21. bis 26. Februar West Australien
28.02.2008 08:06:16 (View count: 940)
Vom 21.2 bis zum 26.2
21.2 (ca.25° C, leicht windig)
Nach einem ordentlichen Frühstück ging die Fahrt los zum Leuchtturm am südwestlichsten Punkt Australiens. Hier treffen der pazifische – und der indische Ozean zusammen. Der genaue Treffpunkt wo sie auf einander stossen ist vor allem im September gut sichtbar. Heute war nur der Unterschied zu sehen, dass auf der einen Seite blaues Wasser war, und auf der anderen Seite das Wasser blau war. Der Leuchtturm ist 1895 gebaut worden und immer noch im Einsatz. Rund 500 Meter weiter der Küste entlang, sieht man ein altes Wasserrad. Nicht spektakulär, das Wasser wurde indirekt von der Quelle in Kanälen heran geführt, dass die Familie, welche den Leuchtturm betrieb, frisches Wasser hatte.
Weiter ging die Fahrt via Nannup nach Bridgetown. Rund 120 km durch Wald- und Weingebiet. Während dieser ganzen Fahrt kamen uns 6 Autos entgegen. In Bridgetown haben wir in einem gemütlichen Cafe Mittag gegessen (Solche Cafes sind in der Schweiz eine Seltenheit, und wären sicherlich eine lohnende Investition).
Unser Tagesziel war Pemperton und führte uns durch Manjimup, das Herz der westaustralischen Nadelholzindustrie. Unterwegs sah man immer wieder angepflanzte Nadelbäume, schön ausgerichtet auf einer Linie. Karribäume kamen immer mehr zum Vorschein. Grosse Eukalyptus-Riesen, welche bis zu 60, 70 Meter hoch werden. Der „Diamond Tree“ ist 51 Meter hoch und überragt knapp alle Bäume im Umkreis von 500 Metern. Zuoberst wurde eine Plattform montiert, und diente früher als „fire-lookout“. Heute können waghalsige Touristen an Eisenstangen, welche Treppen- und Leiterartig im Baum befestigt sind, bis zur Plattform hochsteigen. Fitness die sich lohnt, denn die Aussicht ist fantastisch.
In Pemperton angelangt, hatten wir das erste Problemchen mit unserem Fahruntersatz. Immer wenn ich den Zündschlüssel drehte, fing ein schrillende Sirene an zu tönen. Wir wussten nicht wieso und haben die Anleitungen, die Sicherungen und, und, und einfach alles kontrolliert, - die Sirene hörte nicht auf. Bis ich bemerkt habe, dass Noah beim Einstieg in das Wohnmobil einen klappbaren Aussentritt vor der Campingtüre herausgezogen hat. Tritt einklappen à Sirene weg.
Am späteren Nachmittag genossen wir die Stille auf dem Campground.
22.2 (ca.25° C, leicht windig)
Früh am Morgen fuhren wir zum Gloucester Tree (61 Meter hoch). Auf dem Programm stand Morgenfitness, nicht für alle, sondern nur für mich. Ich ging erneut an den leiterartig befestigen Eisenstangen empor und genoss den schönen Ausblick mit etwa 250 Puls, während die anderen Drei, unten beim Nichtstun das Morgenessen verdauten.
Auf dem Highway 1 fuhren wir durch riesige Karri- und Red Tingle-Wälder Richtung Albany. Interessant war, dass auf der einen Seite der Strasse grüne Bäume und auf der anderen Seite Rote Bäume (Red Tinlge Trees) standen. Vor Nornalup gibt es einen Tree Top Walk (Spaziergang über den Baumwipfeln). Diesen Walk können alle Personen bewältigen, also auch Jeanine, Noah und Irene. Mittagessen gab es am „Greens Pool“, eine traumhaft, weisssandige Lagune. Leider war ich so dämlich (Im Duden „Damenhaft“), dass ich das Essen auf einem Tuch ausgebreitet hatte und dann mit Noah die Umgebung auskundschaftete, Irene war zu dieser Zeit im Camper am füttern von unserem kleinsten Raubtier. Von weither sah ich Möwen in der Nähe von unserem Lunchplatz, bis ich bemerkte, dass sich diese über unsere Sandwichs her machten. Diese rund 100 Meter habe ich schneller zurück gelegt als Carl Lewis am Zürcher Leichtathletik Open, doch übrig geblieben waren nur noch zerfetzte Brotscheiben.
