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Kajak-Zemi
Kajak-Zemi
Auf gehts! Das vorne bin ich...
 
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Bild von: Zimmermann resp. Reuteler Raphi und Nadine
Reise: JAP–NZ–AUS
Bericht: Abel Tasman National Park

Abel Tasman National Park

07.10.2002 (View count: 2652)
Eine Reise nach Nelson

Gegen 8 Uhr gehts los mit dem Shuttle-Coach von Christchurch nach Nelson. Eine guenstige Moeglichkeit; ich bezahle knapp 30 NZ$ fuer 7 1/2 h Busfahren. Es geht ueber 400 km ausschliesslich auf Hauptstrassen, da es praktisch keine Motorways gibt. Der Bus ist an diesem Donnerstag nur zu gut einem Drittel besetzt. Zwischendurch machen wir Halt, bringen Post und Pakete in entlegende Doerfer oder goennen uns einen Tea-Break. Das Wetter wechselt staendig, von strahlender Sonne bis regnerisch und sehr starke Winde ist alles dabei! In Nelson, einem sehr friedlichen Staedtchen nahe der Ostkueste, finde ich auch gleich eine Backpacker-Absteige. Sie ist gut besetzt, des weiteren sind da eine 5-koepfige Surfer-Delegation aus Nordengland, ein Ami, eine Brasilianerin, eine Franzoesin und ein etwas aelterer Oesterreicher. Herrman Maier sein Name (kein Witz - wie der Skifahrer) und macht einen Eindruck, als wuerde er hier seine Midlife-Crisis ausleben. Endlich wieder Leute, Kontakt. Es ist sehr lustig, obwohl ich manchmal an meinen English-Kenntnissen zweifle, wenn ich mit den Briten quatsche. So ein gewaltiger Accent habe ich noch nie gehoert! Wir kochen Spaghetti und genehmigen uns das eine oder andere Bier. Frueh gehts zu Bett, da alle sehr muede von irgend einer Reise sind. Ausser Herman, welcher noch um die Hauser (od. Nachtclubs) zieht. Nachts hoere ich ein paar komische Geraeusche, denke mir aber nichts dabei. Am Morgen dann die Gewissheit: Es war Herrman, der den Tuer-Code vergessen hat und im Duschraum draussen uebernachtet...! Um 7.10 gehts auchs schon wieder mit dem Bus raus nach Marahau, etwa 70 km von Nelson entfernt, in den Nationalpark Abel Tasman. Heute steht eine Kajaktour auf dem Programm, sicherlich die originellste Art um ueber die Kuestenlinie in den Park zu gelangen. Nach kurzen Instruktionen und Trochenuebungen fuer die unerfahrenen Paddler gehts auch schon los Richtung Meer. Rucksack, Schlafsack, Proviant etc. wird in die wasserdichten Ladeluken verstaut. Dann werden Schwimmwesten und Spritzdecken sowie die Fusssteuerung angepasst. Es werden fuenf Kajaks zu Wasser gelassen; vier zweisitzige fuer die Gruppenteilnehmer und ein einsitziges fuer den Guide, Julia. Es bilden sich Teams, eine 4-koepfige neuseelaendische Familie, ein US-Paaerchen aus NY sowie Vince, eine Aussie, der gegenwaertig eine Ausbildung als Kajak-Instructor absolviert, und ich! Zuerst sitze ich vorne am Navigations-Platz und den Padel-Rhythmus finde ich schnell. Selbst ungeubte lernen im Schutz von Adele Island schnell mit Paddel und Steuerung umzugehen. Es geht vorbei an den ersten huebschen Buchten Appletree Bay und Stillwell Bay. Das Glueck, die Route mit Delphinen zu kreuzen, haben wir leider nicht. In Akersten-Bay machen wir Halt und bereiten uns einen Lunch zu. An diesem Strand bleibt die Gruppe garantiert unter sich, denn der Wanderweg fuehrt etwa 2 km landeinwaerts vorbei. Teigtaschen mit Gemuese, Hackfleisch od. Tofu gefuellt, faellt ueberraschend delikat aus. Selbst eine Flasche Wein wird unvermutet zu Tage gefoerdert. Die zweite Etappe fuehrt dann nach Anchorage-Bay, dem Zielort. Nun sitze ich hinten, entscheide also auch ueber die Steuerung des Kajaks. Links ist links, rechts ist rechts. Eigentlich ganz einfach, trotzdem crashe ich zweimal ausgerechnet in Teachers-Boat, demjenigen von Guide Julia. Hinzu kommen jetzt auch die windgepeitschten Wellen an der felsigen Kueste von Piits Head, sicherlich die groesste Herausforderung. Nach dem Umrunden folgt wieder ruhiges Gewaesser. Wir koennen sogar in eine riesige, von dichtem Busch umsaeumte Lagune eindringen, die Seevoegeln und Waldvoegel gleichermassen idealen Lebensraum gewaehrt.
