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Der Kings Canyon und unten der Beweis, dass ich da war :-)
(habe uebrigens vor zwei wochen meine haare abgeschnitten, was das reisen sehr erleichtert)
 
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Bild von: Luzia Kaufmann
Reise: Downunder
Bericht: Outback, Teil 2

Outback, Teil 2

23.07.2002 (View count: 2223)
erster tag
am dienstag, 16. juli, morgens um 7.00 uhr startete mein abendteuer "outback-safari". meinen ersten schock hatte ich bereits einen tag zuvor, da hatte ich erfahren, dass wir auf dieser tour lediglich schlafsaecke und matten (sogenannte swags) fuer unsere uebernachtungen zur verfuegung haben werden. bei nachttemperaturen um die -6 grad nicht gerade erfreulich. - in der broschuere war von zelten die rede. aber was solls, stellte ich mich eben schon mal auf diese begebenheiten ein. schon beim erscheinen unseres fahrzeuges kam der naechste schock: fuer das gesammte gepaeck hatten wir nur den platz zwischen den kochutensilien zur verfuegung (=platz fuer einen kleinen rucksack)! wo sollte ich nur meine reisetasche reinzwaengen. als der tourguide kopfschuettelnd vor unseren gepaeckstuecken stand, forderte er, dass wir einen kleinen rucksack fuellen sollen und den rest beim backpacker lassen sollten - supertoll!!! was ich in meiner tasche hatte war schon das noetigste fuer diese 5-tages-tour, habe bereits am tag zuvor sachen aussortiert und im gepaeckraum des backpackers verstaut. da war ich schon fast am verzweifeln und konnte mir nicht mehr vorstellen, diese reise geniessen zu koennen. aber dann kam in letzter minute die rettende nachricht, dass vier personen die tour abgesagt hatten, was soviel bedeutete wie:alle konnten ihre koffern mitbringen und auf den nun freien sitzplaetzen stapeln.
okay, die reise ging los. nur eine kurze fahrt und wir erreichten den dessert park von alice springs. ein naturpark in dem man flora und fauna etwas besser kennenlernen sollte. tja, hatte mich nicht so richtig ueberzeugt. der park an sich ist zwar schoen, aber an wildlife war nun wirklich nicht viel zu sehen. aber wahrscheinlich hatte mich dieser park nicht so beeindruckt, da ich in cairns und kuranda schon schlangen, kangaroos, emus und eben noch viel mehr gesehen hatte. nach diesem abstecher setzten wir die reise fort. unser naechstes ziel waren die western macdonnell ranges, wobei es sich nicht um einen spetzifischen ort handelt, sondern um ein ganzes gebiet. in diesem gebiet besuchten wir ein paar extrem schoene plaetze (ellery creek big hole, glen helen gorge, ormiston gorge, gosse bluff). eine etwa 2-stuendige wanderung, larapinta trail, war der hoehepunkt dieses tages. war wirklich ueberrascht, wieviel spass es macht die australischen berge zu erklimmen und durch die taeler zu gehen.
schon stand die erste nacht bevor - schlafen unter sternenhimmel in eisiger kaelte. die erste nacht verbrachten wir auf einen zeltplatz, wie ironisch ohne zelte :-) aber zuerst gab es noch etwas zu essen und wir genossen die waerme im restaurant dort. mit zwei kaffees (mit rum) gestaerkt bereitete ich mich geistig auf die kaelte vor. nach drei profilaktischen wc-gaengen ging es ab nach draussen. jeder schnappte sich seinen schlafsack und einen swag. war positiv ueberrascht, wie warm ich hatte. die anzahl sterne hier in downunder scheint hoeher zu sein als in europa, habe noch nie soviele sterne gesehen wie hier! nach dem blick in die sterne wuensche ich mir 1. gute nacht, 2. dass ich eher einschlafe als alle personen, welche schnarchen, 3. dass ich nachts nicht aufs wc muss und 4. dass die waerme im schlafsack bis zum naechsten morgen bleiben wuerde. tja, punkt eins hatte sich ja sogleich erfuellt aber die anderen punkte sollten nicht so sein => schnarch, schnarch um mich herum, um 1 uhr morgens musste ich nach langem ausharren doch aufs wc und ab 5 uhr war es ungemuetlich kalt im schlafsack!

zweiter tag
um 7.00 uhr war tagwache. nach dem fruehstueck machten wir uns auf den weg zum palm valley. der weg dorthin war sehr spektakulaer, von strasse ueberhaupt keine rede! durch sandduenen, ueber stock und stein, durch zwei kleine fluesse und ueber ganze steinfelsen. mit unserem fahrzeug konnte man diese tour (mereenie loop road) machen, jedoch war das ganze unternehmen zum teil schon hart an der grenze. da schuettelte es jetzt jeden durch! zum teil waren die schlagloecher so gross, dass wir so aus unseren sitzen gehoben wurden, dass die landung danach auf unseren sitzen schon weh tat! ganz krass war es, als gleich mehrere schlagloecher hintereinander waren - da musste man schon probieren mit den beinen den stoss etwas aufzufangen, damit es einem nicht den atem abstellte. aber auch hier hatte sich dieser weg gelohnt. wir machten uns auf die naechste wanderung (dieses mal ca. 3 stunden). der finke gorge nationalpark inklusive das palm valley waren die anstrengungen voll und ganz wert. nach dem erklimmen und dem abstieg der schlucht, eroeffnete sich uns ein blick ueber ein tal wie ich es noch nie gesehen hatte. inmitten dieser zwei felswaenden wachsen palmen aus dem fast erdlosen boden. auf dem weg zu unserem naechsten uebernachtungsplatz war holzsammeln angesagt. auf der ganzen tour kochte der guide mittels lagerfeuer unser essen. an diesem abend hatten wir noch eine positive ueberraschung: wir durften in zelten schlafen!!!!!!!