Am Nachmittag fuhren wir weiter nach Albany zu unseren nächsten Schlafstelle. Es war sehr windig auf unserem Campground, da sich dieser direkt am Meer befand.
23.2 (ca. 23° C, windig, bewölkt)
Heute war eine lange Fahrtstrecke vor uns, rund 500 km nach Esperance. Bevor wir aber los fuhren, besichtigten wir im Torndirrup National Park eine alte Walfängerstation, welche im Jahre 1978 geschlossen wurde. Sicherlich, nicht vielversprechend für was die Leute hier rund 50 Jahre lange gearbeitet haben, nur damit Kosmetik-, Textil- und Fleischprodukte hergestellt oder verzerrt werden konnten. Beeindruckend waren vor allem die vier grossen Tanks, je ca. 300’000 Kilogramm Fassungsvermögen, in welchen das Oel oder Tran der Wale gelagert wurde.
Kurz vor Mittag fuhren wir los, durch Wälder und Einöden, eine trockene und dürre Landschaft. Die Strassen bis nach Esperance waren in einem schlechten Zustand. Nur knapp über 100 km/h konnten wir fahren, da sonst unser KLVWM anfing zu zittern und klappern. Kurz vor unserem Ziel habe ich eine Schwanzspitze von einer Schlange überfahren, welche über die Strasse glitt. Was für eine Schlange es war, werde ich noch rausfinden müssen, da ich ein Buch über die verschiedenen Tierarten in West- und Südaustralien kaufen werde.
Angekommen in Esperance, genossen wir den Abend endlich mit einem Glas Wein, da Irene keine Medikamente mehr nehmen musste.
24.2 (ca. 25°C, Leicht bewölkt)
Am Morgen fuhren wir auf dem Great Ocean Drive, und faszinierten uns am schönen Anblick der weissen Strände rund um Esperance (Twilight Beach, Nine Mile Beach, Eleven Mile Beach, und, und, und ). An der Twilight Beach haben wir unseren Morgenspaziergang absolviert. In Esperance würde ich mich wohlfühlen. Eine nicht zu grosse Stadt inmitten der Wildnis. Einfach Traumhaft, weisser, flockigfeiner Sand, das türkis blaue Meer und das Rauschen der Wellen. Ein Insidertyp für alle Australienfans. Vor allem findet man hier nur selten Massentourismus, da diese Region zu weit von den Grossstädten entfernt ist.
Weiter ging es in den Cape Le Grand National Park, ein weiterer lohnenswerter Typ. Angekommen im Nationalpark erklommen wir den Frenchman Peak (263m). Eine rund 1.5 Stunden strenge Wanderung hin und zurück. Noah wird ein Topkletterer werden, er ist die steilen Felsen hinauf gesprungen wie ein Bergkängeruh. Nach dieser Anstrengung tummelten wir uns an der Hellfire Bay im Sand und genossen die Ruhe. Am Nachmittag ging es zu unserem Campingground an der Lucky Bay. Ein halber Tag zum Entspannen am Meer mit weissem Sand. Jeanine konnte sich nun langsam auch mit dem Sand anfreunden und zwischendurch eine Handvoll genüsslich in den Mund stopfen.
Das Einzige was uns am Abend an diesem ruhigen, stromlosen Ort genervt hat ist, ein Deutscher, welcher sein Notstromaggregat laufen lassen musste.
