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Rock 'n' Roll in Budapest
Rock 'n' Roll in Budapest
 
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Bild von: Tilo Strobach
Reise: Caravantour von Berlin in die Südtürkei
Bericht: Campertour von Brandenburg nach Olympos

Campertour von Brandenburg nach Olympos

27.02.2002 (View count: 2635)
Von Tilo Strobach; zu erreichen unter: tilostrobach@web.de
Eigentlich haben wir nach einem Mobil gesucht, das uns nach Afrika bringen sollte. Aber als wir unseren alten Mercedes Benz 407 Diesel mit Baujahr 1980 von Ole genauer anschauten, war klar, der macht zwar richtige Strassen mit, aber für einen Trip auf Pisten ist der nicht geeignet. Erschreckend waren neben den Roststellen und den Löchern in den Leitungen die 70 PS, die dieses 3,5 Tonnen schwere Stück Stahl ziehen sollten. Nach einem spontanen Blick in den Atlas entschieden wir uns, in Richtung Türkei zu fahren, da wir hier den größten Aktionsradius hatten und niemand von uns je in diesem Teil Europas und Asiens war. Nachdem Tobias und ich unseren dritten Mitfahrer Steffen gefunden hatten, konnten wir mit den Vorbereitungen beginnen und starteten einige Tage später.
Unsere Tour sollte uns vom 1.8.2001 bis 19.9.2001 von Brandenburg/H. nach Prag, Budapest, Zagreb, Dubrovnik, Bari, Igouminiza, Thessaloniki, Istanbul, Izmir, Ephesos, Pamukale, Olympos, Antalya, Samsun, Sinop, wieder Istanbul, Sofia, Timisoar, Szeged, Wien und zurück nach Deutschland bringen. 10.000 km mit einer Spitzengeschwindigkeit auf gerader Strecke von 85 km/h; bergauf nur 35, wobei es von Dresden bis an die syrische Grenze bergig ist. 11 verschiedene Länder, noch mehr Grenzübergänge und zwei Mal mit der Fähre über die Adria.

Budapest
Unser erstes Ziel war das Pepsi-Sziget-Festival auf der Marieninsel in Budapest. Vier Tage blieben wir in der Stadt. Neben der U-Bahn, einer Strasse und einer Fabrik hatten wir ein nicht sehr lauschiges Plätzchen außerhalb des Geländes, was aber auch seinen Reiz hatte. Die Highlights auf dem Festival waren nicht nur bekannte Bands wie RUN-DMC, Morchiba und Faithless, sondern auch die Krishna-Core Band „Hare“, Bungee springen, baden in der Donau, die extrem staubige Luft und die allgegenwärtige Fäckalestetik. Eben alles, was zu so einer Veranstaltung dazu gehört. Viele Besucher kamen nicht nur aus Ungarn, sondern auch aus anderen Ländern wie Österreich und Deutschland. Da die Preise für Alkohol sehr günstig und die Temperaturen verdammt heiß waren, konnten wir viele Leichen bewundern. Das wichtigste aber war, dass alle ihren Spaß hatten und ausgelassen feierten. Zum Chillen in der Nacht kam das Ambientzelt sehr gut, in dem es relaxte Musik, indische Tänzerinnen und genügend zum kiffen gab. Dank unserer Bikes konnten wir uns zumindest tagsüber gut auf dem Gelände bewegen und auch einen relaxten Besichtigungstag in der Stadt einlegen. In solchen Situationen lernt man Fahrräder richtig zu schätzen und wir waren froh, dass wir sie auf unserem Mobil problemlos transportieren konnten.

Dubrovnik
Die südkroatische Stadt Dubrovnik war ein weiterer Höhepunkt auf unserer Tour. Sie hat eine sehr gut erhaltenen Altstadtkern, der von den Italienern erbaut wurde und wahrscheinlich einzigartig ist. Allerdings zieht solch eine Schönheit auch viele Pauschaltouristen an und treibt die Preise hoch. Reizvoll an dieser Gegend sind nicht nur die Berge um die Stadt, sondern auch die gesamte dalmatinische Küste, die durch ihre Felsen sehr abwechslungs- und eindrucksvoll ist. Man kann sagen, dass unser Schlafplatz einzigartig in der Stadt war. Wir standen für lau mitten im alten Hafen, nur wenige Meter vom Wasser entfernt und hatten einen schönen Blick über eine Bucht von Dubrovnik. Vor allem in der Nacht konnten wir gut die Lichter der Stadt von unseren Matratzen auf dem Dach unseres 407s, wo wir immer nächtigten, sehen. Vom Krieg Anfang der 90er ist in Dubrovnik selbst nicht mehr viel zu sehen. Doch wenn man einen kleinen Einblick bekommen möchte, wie es damals war, sollte man auf die Liftstation etwas über der Stadt gehen. Von hier kann man über die gesamte Stadt, das Meer, die Inseln und das Landesinnere, das schon Bosnien ist, sehen. Die Gondel des Lifts liegt zerstört auf halber Strecke. Überall sind große Einschusslöcher von Granaten in den Wänden, Türen und Stahlträgern zu sehen. In dem alten Krankenhaus der Stadt (an dieser Stelle Gruß an Ute), das nun ein besetztes Haus war, hatten einige Studenten einen Workshop veranstaltet und wir konnten kroatische Filme sehen, kroatische Musik hören und kroatisches Bier trinken. Eben etwas Kultur abseits des Mainstreams.

