| Gallery Kakadu bis Litchfield ![]() Magnetic Termites, Jumping Croc, Lost City, Stefan beim Abkuehlen in Florence Falls
Exmouth nach Darwin 29.08.2002 (View count: 2347) Hallo zusammenEs ist schon einige Zeit seit unserem letzten Bericht vergangen, denn umso mehr wir nach Norden kamen, desto weniger Internetmoeglichkeiten gab es oder dann war gerade Wochenende oder irgendein Feiertag... Von Coral Bay fuhren wir der Kueste entlang nach Exmouth, das war eine 4WD-Strasse, ein must to do fuer uns (resp. Stefan). Die Strasse war einfach zu fahren, nur musste Stefan bei jedem Seitenstraesschen, welches zum Meer hinausfuehrte, rausfahren und dort war es sandiger. Kein Problem eigentlich, nur hatte Stefan dann irgendwann einmal zu sehr vertrauen ins Auto und begann das Auto im Sand zu kehren... Barbara bekam schier Schreikraempfe. So kam es, wie es kommen musste, das Auto grub sich immer tiefer in den Sand, da half auch kein Luftablassen aus den Pneus mehr... Zum Glueck war ein Camping in der Naehe, wo Stefan eine Schaufel organisierte. Mit dem Wagenheber hoben wir das Auto an, so dass der Sand wieder unter die Raeder floss, bis wir nicht mehr im Sand schwammen. So macht man das, aber es war ganz schoen anstrengend. Zur Belohnung gesellte sich am Abend auf dem Camping ein Emu zu uns und an der Beach konnten wir fischende Krebse beobachten. Von Exmouth ging die Fahrt weiter nach Tom Price, wo wir auf dem Mount Nameless die Aussicht genossen (Mount Nameless = man stelle sich der Lindenberg in kleiner und roetlicher Variante in total flachem Land vor). In Tom Price konnten wir dann die Hammersley Mine besuchen, wir sahen riiiiesige Maschinen, die das Eisenerz abbauen und 2 km lange Zuege, die das Eisenerz zum Meer bringen. Die Schienen wurden nur dafuer durchs Land gelegt. Die weitere Fahrt fuehrte uns zum Karijini Nationalpark, wo es viele Gorges (Schluchten) mit Wasser hat, was ziemlich speziell ist in diesem heissen und trockenen Land - wie eine Oase. Wir bekamen von der Rangerin einen heissen Tipp, weshalb wir vom Campingplatz Richtung Circular Pool watschelten, welcher in nur 10 Minuten erreichbar sein sollte. Aber nach 20 Minuten war nichts dergleichen zu sehen... So haben wir halt keine Abkuehlung im Wasser genossen... Am naechsten Tag schafften wir es dann wirklich runter in den Circular Pool (nach 40 Minuten!), aber als wir die Blutegel sahen, machte es uns wiederum nicht an zum Baden. Wir wanderten dann in der Schlucht zu den Fortescue Falls, was wirklich eine sehr schoene Wanderung war (auch ein heisser Tipp der Rangerin, welcher aber wirklich hot war). Der Weg fuehrte durch Regenwald und durch schoene gelbe Steinformationen zu einem Wasserfall mit einem weiteren Pool, wo wir endlich ins lockende Nass sprangen. Auf dem Weg dorthin haben wir diverse Eidechsen und Spinnen gesehen. Von dort aus fuhren wir nach Port Hedland, wo wir auf einem tollen Camping uebernachteten. Am naechsten Tag blieben wir darum gleich dort und badeten im Pool. Der Camping war bei der Beach und einem tidal river, da es dort aber extrem viele stonefish (Steinfisch) and stingrays(Stachelrochen) hatte, lockte es uns nicht (und auch keine anderen Leute) dort ins Wasser. Ausnahme: Fischer, aber wer mal in Australien war, weiss, dass das Fischen ein Must fuer alle Australier (maennlich) ist. Montags buchten wir dann eine Iron Ore Tour und erhofften, dass wir nun sehen koennen, wie das Eisenerz hier nun verschifft wird, sozusagen als Fortsetzung zur Minetour. Das war ein totaler Reinfall. Wir waren 90 Minuten wegen Sicherheitsbestimmungen im Bus eingeschlossen und sahen nichts Spektakulaeres. Nach diesem Erlebnis fuhren wir einige Stunden Richtung Broome. Western Australien ist also tatsaechlich nichts fuer Leute, die nicht gerne autofahren... Mit Broome haben wir definitiv die Heimat der Krokodile betreten, weshalb wir den Krokodilpark besuchten, um uns mit diesen Tieren "vertraut" zu machen. Das war ziemlich informativ. Es gibt Salties (Salzwasserkrokodile) und