25.2 (ca. 30° C)
Bevor die Fahrt Richtung South Australia weiter ging, wollten wir die Le Grand Beach besichtigen. Eine Schlange überquerte die Strasse, welche sich aufbrauste als wir angehalten haben (Die gleiche Art von Schlange wie bereits vor zwei Tagen). Weitere 2 Schlangen haben wir im National Park gesehen. Alle Schlangen, die wir bis jetzt entdeckt haben, gehören der gleichen Art an, schwarz-bräunlich und ca. 1 m lang. Irgendwie „hatten wir es“ mit den Tieren an diesem Morgen. Kaum 5 Minuten gefahren, hopste ein Kängeruh vor unsern Camper. Ich weiss jetzt, warum so viele Beuteltiere tot am Strassenrand liegen, denn diese hüpfen hin und her und können sich nicht entscheiden ob sie die Strasse überqueren wollen oder nicht. Zum guten Glück (für das Kängeruh) haben sich die Kühlerhaube und das pelzige Tier nur leicht touchiert. Ein kleines Schupsen und das Tier floh in die Büsche. 3 Km später musste ich abrupt bremsen als ein Schaf mit seinem Jungen das Asphaltierte überqueren wollte. Innert ein paar Kilometer hätte es gratis 2 verschieden Fleischarten auf dem Grill gegeben, doch dem war nicht so und es wurde im Coles oder Woolworth eingekauft.
Die Fahrt ging via Norseman, nach Balladonia (ein Roadhouse mit Campinground, ca. 500 km bis zur Grenze zu South Australia). Die Landschaft war immer gleich, dürre Felder, kleine Redgum-Wälder, viele Buschlandschaften und ab und zu waren kleine Salzseen links und rechts von der Strasse. Kühe, Schafe und Pferde waren in dieser öden Landschaft zusehen. Von Esperance, haben wir rund 460 km zurückgelegt. Inmitten von Nirgendwo kühlten wir uns am Swimmingpool ab. Die einzigen Störenfriede waren die Fliegen.
Es hatte sehr viele Krähen in dieser Gegend. Ich muss mich noch schlauer machen über Krähen, den diese Vögel sind sehr intelligent.
Zwei Beispiele: Während dem Tanken hüpfte ständig eine an der Kühlerhaube hoch und ass die Insekten welche während der Fahrt mit unserem KLVWM kollidierten.
Beim Abendessen kamen sie sehr Nahe an den Esstisch, hielten jedoch immer einem sicheren Abstand um wegzufliegen. Wenn ich nur einen Stein vom Boden aufgehoben hatte, sind sie bereits weg gehüpft. Nicht das ich geworfen hätte; nein, es ist einfach sehr interessant wie aufmerksam die schwarzen Vögel sind.
26.2 (ca. 30° C)
Der heutige Tag war nicht besonders interessant. Wir fuhren rund 530 Km und campierten direkt nach der Grenze in Border Village. Da die Fahrt nicht mit 180 km/h gefahren werden kann,
1. Die Spitze des Campers liegt bei ca. 150 km/h
2. Bei solch einer Geschwindigkeit würde es uns das Frontverdeck wegreisen
und 3. Wenn bei dieser Geschwindigkeit ein Windstoss von der Seite käme, würden wir abrupt die Büsche am Strassenrand küssen,
haben wir im engeren Vorstand beschlossen (Irene und ich), dass wir nicht zum Uluru (Ayers Rock) fahren werden. So können wir den Kindern die Tortur, 10-stündiges Ruhigsitzen, ersparen.
Speziell an der heutigen Strecke war, dass wir 146.6 km lang geradeaus gefahren sind (Australiens längste gerade Strecke), und zusätzlich kurz vor Eucla, die weissen Dünen, welche wie eine Fata Morgana am Horizont erschienen.
Das Erfreulichste von allem, Jeanine hat begonnen zu „krabbeln“.