Istanbul
Das vorläufige Endziel war erreicht. Istanbul- Glanz und Moloch wie er im Buche steht und wahrscheinlich einzigartig ist. Zwei Kontinente in einer Stadt, Klebstoff schnüffelnde Kinder, ein unendliches Straßengewirr und vom Galata-Tower in der Mitte der Stadt ist in keine Richtung ein Ende des Häusermeeres zu sehen. Man benötig etwa eine Stunde auf der Autobahn, um die Stadt zu verlassen. Das gute am Istanbuler Straßenverkehr ist, dass das größte Gefährt die meisten Rechte hat. Da unser 407 nicht der kleinste war, hatten die meist anderen Autos den nötigen Respekt vor uns. Es ist reizvoll, wenn die Regeln eher weniger beachtet werden und man mehr nach freiem Gefühl fahren kann. Den Bus hatten wir unter der Bosporusbrücke geparkt und haben uns von dort eine Absteige im Stadtteil Beschiktas gesucht. Von hier aus besuchten wir fast jeden Tag die touristischen Stätten der Stadt, wie die Blaue Mosche und den großen Basar, die nicht umsonst von so vielen Leuten ständig überrannt sind. Am Abend saßen wir oft am Bosporus, ein paar Efes-Bier dabei und schauten von Europa nach Asien. Den Besuch des Fußballspiels von Galatasaray Istanbul gegen Denizlisport wurde für Marschi und Steffen von einem alt gewordener Kebab verhindert. Innerhalb von 2 Stunden reiherten wir das ganze Essen wieder aus. Ich war gerade so in der Lage, mit unserem wienerisch sprechenden Türken Metin Büyük, der mir noch meine 10.000.000 Millionen Lire für den Eintritt schuldet, zum Spiel zu gehen. Bei dem Spiel war eigentlich alles was außerhalb des Feldes passierte viel spannender als des Spiel an sich. Die Fans sind fanatisch bis zum Get no, die Polizeikontrolle ist enorm und jeder muss seine Show liefern. Zum Abschluss unseres Istanbulaufenthaltes kam noch Jegor in unser Zimmer geschneit, nach dem er uns sehr konkrete Infos über seinen Aufenthalt aus Russland geschickt hat. Er sollte uns in den nächsten 2 Wochen durch das Osmanische Reich begleiten.

Olympos
80 Kilometer südwestlich von Antalya liegt das Örtchen Olympos. An dieser Stelle gehen die 3000 Meter hohen Berge des Taurusgebirges bis an das Meer heran. Sie fallen hier steil ins Wasser. Es führt nur eine kleine, steile und verwinkelte Straße in diesen Ort. Der Strand und die Felsen sind ein landschaftliches Highlight. Die Touristensegelboote, die jeden Tag aus Antalya kommen, stören zwar die Idylle, geben aber ein schönes Bild vor dieser Kulisse ab. Sogar für Kultur und Natur bietet Olympos einiges. In einer kleinen zugewucherten Bucht befinden sich die Überreste einer Hafen- und Stadtanlage aus altertümlicher Zeit, die von Griechen und Römern genutzt wurde. Die Ruinen sind so im Wald versteckt und nicht ausgeschildert, dass man sich auf der Suche fast wie ein Indiana Jones vorkommt. Einige Kilometer außerhalb des Ortes befinden sich natürliche Erdgasquellen. Die Quellen, verteilt über ein weites Feld, sind die gesamte Zeit entzündet und wurden schon in alten griechischen Sagen erwähnt. Man sieht sie vor allem sehr gut in der Nacht von unten aus dem Tal. Eigentlich hat man in Olympos alles, um einen Urlaub zum Entspannen zu machen. Wir konnten am Strand, an dem auch hin und wieder Schildkröten vorbeikommen, und auf Podesten in den Bäumen schlafen.

Weitere Berichte unter: http://www.pervan.de/reiseberichte/reise.asp?i=97

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