dritter tag
an diesem tag stand der ausflug zum kings canyon auf dem programm. das war wirklich eine wanderung die es in sich hatte! 3 1/2 stunden wandern (teilweise schon fast klettern) mussten wir absolvieren, um die einzigartigen strukturen und landschaften sehen zu koennen. oben angekommen wagten wir einen vorsichtigen blick ueber die felswand hinunter. das heisst: von ca. 2 m abstand zum felsvorsprung auf den knieen nach vorne kragseln und anschliessend auf den boden legen, um in dieser haltung ohne risiko in die tiefe dieses canyons schauen zu koennen. auf der anderen seite des canyons stiegen wir holztreppen hinunter, um ein wasserloch inmitten dieser felswaenden zu entdecken. dieser platz wird "garden of eden" genannt.
etwas erschoepft erreichten wir wieder den platz auf dem unser fahrzeug stand. allen knurrte ein wenig der magen, da es doch schon nach 1 uhr war. wir fuhren also los zu einem platz, wo unser tourfuehrer uns das essen kochen konnte (hamburger auf australische art stand auf dem speiseplan). gestaerkt fuhren wir nun dem naechsten tagesziel entgegen (olgas). diese distanzen hier sind fuer europaeer nicht wirklich einschetzbar. keine ahnung wie lange wir durchs niemandsland fuhren. bei einer unscheinbaren seitenstrasse bogen wir ab und fuhren richtung buschland einen huegel hinauf. mitten im nirgendwo stoppte der guide das fahrzeug und verkuendete uns, dass dies unser uebernachtungsort sei! diese nacht war also natur pur angesagt :-) aber diese nacht war die waermste ueberhaupt. da wir vor sonnenuntergang wie die wilden holz gesammelt hatten, reichte es aus, um die ganze nacht hindurch das feuer in gang zu halten.

vierter tag
am morgen frueh verliessen wir unser buschcamp wieder und fuhren richtung yulara. unterwegs legten wir einen kurzen stopp ein um aus der ferne den mt connor sehen zu koennen und damit uns der guide etwas ueber diesen berg erzaehlen konnte. wenn ich das richtig verstanden hatte, war dass, was man heute als berg"spitze" sehen kann frueher der talboden. in yulara stoppten wir kurz auf dem campareal (unser naechstes nachtlager), um nach dieser "back to the roots"-nacht normale toiletten benutzen zu koennen. ja und dann: der ayers rock!!! dieser berg strahlt schon etwas ganz besonderes aus. jedoch liefen wir nur einen kleinen teil um den berg, da wir die hauptzeit an diesm tag den olgas widmen wollten. auf dem weg schauten wir noch beim aboriginal cultural centre vorbei, wo wir etwas mehr ueber die australischen ureinwohner lernen konnten. nach dem mittagessen hiess es dann wieder die wanderschuhe anschnallen. wir absolvierten auch an diesem tag einen ca. 3 stuendigen fussmarsch durch das "valley of the winds" - ein wanderweg hoch und durch die steinberge der olgas. da meine fuesse an diesem tag schon etwas angeschlagen waren (blasen an beiden fersen), waren diese 3 stunden horror! aber es war auch nicht normal, welch ein tempo der guide an diesem tag vorlegte. um nach links oder rechts zu schauen blieb fast keine zeit - wir rannten buchstaeblich die berge hinauf und hinunter. eigentlich wirklich schade, denn ich persoenlich finde die olgas fast schoener als den ayers rock. dieses marschtempo kam jedoch nicht von ungefaehr - an diesem abend stand noch der sonnenuntergang beim ayers rock auf dem programm. wir hatten anscheinend ein riesiges glueck, die farbveraenderung am ayers rock in diesem ausmass sehen zu koennen, der guide hatte es seit laengerem nicht mehr so extrem erlebt. zurueck im camp stuertzten sich alle unter die dusche und ich verarztete zusaetzlich so gut es ging meine fuesse :-)

fuenfter tag
am letzten tag war aufstehen praktisch mitten in der nacht angesagt. um 5.50 uhr tagwache und 6.30 uhr abfahrt richtung aussichtspunkt fuer den sonnenaufgang beim ayers rock. aber auch dieses "opfer" hatte sich voll und ganz gelohnt, es war zwar eisig kalt aber sehr, sehr eindruecklich. danach machten wir den morgenspaziergang (9.6 km!) rund um den roten riesenstein. auf fotos wuerde man nie denken, dass der berg eine solche unregelmaessige form hat. der ganze block ist nicht wirklich geschlossen oval, sondern hat extreme "einbuchtungen".

so, dass waren meine 5 tage outback-adventure - eine tour die sich von A-Z gelohnt hatte!!!

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