Dann ist nach ca. 16 km das Ziel erreicht und die Gruppe trennt sich. Ein Teil geht per Wassertaxi zurueck nach Marahau-Beach, der Rest bleibt am Strand und verweilt sich mit Schwimmen, Schnorcheln oder einem kurzen Walk. Hier trifft man auch wieder auf Wanderer. Zum campen ist es noch zu kalt nachts, also waehle ich Moeglichkeit 2 und uebernachte auf Chris' Aqua Packers Floating Accommodation, einem alten Navy-Boot, welches gerade vor der Anchorage-Bucht ankert. Sieht von aussen klein und nicht speziell aus, im innern aber ist allerhand Luxus vorhanden. In dieses Boot wurde viel Muehe in Form einer kompletten und aufwaendigen Innen-Restauration gesteckt. Nach einer warmen Dusche gehts zum Znacht, einem herrlichen Gemuese-Auflauf mit Barbecue-Beef. Wird sind noch zu 6st, ein schottisches Paaerchen (wieder ein unglaublicher Slang!) sowie ein australisches Geschwisterpaar, Chris and I. Nach dem die zweite Flasche Rotwein an diesem Tag getrunken ist gehts todmuede und mit schweren Oberarmen "unter Deck" ins Kajhuettenbett. Kein Frage, man schlaeft hervorragend ein beim leichten Schwenken des Bootes durch die Wellen. Fast 10h Stunden, dann gehts gegen Neun und nach einem Breakfast mit dem Lunchpaket unter dem Arm wieder an Land. Eine herrliche und gutorganisierte Abwechslung fuer den Backpacker-Reisenden. Nun steht die fast 6stuendige Wanderung nach Onetahuti (ueber fast 18 km) auf dem Programm. Vor allem die ersten 500 Meter zwischen den Buchten hinweg, bis man die Hoehe hat, sind schweisstreibend. Dann geniesst man jedoch eine tolle Aus- resp. Uebersicht ueber das Nationalpark-Gebiet und die wunderbare, unberuehrte Natur-Wildnis. Ueber gut markierte Pfade gehts auf der ersten Etappe zunaechst nach Torrent Bay und dann wohl auf dem laengsten und anstrengendsten Teil nach Bark Bay, ueber Haengebruecken und steile Naturtreppen. Entgegen kommen einem nach etwa 1h schon einige Wandergesellen, auf dem Hinweg bin ich jedoch alleine. In Bark Bay nehme ich meinen Mittags-Lunch zu mir und frage mich anschliessend, wo es zum letzten Teilstueck weitergeht und stelle fest: Weil Flut ist, ist der Wanderweg unterbrochen. Dann heisst es Schuhe ausziehen und ueber das nicht sehr tiefe Wasser waten. Dann gehts nochmals steil aufwaerts und uebergluecklich erreiche ich dann Onetahuti-Beach, trotzdem mit nassen Schuhen und grossen Blattern ueberhalb des linken Fers. Eine 1h zu frueh noch, das Wassertaxi kommt erst um 3.30 PM. Es bleibt Zeit zum Wunden lecken ein bisschen relaxen am Strand. Tonga Island liegt vor mir und ich schwimme ein bisschen hinaus. Die Insel ist Teil einer Marine Reserve, d. h. hier darf nicht gefischt werden. Dann kreuzt ploetzlich irgendwas meinen Weg, ich errschrecke. Ein Hai? - Nein, es ist ein junger Seehund! Nun kann ich am Strand auch weitere Seehunde sehen. Toll. Gerade die juengeren Tiere sind zutraulich und neugierig. Ihnen ist durch das Fischverbot die Nahrungsgrundlage gesichert. Nun muss ich aber wieder zurueck, das Wassertaxi ist puenktlich und auch die Schotten und die Aussies treffe ich wieder. Wir waren also die einzigen, die diese Route gewaehlt haben. Komplett gehts zurueck nach Marahau, ins Start-Camp, wo es nochmals etwas zu knabbern gibt. Wiederum sehr muede gehts zu Bett, am naechsten Morgen wieder ueber Nelson zurueck nach Christchurch. Eine lange Fahrt. Aber ich bin zufrieden mit dem Erlebten. Morgen startet die Mountainbike-Tour ueber 8 Etappen nach Queenstown. Mit kleinen Blessuren zwar, doch ich bin "parat'!
Beste Gruesse aus New Zealand:
Zemi (Raphi)

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