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Perth / Wallabie auf Rottnest Island / Aussicht vom ersten Campingplatz
 
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Bild von: Barbara Und Stefan Hohl-Krähenbühl
Reise: Hochzeitsreise
Bericht: Westaustralien Perth-Exmouth

Westaustralien Perth-Exmouth

29.08.2002 (View count: 2909)
Hallo zusammen

An Ostern ging die Reise weiter nach Westaustralien. Wir hatten zwar einige Troubles mit dem Airport Christchurch (wir mussten um 3.45 Uhr aufstehen, um dann 2 Stunden eingepfercht im Fugzeug zu warten, weil die Kiwis die Enteisungsmaschine nicht parat hatten... das ist halt auch Neuseeland, den Anschlussflug haben wir so natuerlich prompt verpasst), aber schlussendlich sind wir doch noch in Perth gelandet.
Perth ist eigentlich gar nicht so eine grosse Stadt, wir konnten sie gut zu Fuss besichtigen. Bei einem Tagesausflug sind wir auf Rottnest Island mit dem Schiff gefahren. Die Insel konnten wir mit dem Velo erkunden - es hatte wunderschoene Straende. Wir hatten dort bereits "Kontakt" mit Schlangen, die Naehe Strassenrand sonnten und sahen auch Wallabies - kleine "Hasen-Kanguruhs". Schlangen haben wir seither zum Glueck nicht mehr gesehen.
In Perth nahmen wir unser 4WD-Vehicle mit Rooftent (ohne Einschraenkung von Strassen und Routen) von der Firma Southperth-4WD-Rentals entgegen. Die Firma hat einen topprofessionellen Eindruck gemacht und hat uns fast ein neues Auto ueberreicht. Nun haben wir eine Supercampingausruestung mit Tisch, Stuehlen, Kuhlschrank, diverse Kuechengeraete, Gaskocher, Autoersatzteile. Das Zelt wird mit 2 Handgriffen auf dem Autodach aufgestellt und hat gute Durchlueftungsmoeglichkeiten (hier ist es very hot, obwohl mir eine Frau in Perth gesagt hat, es sei KALT...)
Die Fahrt der Kueste entlang Richtung Darwin konnte beginnen. Am 2. Tag haben wir bereits unseren 4WD getestet, wir wollten von Lancelin (Noerdlich Perth) nach Cervantes - moeglichst der Kueste entlang, auf der Karte (Massstab 1: 1300000, wir fanden keine bessere) hatte es Punkte (=4WD-Strasse) der Kueste entlang. Natuerlich mussten wir (Stefan) da durch. Bei einem Touristeninfocenter haben wir uns noch erkundet, und haben einen Plan erhalten (ansonsten waeren wir (Barbara) nicht gegangen). Zuerst ging es weissen Sanddunen entlang, der Weg war gut sichtbar. Schon bald wurden wir von einem Swissaustralier (4WD-Tourguide, der mit Touristen da durchfaehrt) angehalten, welcher uns fragte, ob wir wissen, auf was wir uns da einlassen. Wir zeigten den Plan und den Weg, welcher uns empfohlen wurde, dem Guide gab es schier etwas. Er sagte, dass wir auf diesem Weg im Sand versinken werden und man lebensmuede ist, wenn man diesen Weg ohne 4WD-Erfahrung waehlt. Er sagte auch, dass die Karte nicht stimmt,weil es Dutzende von Abzweigungen gab, die nicht auf der Karte seien... Er meinte, dass das Buero im Dorf extra solche Infos rausgibt, weil sie am Abschleppen der Autos verdienen...
Unterdessen hatte sich ein weiteres Schweizer Paaerchen mit den gleichen Absichten zu uns gesellt. Der Tourguide fragte dann einen nachkommen Einheimischen, ob er uns vorfahren kann, damit wir den richtigen Weg finden. So fuhren 3 4WD-Autos durch den Bush, ueber Stock,Sand und Stein, an Sandstraenden entlang. Es war wirklich schwieriges Gelaende, den Weg haetten wir sicherlich nicht mit unserer Karte gefunden. Die meiste Zeit konnten wir nur 10 - 30 Stundenkilometer fahren, total waren es mehr als 70 Kilometer. An einem Sandstrand liess uns der Einheimische alleine und wir und die anderen Schweizer badeten im traumhaften Wasser. Nachher mussten wir noch weitere Kilometer am Sandstrand entlang fahren und waeren beinahe versunken, da der Weg zwischen Meer und Busch sehr schmall und schraeg war. Es war wirklich sehr gut, dass wir noch mit Anita und Rolf unterwegs waren, so haetten wir wenigstens einander helfen koennen. Einen Tag spaeter haben wir uns eine Pumpe zugetan, damit wir die Luft aus den Pneus rauslassen koennen, falls wir wirklich mal im Sand stecken bleiben.
In Cervantes besuchten wir die Pinnacles - spitzige Steinformationen, die wie Grabsteine oder Nadeln aus dem Sand ragen. In Geraldton haben wir dann Anita und Rolf wieder getroffen, wir verbrachten einen schoenen Abend miteinander.