Freshies (Frischwasserkrokodile). Die Freshies fressen keine Menschen und beissen sie eigentlich auch nicht, falls sie sich nicht gestoert fuehlen. Die Salties hingegen haben keine Angst vor Menschen, zudem leben die meisten eh im Suesswasser. Mit den Ueberschwemmungen kommen sie weiter ins Land hinein oder sie schwimmen einfach den Fluss aufwaerts. Mit ihren Kiefern spueren sie Bewegungen am Land. Man sieht sie nicht, bis sie aus dem Wasser rauschen, dann haben sie den Schlund schon offen... Also nichts mit "Kieferzudruecken" oder so, obwohl die Muskulatur zum Oeffnen des Mundes schwach ist... Aber mit normalen Instinkt muss man schon keine Angst vor diesen Tieren haben, denn die meisten Unfaelle passieren, wenn careless humans ins Wasser baden gehen, trotz Warntafel... In Broome informierten wir uns natuerlich ueber die Gibb River Road, das heisst, eigentlich bekamen wir keine richtige Informationen. Wir konnten aber ein Strassenzustandsreport auftreiben, wo wir sahen, dass die Strassen offen fuer 4WD sind, man aber bei 2 Fluessen extrem aufpassen muss. Wir beschlossen, es mal so weit es geht, zu versuchen auf der Gibb River Road, mit der offenen Option umzukehren. Am folgenden Tag besuchten wir den Boab Prison Tree bei Derby. Ein Flaschenbaum, wo in frueheren Jahren tatsaechlich im Baum drinnen (der Baum ist innen hohl, das ist normal bei dieser Baumart) Gefangene ueber Nacht gehalten wurden. Bei den Geikie Gorge machten wir eine Boottour, wo wir tatsaechlich die ersten wilden Freshies sahen. Am folgenden Tag ging es zum Tunnel Creek. Im Berg hat es unterirdische Hoehlen, eine davon ist ein Tunnel, wo man nach einer Wanderung im Wasser durch diesen zum anderen Ende gelangt. Nachher fuehrte uns der Weg zu Windjana Gorge, wo es wieder Wasser hatte. Dann ging es wirklich auf die Gibb River Road, uns kam die Strasse sehr gut vor... Gegen Abend suchten wir einen Campingplatz, mussten aber beim Mt Barnett Roadhouse erfahren, dass die meisten Campgrounds in diesem Teil vom Jahrhundertwasser weggespuelt wurden... Nur ein Platz war noch offen - ein richtiger Buschcampingplatz ohne WC, dafuer mit heulenden Dingos (einen haben wir sogar gesehen). Highlight des Tages waren zudem zwei tanzende Kraniche, die vor uns ueber die Strasse tanzten. Am naechsten Tag ging die Fahrt weiter auf der Gibb River Road, wir zweigten Richtung Mitchell Falls ab. Bei der Drysdale Station trafen wir 4 Schweizer, die Richtung Mitchell Falls einen Baum gekuesst haben... So fuhren wir weiter Richtung Mitchell Falls, wo wir die letzten Kilometer auf einer rechten Holperstrasse fuhren, wo wir merkten, dass ein wenig zu schnell, bald mal Unfall bedeuten kann, aber nicht mit der angebrachten Geschwindigkeit, ausser so ein Tourist kennt das 4WD-Gesetz nicht... Oberstes Gebot ist, dass man das Tempo drosselt, wenn auf diesen Einspurstrassen jemand anderes entgegen kommt. Ist doch klar? Das machen wirklich alle Aussie, aber nicht alle Touristen. Alle, die fast in uns gefahren waeren, waren Touristen. Wieder mal campten wir am Abend im Busch, auf einem schoenen Gratis-Campplatz vom CALM. Am naechsten fruehen Morgen wanderten wir zu den Mitchell Falls. Die Wasserfaelle waren treppenartig gegliedert, zuoberst konnte man schwimmen. Nachher wurden wir vom gebuchten Heli abgeholt und genossen im total offenen Heli eine hervorragende Aussicht. Am kommenden Tag ging es wieder runter zur Gibb River Road, an diesem Tag waren die Flussueberquerungen angesagt. Barbara war es wegen dem letzten Fluss mulmig, da der ca. 60 cm hoch sein konnte und Salties beheimatete. Aber alle Leute, die wir gefragt haben, sagten, dass es kein Problem sei mit der angebrachten Geschwindigkeit. Es war tatsaechlich kein Problem und Krokodile haben wir auch keine gesehen (Wir haben Leute getroffen, die beim Krokodilfluss schnell vom Auto aus ins Wasser gesprungen sind...) Wir uebernachteten auf der El Questro Station, wo wir ziemlich ausgenommen wurden, dafuer hatten wir wieder mal eine