcenter besucht, dort wurde Benny prompt die Brieftasche im Lift entwendet (schlimm fuer die Fotos die drin waren nicht die ca. 50 CHF). Deshalb vorsicht Taschendiebe!
Strassenverkehr
Es fehlt einfach ueberall an Asphalt, deshalb rufen wir euch auf: Schickt Sand Kies und Zement, damit wir Touristen ruhiger fahren koennen. Wegen den besagten Schlagloechern fahren die auch so komisch Slalom, dass ist unsere logischte Erklaerung fuer dieses richtige Chaos. Besonders Fussgaenger sind da arm dran, denn man wird angehupt sich zu beeilen, obwohl man gruen hat. Fuer unseren Guide war das Alltaeglich und er erklaerte das mongolische Gesetz der Strasse: 1. Lass dich nicht erwischen. 2. Bau keinen Unfall sonst wirst Du erwischt.
Schon bei unserer Ankunft missachtete er Gesetz Nr. 1: Er versuchte dem Stau, welcher von den vielen Taxis und PWs Dank unserem Zug ausgeloest wurde, auszuweichen. Deshalb fuhr er verkehrt durch die Einfahrt des Bahnhofplatzes. Dort wartete bereits die Polizei mit fuenf Mitsuender. "Scheisse den Polizisten kenne ich nicht, der muss neu sein, sonst het ich da was machen koennen!" fluchte unser Fahrer und folgte den anderen auf sein Bureau und verschwand fuer eine halbe Stunde. Er kriegte ein Loch in seinen Fuehrerausweis. Mit vier Loechern muss man den Check fuer zwei Jahre abgeben, so einfach kann es gehen. Ausserorts sind die Strassen immer noch nicht besser und wenn es gelaendig wird, laesst man den Asphalt ganz weg, um bei Schnee mehr Bodenhaftung zu kriegen. Die Polizei war allgemein sehr praesent. Ein Polizist hatte unseren Fahrer bei der Rueckreise aus dem Jurtencamp kontrolliert und ihn danach gefragt, ob wir ihn fuer die letzten 80 km nach Ulan Bator mitnehmen koennten. Kein Problem, dann sparen wir wenigstens die Strassengebuehren.
Jurtencamp
Etwa drei Stunden von Ulan Bator entfernt wird die Steppe zur Huegellandschaft. In diesem voralpinen Gebirge eingebettet liegt unsere Bleibe fuer die bevorstehende Nacht. Heimelig warm ist die Jurte mit sehr farbigen Tuechern und einem Holzofen ausgestattet. Um die Waerme in der Nacht zu erhalten wird alle drei Stunden neu eingeheizt, was uns in der ersten halben Stunde jeweils an die Sauna in Irkutsk erinnerte. Zum Glueck war es Winter und wir die einzigen Gaeste dieses Camps mit zugehoerigem Hotel fuer die Verpflegung.
Pferdetour zu den Wurzeln der Mongolei
Unser Guide hatte uns einen einheimischen Pferdezuechter organisiert und zugehoerige Gaeule. Hoch auf dem Pferde, zumindest Romanas Gefuehl, bei Benny sah es eher danach aus als koennte er dem Pferd mit seinen Beinen nachhelfen, ritten wir los. Der junge Mongole wies unsere Pferde andauernd dazu an schneller zu laufen. Mit den Worten "Thu, thu" wechselte nur Romanas Pferd in den Galopp, waeherend Bennys Gaul gemuetlich vor sich hinstapfte. Traumhaft so durch diese Landschaft zu ziehen, durch Waelder, ueber gefrohrene Fluesse und das alles bei Schneefall hoch zu Pferde.
Bei der Jurte des Pferdefuehrers machten wir Halt und er zeigte uns seinen groessten Stolz die jungen Jacks bevor wir zu Milch Tee und Kaesegebaecken eingeladen wurden. In der kleinen Jurte versammelten sich vier Generationen zu diesem Zvieri, alle waren neugierig ueber den winterlichen Besuch. Die Jurte war eingerichtet wie eine kleine Wohnung, sogar der Fernseher durfte nicht fehlen. Die ganze Begegnung und der Aufenthalt in der Jurte war beeindruckend und sehr lohnenswert. Zum Schluss testete Romana noch ihre Aussentoilette, was ihnen ein bisschen peinlich war. Ein Plumpsklo aus Brettern rechts und Brettern links, in der Mitte ein sich auftuermender Berg gefrorener Scheisserchen. Auf dem Rueckweg gaben wir so richtig Gas, dass man es noch am naechsten Morgen im Gesaess spuerte.