Auf dem Weg nach Monkey Mia besuchten wir den Nationalpark Kalbarri mit schoenen Schluchten und Kuesten. In Monkey Mia kommen die Delphine zur Fuetterung ganz ans Ufer - eine Megatouristenattraktion, x Touristen standen im knietiefen Wasser in einer Linie. Uns haben die Pelikane, die am Strand herumwatschelten viel besser gefallen. Wir machten einen Segeltoern mit einem Katamaran, wo wir von weitem die schuechternen Seekuehe (dugongs) und Delphine sahen. Vermutlich wurden frueher die Seekuehe fuer Seejungfrauen gehalten, weshalb es die verschiedensten Maerchen darueber gibt.
Einen Tag lagen wir am wunderschoenen Strand in Monkey Mia und genossen unseren Camper.
Nachher ging die Fahrt weiter nach Carnarvon(nach einem weiteren 4WD-Trip durch den Francois Peron Nationalpark), wo wir in einem schaebigen Big 4-Camping uebernachteten. Dies merkten wir speziell am anderen Abend, als wir in Coral Bay das Zelt aufschlagen wollten. Viele Ameisenkoeniginnen hatten unser Zelt als Brutstaette ausgewaehlt, waehrend der Fahrt sind durch die Hitze alle Ameisen geschluepft. Das ganze Zelt war schwarz von Ameisen. Zum Glueck hatte das kleine Shoppingcenter noch offen. Wir deckten uns mit Gift ein. Mitten in der Nacht schluepften noch einige hundert Ameisen, die wir nicht entdeckt haben. Nun sollten wir aber endlich "ameisenfrei" sein, zum Glueck sind sie nicht ins Auto rein gekommen, wo unser Food ist. Das ist ein Nachteil von einem solchen Zelt, Ameisen koennen immer noch rein, wir wissen uns jetzt aber zu wehren, obwohl wir nicht gerne Tiere killen...
In Coral Bay ist es sehr schoen, weshalb wir hier 3 Naechte verbringen. Gestern haben wir einen Schnorchelausflug gemacht. Ziel war es, mit Mantarochen zu schnorcheln. Am Morgen frueh ging die Tour mit Ningaloo Experience und 4 weiteren Leuten los. Zuerst sahen wir viele, viele riesige Meeresschildkroeten im kristallklaren Wasser. Nachher fischten unsere beiden Guides, was auch sehr interessant war. Diese Fische sind ja gar nicht so dumm, die Tiefseefische wurden mit einer Leine, die bis 60 Meter tief runtergelassen wurde und richtige Fische als Koeder dran hatte, gekoedert. Die Fische frassen aber jedes Mal die Koeder, ohne sich fangen zu lassen... Andere Fische wurden mit einer Leine und kuenstlichen Fischen, die dem Schiff hinterher gezogen wurden, gekoedert. Kein Fisch wollte anbeissen, die Tiefseefischkoeder waren aufgebraucht, da wechselte der Guide zu einem anderen Kunststofffisch und schlussendlich fing er so eine Spanische Makrele - ein 1.20 Meter langes und 20 kg schweres Tier (wie ein grosser Hecht). Diese wurde dann totgeschlagen. Nachher ging es auf Mantarochensuche, zuerst beobachteten wir einige im tieferen Wasser vom Boot aus, nachher mussten wir uns schnorchelbereit machen. Der Guide suchte in seichterem Wasser einen langsam schwimmenden Rochen. Ploetzlich sahen wir (auf dem sicheren Boot) ein riesiges Tier vorbeischwimmen, wir meinten, es sei ein Rochen. Ein Taucherin schrie "Oh shit a hammerheadshark!"... Es war also ein 8 Meter langer Hammerkopfhai, welcher auch Menschen frisst... Wir fuhren dann noch ein wenig umher, der Guide wollte dann mit uns ins Wasser, ueberlegte es sich dann aber wieder anders. Wir fuhren dann wieder ein rechtes Stueck raus ins tiefere Wasser (wohl wegen dem Hai), wo wir dann endgueltig 2 Mal einem Mantaray nachschnorchelten. Im tieferen Wasser sind die Tiere aber viel zu schnell, es war eine richtige Hetzjagd. Ziemlich beaengstigend war es im dunklen, tiefen Wasser. Barbara hatte panische Angst den Anschluss zu den anderen zu verlieren, da wir teilweise sehr weit weg vom Boot waren und wir wegen den Haien immer als Gruppe zusammenstehen mussten. Mit dem Schwimmen mit Rochen wurde so nichts, aber vom Boot aus haben wir sie sehr schoen gesehen und uns war es lieber, dass der Guide vorsichtig war... Nach den anstrengenden Schnorchelausfluegen konnten wir bei einem Riff die fantastische Unterwasserwelt (Menschenfresserhaisicher) schnorchelnd beobachten. Wir sahen dann zwar trotzdem noch einen Hai, einen Riffhai - klein und ungefaehrlich.
Nachher gab es feinen, gebratenen Fisch - mmmh. Da der Fisch sehr gross war, konnten wir 4 Steaks mit nach Hause nehmen. Es war ein toller Ausflug (trotz Hai).
Uebrigens: was wir hier am meisten vermissen von Zuhause ist nicht das Brot, sondern das Wasser! Hier wird oft mit Salzwasser auf den Campingground geduscht - man fuehlt sich nachher gleich klebrig wie vorher. Das Trinkwasser ist zudem auch sehr teuer!
In den kommenden Tagen werden wir, nachdem wir noch Exmouth via Offroadstrasse besucht haben, ins Landesinnere fahren. Unser Ziel ist der Karijini Nationalpark.

Viele liebe Gruesse
Barbara und Stefan



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