richtige Dusche mit Seife und so. Einen Tag spaeter fuhren wir zum Purnululu Nationalpark, resp. Bungle Bungle, wo wir einige kurze Wanderungen machen konnten, z.B. in eine schmale, hohe Schlucht. Es hatte ueberall rot-weiss-schwarze Gugelhoepfe als Gesteinsformationen. Als wir im Buschcamping Z'Nacht kochten, kamen ploetzlich hunderte Kaefer angeflogen, welche sich um unsere Lampe versammelten. Sie flogen ins Essen, was ziemlich annoying war. Irgendwie haben wir gerade die Paarungszeit dieser Kaefer erwischt... Dafuer sahen wir unseren ersten flying fox (Flughund). Ueber Timber Creek fuhren wir nach Katherine, wo wir wieder mal einen Relaxtag brauchten, resp. einen Tag, wo wir Einkaeufe etc. machen konnten. Von dort aus machten wir einen Aboriginaltag. Wir fuhren mit einem Bus zu einer Aboriginalcommunits, wo uns die Eingeborenen empfingen. Zuerst ging es auf eine Bushtuckertour, welche sehr interessant war. Wir assen Buschkarotten und Stefan sogar gruene Ameisen, welche gut gegen Erkaeltungen sein sollen. Wir lernten auch einen giftigen Baum kennen, der, wenn ins Wasser geworfen, den Sauerstoff aus dem Wasser nimmt. Die Aboriginals benutzen dies um zu fischen. Wir sahen, wie aus Palmenblaettern Koerbe geflochten werden, wie die Farbe hergestellt wird,... Ein sehr interessanter Tag war das! Wir buchten dann in den Katherine Gorge ein Kanu und fuhren durch die Schluchten. 4 Mal mussten wir unser Boot ueber Stromschnellen tragen, was ziemliche Knochenarbeit war, dafuer sahen wir alte Aboriginal Wandmalereien und konnten jederzeit ins Wasser springen (z.T. auch unfreiwillig, wenn z.B. Barbara mit ihren Super-Teva-Sandalen wieder mal ausrutscht... (Teva kann Barbara niemanden empfehlen)). Von Katherine aus ging es weiter nach Kakadu, wo wir einige Tage weilten. Ein Highlight dort war der Yellow-Water-Cruise am fruehen Morgen. Bei Sonnenaufgang schwammen wir auf einem Boot still durch eine traumhafte Sumpf-Flusslandschaft. Es hatte Lilien und viele, viele Voegel (darunter Seeadler und der riesige Jabiru, ein schwarzer Storch). Auch Salties sahen wir aus naechster Naehe, und eine tote Python im Wasser... Dort hat es uebrigens das erste Mal in Australien geregnet (aber nur nachts). Wir besuchten in Kakadu eine weiter Boottour, aber aus Aboriginal Sicht. In Kakadu hat es auch viele Artgallerien (Felsmalereien), welche von grosser Bedeutung fuer die Aboriginals sind und die Touristen besuchen duerfen. Nach Kakadu folgte Litchfield, wo wir unter div. Wasserfaellen baden konnten, ausserdem sahen wir die Behausung der Kompasstermiten und erfuhren einiges ueber Termiten durch den Ranger. So wissen wir nun, dass es Termiten gibt, die in Baeumen leben und "schuld" am Loch vom Didjeridoo haben. Die Kompasstermiten bauen ihre Bauten gegen aufkommende Sonne, also Osten, aber man sollte es nicht als Kompass brauchen, da es auch noch auf andere Begebenheiten ankommt, wie Baumschatten etc. Die weitere Fahrt fuehrte nach Berry Springs, wo wir in einem Camping mit vielen, vielen Palmen uebernachteten und Krokodile und einige andere Tiere beheimatet. Am naechsten Tag besuchten wir den Territory Wildlife Park, welcher sehr empfehlenswert ist. Die Waerter zeigten uns Voegel aus naechster Naehe, wie z.B. Adler. Es hatte ein Aquarium, wo wir sogar unter den Fischen durchspazierten und sahen, wie gross ein Barramundi werden kann... (Barramundi sind ganz leckere Fische, ein Must hier oben). Nun stecken wir in Darwin, wo wir endlich wieder mal aufs Internet koennen. Morgen frueh fliegen wir nach Sydney, darum waren wir auch sehr ueberrascht, als wir wieder aufs Internet konnten, dass das gebuchte Hotel doch keine freien Plaetze hat... Stefan hat nun alles gemanagt und wir haben mit Ach und Krach noch eine hoffentlich angenehme Unterkunft gefunden (Sydney ist bei vielen Travellern verrufen...). Wir goennen uns die letzten 2 Wochen unserer Flitterwochen in Hotels, denn wir haben nun genug gecampt. Liebe Gruesse Barbara und Stefan ORIGINAL | |||||||||||