| Gallery Poeppel Corner ![]() In der Mitte der drei Bundesstaaten.
Ayers Rock - Birdsville 30.09.2002 (View count: 2667) Vom Ayers Rock gings vorest einmal zuerst zurück nach Alice Springs. Dort füllten wir unser Auto wieder auf mit Fressalien, Wasser, Wein und Bier und gönnten den arg beanspruchten Hinterradfedern eine Hilfe in Form nachgebauter Polyair Springs, einer Art Airbag, die zwischen die Federn gebaut wird und hilft die harten Schläge abzufedern. Auch wir gönnten uns eine Abwechslung in Form eines Wurscht-Chässalates beim Schweizer Restaurant in Alice Springs. In Alice Springs trafen wir auch wieder auf Moni und Willy, die beiden Deutschen mit denen wir schon vorher gereist waren. Alleine sollte man eine Wüstendurchquerung nicht in Angriff nehmen und da wir das gleiche Ziel hatten, hatten wir vorher schon abgemacht, zusammen zu fahren. Alsdann steuerten wir Richtung Simpson Desert, wobei wir uns als erste Herausforderung die alte Eisenbahnstrecke, den Old Ghan Track, nach Finke aussuchten. Die Geleise dieser Strecke wurden bereits abgebaut (ein paar alte Nägel liegen dankbarerweise noch rum) und man kann diese Strecke per 4WD befahren. Diese Strecke wird einmal jährlich zum Austragungsort des Finke Race. Eines der härtesten Offroad-Rennens Australiens Die Strecke war entsprechend geschädigt, d.h. eine Höllenwellblechpiste. Bei den schlimmsten Stellen versuchten wir erst gar nicht mehr anzuhalten die beste Variante über diese Pisten zu kommen, ist mit minimum 80 km/h darüberzubrettern. Ein Abstecher von dieser Piste führte zum Chambers Pillar, einem Wahrzeichen in der Landschaft, das den ersten Entdeckern zur Orientierung diente. Entsprechend haben diese ersten weissen Erforscher Zentralaustraliens ihre Namen in den Felsen geritzt und Hunderte neuzeitlicher Idioten ebenfalls Am Nachmittag des zweiten Tages seit unserer Abfahrt aus Alice Springs erreichten wir dann die Aboriginal Community Finke. Wir hatten uns nicht wirklich beeilt und auch den Abstecher zum Chambers Pillar gemacht, aber wie das möglich sein soll, dass die schnellsten des Rennens nur gerade 1 Stunde und 54 Minuten für die 240 km Strecke brauchen, war uns ein Rätsel auf alle Fälle waren wir froh diese echt harte Strecke ohne Ausfälle hinter uns gebracht zu haben. Nachdem wir in Finke zum letzten Mal vor der eigentlichen Wüste aufgetankt hatten, gings also los Richtung Dünen. Die Australier sind sehr vorsichtige Leute (und wahrscheinlich haben es die Behörden auch satt, immer wieder irgendwelche schlecht vorbereitete Reisende abzuschleppen) und so gabs in Form einer grossen Tafel noch was zu lesen, bevor die ersten Dünen überquert werden konnten. Nicht weit gekommen, machte dann die linke Vorderradaufhängung mit wüstem Scheppern auf sich aufmerksam. Die Vermutung, das gerade eben übersehene Bulldusthole sei nun tatsächlich zuviel für die Feder gewesen, bewahrheitete sich. Die Feder war im oberen Teil, nach ca. 1½ Windungen gebrochen. Diese Bulldustholes, tiefe Löcher im Track die mit puderfeinem Sand, eben diesem Bulldust, gefüllt sind, sind kaum zu erkennen und schon mancher Feder, bzw. Stossdämpfers letzte Tat gewesen. Optionen waren derer nicht viele und so entschlossen wir uns, mit etwas verkürzter Feder weiter zu fahren. Die Feder war vermutlich schon länger angeknackst gewesen und hatte nun jetzt eben den Geist ganz aufgegeben. Ein weiterer Bruch war (hoffentlich) nicht zu erwarten. Eigentlich hätten wir ja eher von den Hinterradfedern erwartet, dass sie sich verabschieden, darum der Nachbau in Alice. Aber