Report on a jouney: Sonntagsausflug nach La Boca - Journey: Buenos Aires - Reisebericht von Beda Meier - ontravelreports.com
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Sonntagsausflug nach La Boca

29.01.2007 20:45:31 (View count: 1014)

Seit dem letzten Bericht ist einige Zeit vergangen und natuerlich auch einiges passiert: Einerseits mussten wir wie die Verrueckten fuer unser erstes Examen bueffeln, andererseits nahmen wir uns aber auch Zeit fuer andere Freizeitaktivitaeten. Beispielsweise luden wir unsere Nachbarn zum Essen ein, die dann auch prompt so freundlich waren, uns mitzuteilen, dass Tanja seit unserer Ankunft im Gesicht zugenommen habe. (Hat mich ziemlich gefreut...)

Weniger Freude hatte ich Tags darauf, als ich vom Friseur zurueckkam. Dazu muss erwaehnt werden, dass wir in einem Viertel leben, dass ziemlich stylish ist und ich also der Meinung war, beim naechstbesten Salon eintreten zu koennen und mit einem passablen Haarschnitt rauszukommen. Der Eingangsbereich des Friseurs war bombastisch, was danach allerdings folgte, war der blanke Horror. Sobald die Tuere geoeffnet wurde, empfing mich eine Peggy Bundy-Imitation, die mir im spiessigsten und muffigsten Zimmerchen von ganz Buenos Aires die Haare schnippelte. Brauche ich zu erwaehnen, dass Tanja mir meine fuellige Haarpracht danach mit meinem Viktorinox-Taschenmesser korrigierte?

Wertvolle Bemerkungen des Lehrpersonals wie z. Bsp. "Brauchste einen Anwalt, um den Friseur zu verklagen?" liessen am naechsten Tag nicht lange auf sich warten. An dieser Stelle tausend Dank...

La Boca

Lange wurden wir gewarnt, wie gefaehrlich dieser Ort in Buenos Aires sei. Letzten Sonntag wollten wir uns selbst davon ueberzeugen. Wir zogen also los ohne Kamera und mit wenig Bargeld, um Caminito und die Fussballheimat von Diego zu erkundigen.

Was folgte war eigentlich schoenster Postkartenkitsch, der allerdings nur fuer ein paar Strassen gilt. Abseits von Caminito gibts fast keine sehenswerten Gebaeude und vielerorts wird man von Polizisten gewarnt, den "tourist track" nicht zu verlassen.

Um nicht nur den Gestank des wohl dreckigsten Flusses "Riachuelo", sondern auch ein wenig Kulturluft zu schnuppern, besuchten wir eine Stiftung fuer zeitgenoessische Kunst, die gerade einige Bilder ueber die Entstehungsgeschichte von Caminito im Jahre 1959 zeigten. (Zeitgenoessisch und 1959 passt irgendwie nicht zusammen...) Danach besuchten wir noch das Museum des lokalen Kuenstlers Benito Quinquela Martín, dessen Lieblingsmotive der Hafen, die Arbeiter von Boca und die Schiffe waren. War eine wirklich sehenswerte Ausstellung.

Mein Gesamteindruck von La Boca war einerseits, dass eine Touristenkulisse vor einem Armenviertel aufgezogen wurde, mit der allerdings auch ziemlich Kasse gemacht werden kann. Die Ambivalenz zwischen Touristenkitsch und gefaehrlicher Gegend lockt sowohl Pauschaltouristen wie Moechtegernabenteurer.

Nichtsdestotrotz werde ich wieder nach La Boca gehen: Am 18. Februar spielen die Boca Juniors in der Bombonera!

Nos vemos

 



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