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Anka Broecker Reisen:
Berichte dieser Reise:

Bombay und die letzen Tage in Kerala

25.12.2011 03:19:17 (6521 mal gelesen)

Fischmarkt in Old-Cochin
Bombay, Bombay, Bombay.... ich war sehr gespannt auf diese Stadt. Ich wohnte die erste Nacht bei Seema Kinchie, einer modernen Inderin, die ich in Island im April auf dem BRANDIT Seminar kennen gelernt hatte. Es wurde eine interessante Nacht, denn sie lud mich ein auf eine Geburtstagsparty. Auf den Dächern eines Hochhhauses mit bunten Lichtern geschmückt stand ich mitten in einer Party umgeben von ein paar Schauspielern und Choreographen aus Bollywood. Mir wurde der Gastgeber vorgestellt, der sich als Stuntman des derzeit beliebtesten indischen Schauspielers Shah Ruk Khan entpuppte. Natürlich gab es Tanzeinlagen ganz nach Bollywood Art.
Einen Tag wandelte ich mit meinem englisch spr. Fahrer auf den Spuren von Shantaram (ein grandioses Buch, das Bombay in den Siebzigern sehr genau darstellt). Das Leopold Cafe am Colaba Causeway, der Marine Drive, Gahndis Wohnhaus, in dem er 18 Jahre wirkte und natürlich das Gate of India waren die Magnetpunkte. Die Slums sowie das Luxusviertel der Bollywood-Szene bildeten die Kontraste schlechthin. Besonders beeindruckend war die "open air" Wäscherei mitten in der Stadt gleich 100 m neben der Bahnstation. Hier wird die Wäsche von Hotels und Restaurants, Krankenhäusern und Privatleuten mit der Hand gewaschen, geschlagen und zum Trocknen aufgehängt.

Dann die pompöse Hochzeit mit 300 geladenen Gästen (wobei ich inzwischne weiss, dass dies eine kleine Hochzeit war, denn in Goa oder Kerala erwartet man durchaus 1000 bis 1500 Gäste!). Hier wird die christliche Hochzeit mit indischen Traditionen vermischt. Der Tanz dauert nur bis 21h30, dann ist es für die Umgebung zu laut und dann wird bis Mitternacht gegessen, während das Brautpaar 300 Gäste empfangen muss und Geschenke überreicht werden. Beinahe wäre ich zum Bier-Trinker konvertiert, denn es gab keinen Wein und Champagner nur für das Brautpaar und die Trauzeugen. Blieb nur noch Cola-Rum, Cola-Whiskey oder einen Schuss Vodka. Da mir die Marken unbekannt waren und ich Kopfschmerzen vermeiden wollte, blieb es nch einem Versuch mit Whiskey-Cola dann bei Wasser mit Strohhalm.

Nach einem doch schweren Abschied von Anita und ihrer Sippschafft, flog ich nach Cochin im Staat Kerala. Hier brodelt der Tourismus und die Strände mit Palmen umsäumt sind schon eine Augenweide. 2 Tage gönnte ich mir die Fahrt auf einem Hausboot mit einer 3 Mann-Crew um die Backwaters von Kerala zu erkunden. Hier wohnen ca. 28.000 Menschen auf dünnen Landstreifen, die oft nicht breiter sind als 10 Meter. Die Flüsse oder Seen werden genutzt, um die Reisfelder zu bewässern. Wenn die Reisfelder überflutet werden, um sie für die nächste Bepflanzung vorzubereiten, haben die Bewohner um sich herum nur Wasser. Die meisten sind Reisbauern oder Fischer. Alle Transporte finden per Boot statt, ob Schüler, Ziegeln für die Dächer, geschnittenes Gras für die Kühe und Ziegen oder Baumaterial für die Dämme.

Nun aber bin ich im letzten Teil meiner Reise in Indien angekommen. In Kerala geniesse ich in einem Strandhotel Ayurvedische Massagen - täglich - ja ja - und auch eine Weihnachtsparty natürlich open air mit indischer und europäischer Musik wurde am 24.12. geboten. Silvester soll es eine ausgiebige Strandparty mit allen Bewohnern des Dorfes geben, ich bin gespannt. Geweckt wird man hier allerdings schon morgens um 05h30 durch die Schreie der Muezzins in der benachbarten Moschee... dabei hat doch heutzutage jeder ein Handy mit Weckruf - oder? ;-)

FROHE FESTTAGE UND EIN GLÜCKLICHES NEUES JAHR
wünsche ich euch und ich freue mich auf eine Wiedersehen mit all meinen Freunden und meiner Familie.