eben, erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt Einige Kilometer mit 1½ Federwindungen weniger weitergefahren, kamen wir an ein Wasserloch, die Dalhousie Springs. Nach der Bastelstunde freute man sich nun auf eine Abkühlung und machte sich auf ins Wasser. Welch grosse Überraschung, das Wasser war seichwarm und das Thermometer an der Uhr bestätigte es: 39°C nichts gewesen mit Abkühlung, da wars ausserhalb bei 36°C angenehmer Die Piste war nicht wirklich vielbefahren und ausser einem Kamel, welches wir bei der Siesta gestört hatten, sahen wir kein weiteres Lebewesen an diesem Tag. Etwas später kamen wir dann an den ziemlich gut abgelutschten Knochenresten eines anderen Kamels vorbei, vielleicht der Bruder oder sonstige Verwandte des vorhergehenden Die Wüste wurde nun immer wüster und wir kamen immer langsamer vorwärts. Der Sand wurde weicher und selten konnte mal in den 2. Gang, geschweige denn höher schalten. Auch für das tägliche Fitnessprogramm war gesorgt, hatten wir uns doch ab und zu eingegraben und dann musste wacker zur Schaufel gegriffen werden. Die Temperatur stieg nun stetig weiter und die Wärme und Trockenheit bewirkte, dass obwohl wir uns oben literweise Flüssigkeit eintrichterten, unten kaum mehr was raus kam Die Landschaft war jedoch alles andere als langweilig und änderte stetig. Im Sand wimmelte es nur so von Spuren von Kamelen, Dingos, Eseln und anderen Tieren und wir konnten uns gut vorstellen, was hier in der Wüste nachts so abgeht. Nachts hörten wir die Tiere leider nur und bekamen ausser einmal, wo wir in der Nähe eines Wasserlochs übernachteten und ganze Kamelherden beobachten konnten, nichts zu Gesicht. Wir hatten uns zur Durchquerung der Simpson Desert eine alternative Route ausgesucht, die sich hauptsächlich an eine kaum befahrene Pisten hält. So sahen wir wohl die Spur des Tracks vor uns, aber es war deutlich, dass tatsächlich seit langer Zeit niemand mehr da durch gekommen war. Am vierten Tag trafen wir dann auf die French Line, die meistbefahrene Route. Dort war es dann auch einiges belebter und wir trafen einige Gruppen von Fahrzeugen. An diesem Tag trafen wir auch am Poeppels Corner ein, den Punkt an dem die Grenzen von Northern Territory, Queensland und South Australia aneinanderstossen. Kurz bevor wir am anderen Ende der Wüstendurchquerung und Vorposten der Zivilisation, Birdsville, ankamen, gabs noch das letzte grosse Hindernis: Die Big Red, die mit 40m Höhe die höchste Düne der Wüste. Natürlich liessen wir die Weicheierabkürzung rechts liegen und hielten direkt auf die Düne zu. Am Fusse der Düne angekommen, waren schon mehrere Fahrzeuge am Üben. Bis jetzt war noch keiner der 5 Wagen vor uns bis nach oben gekommen. Den unerfahrenen Zentraleuropäern noch heisse Tipps mitgegeben, stellten sich die Aussies auf die Seite und wollten mal sehen, wie weit wir so kommen. Kurz und gut, kräftig aufs Gaspedal gedrückt fuhr unser Toyota schon im ersten Versuch ganz nach oben Als Greenhorn musste ich dann aber beschämt zugeben, dass ich vergessen hatte den Allradantrieb zuzuschalten und so fuhr ich dann halt im 4WD Betrieb nochmals hoch. Den Aussies stand dann ziemlich der Mund offen aber ich kann noch nicht einmal sagen, dass das eine spezielle Tat war, ich denke das Auto fährt einfach gerne Dünen Die Erleichterung war gross als wir an den Toren von Birdsville, nicht gerade eine tolle Stadt aber immerhin Tankstelle, Pub und Supermarkt, eintrafen. Die Feder hatte gehalten und wir waren zwar schweissgebadet, aber guten Mutes ORIGINAL | |||||||||||